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Monats-Archive: September 2016

Pflegebeteiligung- So hat man (fast) sein eigenes Pferd

Pflegebeteiligung – So hat man (fast) sein eigenes Pferd

 

Ich war schon immer ein absoluter Pferdefan, ich war als Kind / Jugendliche in

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der Reitschule, war in Urlauben oft reiten, Pferde haben ein sanftes, liebevolles Wesen und ich mag diese sanftmütigen Riesen sehr, vor allem, wenn man eine gute Verbindung zu ihnen aufbauen kann.

Wieder einmal dachte ich vor kurzem an Pferde und beschloss, bei ebaykleinanzeigen eine Annonce aufzugeben, in der Hoffnung, mich würde jemand anschreiben.
Ich hatte Glück und mich schrieb kurze Zeit darauf eine nette, junge Frau an, die mir mitteilte, dass sie eine Pflegerin für ihr Pferd suchen würde.
Wir verabredeten uns an dem Stall, an dem ihr Pferd steht; ich war aufgeregt und neugierig.
Der Stall liegt nicht weit von meinem zu Hause entfernt, ich fuhr mit dem Auto knappe 10 Minuten, der Stall liegt in Essen- Karnap, nahe der Gelsenkirchener Grenze.
Ich war vor der Besitzerin da und wartete gespannt; der Hof gefiel mir auf Anhieb.
Als die Besitzerin kam, verstanden wir uns auf Anhieb, die Sympathie war von Anfang an da, was schon einmal ein gutes Zeichen war.
Wir gingen recht zeitnah sofort zu ihrem Pferd, einer 25-jährigen Traberstute namens Speedy.
Speedy schaute schon neugierig über ihr Tor zu uns und ich gab ihr ein Leckerchen, welches sie vorsichtig und liebevoll annahm.
Ich verliebte mich vom ersten Moment an in dieses Pferd und sowohl das Pferd, als auch die Besitzerin waren von meiner Art und meinem Umgang mit dem Tier begeistert.
Ich putzte Speedy ausgiebig, besonders gern hat sie es, wenn man mit der Kardätsche ihre Ohren putzt, dann legt sie einem fast ihren Kopf auf die Schulter.
Zu den Aufgaben gehört ebenfalls, den Stall auszumisten, das Heunetz aufzufüllen und mit ihr spazieren zu gehen.
Ich traf mich noch einmal mit der Besitzerin, dann fuhr ich allein zu Speedy. Ich genieße die Zeit mit ihr, sie tut mir gut und ich habe Spaß mit ihr.
Wenn ich ankomme, muss ich sie meistens vom Paddock holen, ihr könnt euch

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bestimmt vorstellen, wie sie aussieht, wenn sie den ganzen Vormittag und Mittag in der Matsche herum getobt hat. Ich hole sie in in ihren Offenstall und fange an, sie ausgiebig zu putzen, doch bevor ich das tue, muss ich ihr erst einmal ihre Decke abnehmen. Danach striegele ich sie ausgiebig mit kreisenden Bewegungen; vom Hals an, über den Rücken und Bauch bis hin zu ihrer Kruppe.
Nachdem ich sie auf beiden Seiten gestriegelt habe, putze ich mit der Wurzelbürste ihr Fell glatt und entferne somit den restlichen Staub und Hautschuppen. Nachdem der Körper fertig ist, putze ich mit der Wurzelbürste ihre Beine, die meistens sehr dreckig sind. Bekomme ich die Beine und Hufe nicht durch die Bürste richtig sauber, führe ich sie in die Waschbox und spritze ihre Beine richtig ab, danach trockene ich sie mit einem Handtuch ab.

Wenn ich damit fertig bin, kratze ich ihre Hufe mit einem Hufauskratzer aus, das ist sehr wichtig, denn macht man dies nicht regelmäßig, können die sich dort sammelnden Bakterien Infektionen hervorrufen. Beim Hufe auskratzen muss man auch darauf achten, dass man das Pferd nicht an seinem Strahl verletzt, sondern wirklich nur das Horn auskratzt.
Nachdem ich dies gemacht habe, reinige ich ihr Gesicht mit einer Kardätsche, einer weichen Bürste. Sie liebt es und genießt die Nähe des Menschen, der sie vorsichtig säubert und ihr dabei immer sanft über die Nüstern streichelt.
Zum Schluss kämme ich ihre Mähne und ihren Schweif, denn auch das ist wichtig, denn sonst verknoten und verfilzen ihre Haare.
Nach dem Putzen binde ich sie außerhalb ihrer Box an, damit ich ihr Heunetz herunter holen und die Utensilien für das Stallmisten holen kann.
Das Heunetz muss gut gefüllt sein, denn sie liebt es, Heu zu fressen. Es dauert auch seine Zeit, bis man dieses große Netz gefüllt hat, man macht dies mit den Händen und zum Schluss verknotet man es mit dem sogenannten „Pferdeknoten“.
Danach hole ich eine Schubkarre, einen Besen, eine Mistgabel und eine Schüppe; in die Schubkarre lege ich frisches Stroh, mit welchem ich ihren Stall frisch mache.

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Zurück an der Box, nehme ich die Mistgabel und sortiere erst einmal das noch saubere Stroh aus, denn es wäre zu schade, wenn ich es weg schmeiße, obwohl es noch gut ist. Danach lege ich das saubere Stroh in eine Ecke und fange an, die ganzen Pferdeäpfel und das dreckige Stroh auf die Schubkarre zu hieven. Diese Arbeit ist anstrengend, das kann ich mit einer Überzeugung behaupten, ich habe regelmäßig Muskelkater am nächsten Tag. Ist die Box sauber, fege ich mit dem Besen ihre „Terrasse“ sauber, ihr Vorplatz von der Box. Den Mist, den ich dort zusammen kehre, kommt mit auf die Schubkarre, die ich dann am Misthaufen ausschütte.
Danach stelle ich die Geräte an ihren Platz zurück, denn der Hof hat viele Pferde, die natürlich alle eine saubere Box wollen.
Ich gehe wieder zurück zu Speedy und lege ihr wieder ihre Decke auf, die sie im Moment braucht, damit ihr Körper warm bleibt und bei den niedrigen Temperaturen nicht auskühlt.
Sie wird dann immer nervös, weil sie weiß, dass sie gleich fressen darf, was übrigens ihr größtes Hobby ist; also ziehe ich ihr das Halfter aus und schon verschwindet sie in ihrer Box, um sich an dem Heunetz zu bedienen.
An manchen Tagen, an denen ich eher am Stall bin, gehe ich auch gerne mit ihr in den umliegenden Parks spazieren; ich führe sie und sie freut sich sehr über ihre Bewegung; natürlich darf sie auch zwischendurch bei einer kleinen Pause grasen.
Wir streifen durch die Gegend und genießen unsere gemeinsame Zeit, ich fühle mich wohl an ihrer Seite und auch sie fühlt sich wohl an meiner Seite, wir vertrauen uns gegenseitig. Ich genieße die Zeit mit ihr sehr und würde sie als mein Pflegepferd nicht mehr so schnell abgeben wollen, denn sie ist eine gute Therapie für mich.

D.B.

Bildquellen: Autorin

Genesung

 

 

                    Genesung

    

                  Seelenqual zieht dir Köperschwäche an.

 

  Beim Körperschmerz beginnst erneut du  Wiederaufstieg.

 

  Stummheit sei ein Beweggrund für das Lied,

 

                                                                 das dir in deine Seele hinein fliest.

 

 

Das Lied sei Flügel für die klare Handlung.

 

Im Atem, der so unablässig scheint,

                                                               

                                                    verbirgt  sich Exspiration – der Tod.

 

Du  grüßt  ihn, wünschst es zu verlängern,

 

                                                        um den nächsten Atemzug nicht zu verpassen und –

 

                                                                            

                                                                               neuen Flügelschwung hier einzuflechten.

 

 

 Das Leben trägt dich weiter –

 

                                                  bis deine  Pflicht  erfüllt  ist.

 

                             

                            Erst  wenn  du  diesen  Liedern   lauschst,

                 

                    kraftvoll belebt sich dein Geist, beflügelnd  und dann…..

                          

                                                ………. verstehest du plötzlich, unversehens –

 

 

 

du handelst mit der Liebesfreude

 

                                            und endlich bist du eigen Selbst geworden.

 

                                                                                                                               S.D.W.

Star Wars 7- Oder wie Disney ein Franchise verhunzt hat

Star Wars 7 – Oder wie Disney ein Franchise verhunzt hat

Bestimmt kennt fast jeder die „Star Wars“-Filme. Sie sind schon fast ein Kult, gehörten sie doch zu den ersten Sciencefiction-Filmen, die es tatsächlich zu einer weltweiten Bekanntschaft gebracht haben. Der junge Feuchtfarmer Luke Skywalker wohnt bei seinem Onkel und seiner Tante auf einem abgelegenen Wüstenplaneten, bis er schließlich irgendwie in den Besitz zweier Droiden (Roboter) kommt. Einer von ihnen hat eine Botschaft für einen Einsiedler, der weitaus mehr ist, als er zu sein scheint.
Im Grunde spielt die ganze Filmtrilogie eine Geschichte, wie sie auch in einem x-beliebigen Fantasybuch vorkommen könnte. Ein Junge wird vom Bauernsohn zum Kämpfer, und ist der Auserwählte, der das Imperium letztlich besiegen soll. Trotz dieser sehr einfach gestrickten Handlung, macht es Spaß die Filme zu sehen, und die Abenteuer der Charaktere weiterzuverfolgen.
Zwanzig Jahre nach der der alten Trilogie, schafft es eine weitere Trilogie in die Kinos zu kommen, welche eine ganze Weile vor den Ereignissen der ersten Trilogie handelt. Und endlich hat sich auch das Setting geändert. War die ursprüngliche Trilogie noch ein Weltraummärchen, so ist die nachfolgende Trilogie wesentlich komplexer, tiefgründiger, und gesellschaftskritischer.
Die galaktische Republik ist von Korruption gezeichnet, die Jedi-Ritter sind kaum mehr als die Laufburschen der Republik, auf vielen Planeten ist Sklaverei üblich, wieder andere sind von Bürgerkriegen zerrissen. Dinge, an denen die Republik kaum Interesse zeigt, weil es sich für sie nicht wirtschaftlich rentiert. Im Gegenteil sogar, skrupellose Kapitalisten der Handelsföderation verdienen daran, Kampfdroiden zu bauen, um die Kriege weiter anzuheizen. Dennoch gibt es immer wieder Menschen (und Nicht-Menschen), die sich dafür einsetzen, die Republik wieder zu dem zu machen, was sie einst war, die überall für Frieden und Gerechtigkeit kämpfen.
Man erlebt die Abenteuer von Anakin Skywalker, der langsam seinen Weg auf die dunkle Seite antritt, und schließlich zu Darth Vader wird. Der eigentliche Drahtzieher hinter den Kriegen ist der oberste Kanzler, der letzte Sith-Lord, der erneut Dunkelheit über die Galaxis bringen will. Die neue Trilogie thematisiert den entfesselten Kapitalismus, religiösen Extremismus, das Entsetzen eines Krieges und den Schrecken einer Diktatur.
Und so war die Freude unter vielen Fans groß, als Disney verkündete, die Star-Wars-Saga fortzusetzen. Doch dann erlebten sie eine große Enttäuschung. Disney hatte sich wieder an der alten Trilogie orientiert, und aus dem Film wieder ein Weltraummärchen gemacht, mehr noch, vieles aus dem ersten Film offen kopiert. Es ist wieder eine Riesenwaffe die zerstört werden muss, wie der Todesstern, nur noch größer; die Protagonistin ist wieder eine junge Jedi, die ihre Kräfte entdecken muss; usw. usf..
Das besondere der neuen Trilogie, was so auch in den Büchern und Comics weitergeführt wurde, der ganze Canon, der auch die Zeit der alten Jedi und Sith (1000 bis 5000 Jahre vor den Filmen) mit einschließt, all das wurde von Disney einfach für ungültig erklärt, nur damit sie eine Neuauflage von dem bringen können, was schon lange out, und nicht mehr als ein belangloses Weltraummärchen ist.
Nun kann ich endlich diejenigen verstehen, die sich bei der Verfilmung von Büchern beschweren, dass das nicht mehr das ist, was sie vorher so mochten.

ENDE

Daniel Ziemski

Das Schicksal als positiver Lebensbegleiter

Das Schicksal als positiver Lebensbegleiter

Ich habe vor drei Jahren eine gute Freundin verloren; wir haben uns ziemlich gestritten, unsere Freundschaft war etwas sehr besonderes.
Wir haben sehr viel zusammen gemacht, doch 2011 zog sie nach Berlin. Wir verloren uns zwar nicht aus den Augen, aber die Entfernung tat weh, aber was sollten wir tun?

Als sie noch in Oberhausen wohnte, waren wir unzertrennlich, wir machten wirklich alles zusammen.
Jedes Wochenende schlief ich bei ihr, wir machten DVD Abende, kochten immer was zusammen, manchmal gingen wir feiern oder ins Kino, oder wir fuhren zusammen nach Venlo.
Es wurde nie langweilig, immer hatten wir was zu lachen oder zu sprechen, die Themen gingen uns nie aus.
Ich könnte euch so viele lustige Anekdoten erzählen, aber das wäre zu viel, um es niederzuschreiben.

Wie gesagt, durch einen Streit haben wir den Kontakt abbrechen lassen. Ich habe sehr gelitten, aber ich wollte es mir eigentlich nicht eingestehen und habe immer wieder versucht, diese Freundschaft zu vergessen.
Dazu muss ich sagen, dass ich noch nie im Leben davor eine so tolle, enge Freundschaft hatte, ja, man könnte es fast freundschaftliche Liebe nennen, die wir zueinander hatten.

Dann gab es diese sogenannten Momente, bei denen man an die Vergangenheit erinnert wird.
Sei es ein Lied, oder auch eine Person, die dich an jemanden erinnert, in diesen Momenten wird man gezwungen sich zu erinnern.
Zu oft zerrt der Schmerz an der Seele, es zerreißt einen innerlich total.
Immer wieder wurde mir bewusst, dass mir das ganze doch nicht so egal sein kann, wie ich dachte.

Im November 2015, drei Jahre nachdem wir den Kontakt abgebrochen hatten, meldete sie sich und wir verabredeten uns auf einen Kaffee.
Ich weiß es noch wie heute, wie ich damals fühlte, als ich ihren Namen auf dem Display meines Handys sah.
Ich war so durcheinander, dass ich anfangs erst einmal abweisend schrieb, ich hatte Angst, verletzt zu werden, obwohl sie die Person war, die mich nie verletzt hatte, sondern eigentlich immer für mich da war.
Ich war ziemlich durcheinander, als der Tag kam und wir uns wieder sehen sollten, aber natürlich versuchte ich, mir dieses nicht in ihrem Beisein anmerken zu lassen.
Als sie ankam wurde mir schlecht und ich wusste im ersten Moment überhaupt nicht, wie ich mit ihr umgehen sollte.
Die Übelkeit stieg in mir hoch, wie Lava in einem Vulkan. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich übergeben müsse und schluckte den in mir aufkeimenden Würgreiz immer wieder herunter.
Als es schellte torkelte ich mehr oder weniger zur Türe und betätigte mit zitternden Händen den Türöffner; als sie hoch kam und ich sie auf der Treppe sah, hatte ich Herzrasen.
Wir begrüßten uns sehr förmlich, nicht wie damals mit einer heftigen Umarmung, sondern einfach nur mit einem festen Händedruck.
Ich bat sie in meine Küche und schüttete uns Kaffee ein, den ich vorher schon aufgesetzt hatte.
Kennt ihr diese peinlichen Momente zwischen zwei Menschen? Keiner sagt etwas, man sitzt sich gegenüber und jeder starrt den anderen an?!
Diesen Moment hatten wir und ich wurde unruhiger, denn ich war so durcheinander, dass ich nicht mehr in der Lage war etwas von mir zu geben.
Sie fragte dann irgendwann was damals los gewesen war, warum ich so war (ja, ich war größtenteils Schuld daran, dass die Freundschaft zerbrach, aber ich steckte schon in meiner depressiven Phase und mir war alles egal).
Ich erzählte ihr ein wenig und sie unterbrach mich nicht. Im Gegenteil, sie hörte mir sehr aufmerksam zu, so kannte ich sie eigentlich gar nicht.
Nach einer Stunde fuhr sie wieder und ich dachte mir: So, das war es jetzt. Aber ich hatte mich getäuscht; wir schrieben uns öfters über Facebook und irgendwann tauschten wir auch unsere Handynummern aus.

Ich hatte im März Geburtstag und plante eine Feier und da dachte ich, warum sollte ich sie nicht dazu einladen.
Gesagt getan. Und ihr werdet es nicht glauben- sie kam aus Berlin!!
Wir verbrachten ein wunderschönes Wochenende, unterhielten uns viel, lachten über alles Mögliche und ich hatte das Gefühl, dass diese drei Jahre, in denen wir keinen Kontakt hatten, gar nicht existierten.
Sie schlief zwei Nächte bei mir und als wir uns dann verabschiedeten, wollte jede so schnell wie möglich weg, denn irgendwie tat es weh, sich wieder zu verabschieden.
Als sie weg war, konnte ich das erste Mal diese Situation wirklich begreifen und ich fing an zu weinen, aber nicht aus Trauer, sondern aus ganz anderen Gründen.
Ich weinte vor Freude, vor Überforderung und vor allem, weil ich es nicht begreifen konnte, dass wir es doch noch einmal geschafft hatten, uns an einen Tisch zu setzen.
Ich ließ meinen Tränen aber freien Lauf, warum sollte ich sie unterdrücken?! Es ist wichtig, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, das habe ich in all den Jahren meiner Therapie gelernt.
Ich fuhr zu meinem Pflegepferd und kuschelte mich eng an seinen warmen Körper, die Nähe des Tieres tat mir in diesem Moment wirklich gut, sie gab mir Geborgenheit und das Gefühl nicht alleine zu sein.
Ich hätte es niemals für möglich gehalten, meine beste Freundin von damals noch einmal wieder zu sehen, aber ich denke wenn das Schicksal es so will, dann sollte man sich nicht dagegen wehren, sondern einfach darüber glücklich sein.

D.B.

(Un)reine Seele

(Un)reine Seele

Rein und Unrein; Mensch, Dämon oder Engel… spielt keine Rolle. Die Handlungen die man erbringt, zeigen wer man ist. In diese Welt wird man hinein geboren, Geschöpfe sind nicht bloß Gerüchte. Menschen, die zwischen Dämonen und Engel stehen. Ein Krieg zwischen Engel und Dämonen.
Ich bin einer dieser Menschen und dies ist meine Geschichte.
Das Foto, welches ich in der Hand hielt, stellte ich zurück auf die Kommode. Zehn Jahre vergingen seit dem Schnappschuss und ich reifte in der Zeit zu einer erwachsenen Sechsundzwanzigjährigen heran. Ein langer Seufzer entfuhr mir. Wenn ich zurück dachte und meine Augen schloss, sah ich meine Eltern wie sie versuchten den langwierigen Streit zwischen Engel und Dämonen zu schlichten. An diesem Tag wurde ich Weise, wurde von einem Jungen gefunden. Er besaß schwarzes kurzes struppiges Haar, mit diesem verbarg er seine Ohren; seine Augen waren ebenso schwarz und zeitgleich unergründlich. Anfangs meinte ich, seine Augen färbten sich für einen Moment rot. Ich glaubte, dass ich mich versah und beließ es dabei. Damals war er es, der mir ein Versteck zeigte, in dem ich mich aufhalten konnte. Seinen Namen erfuhr ich nie und viel redete er auch nicht.
Seitdem hatte ich mir eine kleine Wohnung in diesem aufgebaut, hatte Schwertkunst erlernt und traute nur selten jemanden. Ein zweites Mal tauchte der Junge nicht auf und so blieb ich allein. Aus meinen Gedanken und Herzen verschwand er jedoch nie. Zeitgleich musste ich einen Weg finden, dem Krieg ein Ende zu setzen. Muss ein Kampf wirklich sein? Die Gedanken mit meinem Kopf freischüttelnd, zog ich mir meine Rüstung an, steckte das Schwert an seinen gemäßen Platz und verließ die Wohnung. Aus dem Haus tretend,  ging ich ein paar Meter voraus in Richtung Hauptstraße. ‚Wush‘ Der Wind blies mir durchs schwarze lange dichte Haar.
Im nächsten Moment wurde dieses ein paar Zentimeter gekürzt. Mist, darauf war ich nicht vorbereitet.
Schnell ließ ich meine Waffe aus der Schwertscheide fahren und blockte die scharfen  Krallen des Dämons.
Es war nicht so, dass alle Dämonen gleich aussahen, dies galt auch bei Engel. Lediglich die spitzartigen Ohren besaßen Dämonen. Bei Engel waren es die weißen Flügel. „Sowas, dabei wollte ich dich schnellstens töten.
Du hättest nicht einmal etwas gemerkt“. Ein Dämon der sich offensichtlich darüber amüsierte. „Tz, stell mich nicht mit dir auf einer Stufe. Ich kann auch kämpfen“. Hämisch lachte er, ehe er erneut angriff und ich ihn mit meiner Klinge stoppte. Dämonen waren stark, keine Frage und auch ich hatte manches Mal Schwierigkeiten diese zu besiegen. Allerdings ließ ich nicht zu, dass ich wegen diesen sterben sollte. Abgeblockt musterte er mich, ließ eine Hand in seinen Nacken fahren und grinste breit. Seine spitzen langen Zähne und seine rote Haut ließen ein unheimliches Bild entstehen. Er konzentrierte sich auf seine Kräfte. Blasen bildeten sich auf seinem Torso und platzten auf, aus ihnen spritzte eine gelbe Flüssigkeit. Sie traf den Boden und verätzte ihn an jener Stelle. Mit jeder Blase mehr, wurde er stärker. Die Augen schließend und zu einer möglichen Lösung kommend, traf mich ein wenig von der Säure und setzte meine Rüstung an den Schultern frei. Meine Zeit wurde knapp, wie ich bemerkte. Zu ihm rennend, musste ich Spritzern ausweichen, dann schaffte ich es jedoch und durchtrennte mit einem Hieb den Kopf des Dämons. Das Blut, welches aus ihm spritzte, befleckte meine Rüstung. Die Gewohnheit lässt die Person eisern werden, wenn sie jeden Tag kämpfen muss. Das Schwert ließ ich mit einem üblichen Handgriff zurückfahren und somit setzte ich meinen Weg fort. Dämonen hasste ich nicht unbedingt, Engel hasste ich genauso wenig. Was ich nicht ausstehen konnte, war der Krieg. Er sollte vergehen, egal welchen Preis ich dafür zahlen musste. Mit jedem Augenblick den ich nach links und rechts sah, bildete sich eine unglaubliche Wut in mir. Unzählige Opfer, Dämonen, Engel und die meisten waren Menschen. Besaß man kein Rückgrat um über eine Lösung zu verhandeln? Würden sie miteinander verhandeln, wenn man ihnen die Augen öffnete und ihnen das Ausmaß zeigte? Anscheinend liefen sie blindlings in die Kämpfe hinein, achteten nicht auf ihre Umgebung. Die Farben des Himmels äußerten sich in einen rot-gelben Ton, welches die Intensität unterstrich. Den gepflasterten Weg von leblosen hinter mir lassend, betrat ich die Himmelsseite der Engel. Deren Territorium.  Flügel wehten sacht über mir und landeten in einer ebenso geschmeidigen Bewegung vor meinen Füßen. Einen Moment später, spürte ich die Präsenz einer Person. „Was sucht ein Mensch hier bei uns?“ Ihre Gestik wie auch Mimik war sanft, wie man es von einem Engel gewohnt war.
Strahlend blaue Augen, blondes Haar und ein sanftes liebevolles Lächeln. Die Arme vor die Brust kreuzend, verdunkelte sich mein Blick. „Wisst ihr was ihr hier macht? Habt ihr schon einmal gesehen, was ihr anrichtet mit eurem blöden Krieg? Warum kann das nicht alles ein Ende haben? Ihr seid doch die ‚guten‘, solltet ihr nicht auch dann wie solche handeln?“ Auf ihrem Gesicht machte sich Erstaunen breit.
„Du bist ein Mensch und weißt nichts, wie solltest du auch? Ein Krieg muss geführt werden. Reden richtet nichts aus und erst recht können wir keinen Frieden schließen“. Von ihr abwendend, schloss ich die Augen, sprach dann weiter. „Verstehe, dann seid ihr daran schuld, wenn es uns Menschen nicht mehr gibt. Macht doch immer weiter, bis nichts mehr übrig bleibt. Ich denke, selbst dann werdet ihr noch immer kämpfen“. Seufzend fuhr ich fort, während ich die Augen öffnete und die Augenbrauen zusammenzog. „Ich sage nicht, dass ihr Frieden finden sollt, aber der Einklang muss bestehen bleiben. Es wird immer gut und böse geben, daran wird sich nichts ändern“. Mit diesen Worten ging ich Schritt für Schritt weiter. Allzu weit kam ich jedoch nicht, da sie mich aufhielt. „Warte. Du hast recht, aber…sag ihnen, wir sind bereit zu verhandeln und wenn sie sich darauf einlassen, findet der Krieg ein Ende und du wirst in unsere Mitte aufgenommen, als eine von uns“.
Ein Schmunzeln entfuhr mir, welches sie nicht sah, da ich mit dem Rücken zu ihr stand. Als Geste hielt ich meine Hand nach oben und setzte meinen Weg fort. So war das also, es musste anscheinend wirklich nur einer anwesend sein, der schlichten konnte. Ein unbehagliches Gefühl erfüllte mein Inneres als ich mich ins Territorium der Dämonen aufmachte. Gewalt würde sicher hier herrschen und wenn ich nicht aufpasste, war ich schneller tot als mir lieb war. Wenn es nach mir ginge, würde ich nur in Frieden leben. Die Person suchen, die mir damals geholfen hatte eine neue Existenz zu finden und wenn alles seinen Lauf nahm,…wer wusste schon, was die Zukunft brachte. Ich wollte mich überraschen lassen, wenn dies alles sein Ende gefunden hatte. Noch war die Zeit nicht gekommen um mir Gedanken zu machen und so beließ ich es auch erst einmal dabei.
Die Luft wurde stickiger; weitere zahlreiche Opfer. Vereinzelnd durchbohrt auf meterlangen riesigen Spießen die aus dem Boden ragten; anderen wurden die Gliedmaßen entrissen; ein paar wurden brutal misshandelt, ihnen fehlten Augen und Zungen und auch diese lebten nicht mehr. Grausames Werk, dabei standen nicht nur Engel im Vordergrund, sondern auch Menschen.  Den Blick von ihnen abwendend, bemerkte ich eine Person, die sich hinter mir aufhielt und anschlich. Meine Hand fuhr zeitgleich zu dem Griff meines Schwerts.
„Ich bin nicht hier um gegen euch zu kämpfen“. Er kam näher. „Wie soll ich wissen ob du nicht lügst?“„Wenn ich lügen würde, wärst du schon längst einen Kopf kürzer. Hör mir zu, ich will den Krieg beenden. Bring mich zu eurem Anführer“. Nun zeigte derjenige sich mir, der zuvor hinter mir stand. Er besaß schwarze Flügel und verschränkte die Arme vor der Brust, quasi war er wie ein Schrank. Groß und breit gebaut, vollbepackt mit Muskeln. Meine Augen weiteten sich mit jedem Moment. „Also bist du wohl doch kein Dämon, hm?“ „Ich bin ein gefallener Engel, aber ich wüsste nicht, was dich das angeht. Wenn es mir Kain befiehlt, dann werde ich den Auftrag mit Vergnügen ausführen. Selbst wenn es sein muss, einen Engel oder Menschen zu töten“. Die Hand auf die Hüfte stützend, hob sich mein rechter Mundwinkel. „Große Klappe für einen gefallenen deiner Art“. Plötzlich flog eine Klinge auf mich zu und verletzte meinen Oberarm, sogar die Rüstung zerbarst mit einem lauten Knacken. An Verteidigung besaß ich nichts mehr, allein meine Alltagskleidung trug ich noch. Ich sah an mir herunter, hielt schützend die Arme vor dem Oberkörper.
Viel Sicherheit boten mir meine Arme nicht, aber es war immer noch besser, als gar nichts. „Was machst du?“ schrie ich ihn sogleich an und zog mein Schwert, richtete es mit einer Hand auf ihn und verengte die Augen. Mir gefiel die Situation überhaupt nicht. „Der König existiert nicht mehr, allerdings ist der Prinz Thronfolger. Lege deine Waffen ab und du wirst zu ihm gelangen“. ‚Klang‘ Das Schwert fiel zu Boden. „Wenn der Krieg damit verhindert wird“. Mein Herz fing schneller an zu schlagen. Noch immer musterte ich ihn, ehe ich bemerkte, wie sich die Tür hinter ihm öffnete. Warum lässt er mich plötzlich durch? Ich machte keinerlei Anstalten ratlos auszusehen. „Lauf weiter. Man wird sehen, ob du es schaffst“. Er wich zur Seite aus und ließ mich ohne ein weiteres Wort hindurch. Das Klopfen des Herzen intensivierte sich mit jedem Schritt. Viele Gefühle prasselten auf mich ein, Neugier und Angst waren einer der stärkeren davon. Mein Weg führte zu einem Saal, hell und prachtvoll, bis sich die Tore hinter mir schlossen und diesen in Finsternis tauchte. Die Zähne aufeinander pressend, versuchte ich meine Angst loszuwerden. „Ich muss mich zusammenreißen“ flüsterte ich mir zu, bis sich der Saal erhellte. Die Kerzen die an den Wänden verankert waren, leuchteten und spendeten mir etwas Trost in dieser unheimlichen Umgebung. Weiter voran kommend, erspähte ich einen Raum. Das Glücksgefühl vorangekommen zu sein, wurde so schnell wie es erschien ruiniert. Es gab drei Türen mit jeweils einer Gravur. Über den Türen sah man annähernd, was sich im Inneren befand. Auf der linken stand: ‚Brenne, im Auge von Kain‘.
Hinter dieser hatte man es nicht nur mit hohen Temperaturen zutun, sondern wortwörtlich mit Feuer. Auf der Tür in der Mitte wurde eingemeißelt: ‚Siehst du herunter, fällst du“. Hinter dieser sollte man nicht nach unten sehen. Ich ahnte, dass man mit einem Fehlschlag aufgespießt werden würde.
Auf der rechten Seite las ich: Mein Weg, blutrot bis auf den letzten Tropfen. Wie viel Blut kannst du vergießen?  Hat es etwas mit diesen Quälereien auf sich? Es könnte sein, dass die Augen und die Zungen, sowie Arme und Beine wegen dieser Prüfung ausgerissen wurden. Wenn es der Fall sein würde, müsste ich stark überlegen. Unentschlossen musterte ich die drei Türen vor mir. Vielleicht, gibt es… Mit einem Schwung drehte ich mich zurück zum Saal. Erneut starb meine Hoffnung darin, eine Tür zu finden, in der man es leichter haben würde. Einen Raum betreten, ohne jegliche Waffe. So langsam tauchten Zweifel auf.
Nein, ich darf nicht…zum Wohle der Menschheit. Mit schwerem Schlucken, betrat ich den Raum, welcher zu meinem Schicksal führen sollte. Man sollte wohl erwähnen, dass ich in dieser Angelegenheit wohl doch ein kleiner Angsthase war und den Weg nahm, der mir am sinnvollsten erschien. Nachdem ich durch die doppelseitige Tür ging, war der Weg weiterhin dunkel gehalten. Treppen stellten keinerlei Probleme dar.
Nach weniger Zeit erklomm ich die letzte Treppenstufe von geschätzten vierzig. Eine weitere Tür, die ich sogleich öffnete. Mein Herz blieb beinahe stehen, als mir das Ausmaß bewusst wurde. Nun stand ich draußen, musste auf einen rollenden langen Baumstamm balancieren. Unter mir war wahrscheinlich das, was ich ahnte. Ich durfte nicht nach unten sehen, selbst nicht für einen Moment. Die Hände zu Fäusten ballend, streckte ich meine Arme aus und betrat den Baumstamm. Schwierigkeiten hatte ich schon im ersten Moment, dennoch schaffte ich es bis zu dreiviertel. Nur noch ein Stückchen trennte mich von dem beenden der ersten Herausforderung. Einen Fuß nach den anderen setzend, rutschte ich auf ihm aus. Panisch versuchte ich etwas zu ertasten, an dem ich sicheren Halt hatte. Im letzten Moment schaffte ich es. Glücklicherweise brachte es mich zu meiner nächsten Aufgabe. Nicht nach unten sehen. Mit einem gequälten Gesichtsausdruck und mit aller Kraft drückte ich meinen Körper nach oben und schaffte es, mich hochzuziehen. Erleichtert atmete ich aus. „Kommt noch etwas Besseres? Ich kann es kaum erwarten“. Wut stieg in mir auf und die Ironie strotzte nur so aus mir heraus. Erneut erschien das Bild des Jungens vor meinen Augen. Als er mir mein damaliges Versteck zeigte, war er ebenso abenteuerlich. Ihm machte es nichts aus, auf gefährlichen Anlagen herumzulaufen oder dem Tod ins Auge zu blicken. Noch heute frage ich mich, was es damit auf sich hatte. An ihn zu denken, stellte mich ruhig. Langsam setzte ich meinen Weg fort. Den nächsten Punkt schaffte ich mit ein paar kleinen Macken.
Man sollte einen Baumstamm hochklettern, aus dem Splitter ragten. Ein paar kleine Schrammen und ein
bisschen Blut hielten mich nicht ab weiterzugehen. Nur noch ein Abschnitt, bis ich eine weitere Tür sah. Führt die Tür etwa…zum Ende?  Darüber nachzudenken brachte mich zu keinem Ergebnis. Ich musste alles auf eine Karte setzen. Ein Abhang, bestimmt fünfzehn Meter, trennten mich vom möglichen Ausgang.
In die Hocke gehend und in Position bringend, ließ ich ein wenig Abstand, bis ich aufstand und losrannte.
Meine Arme und Beine setzte ich sinnvoll ein, um mehr Schwung zu bekommen. Nutzlos, ich fiel und verlor meinen Blick. Hoffend, dass ich nicht allzu sehr Schmerz erlitt, kniff ich meine Augen zu und umklammerte meine Beine, um mich klein zu machen. „Kyah“, einen Aufschrei unterdrückte ich nicht länger. „Junge mit dem schwarzen Haar, bitte rette mich noch einmal“. Ich wusste nicht, was über mich gekommen war. Wieso sollte er gerade jetzt auftauchen? Schwarz vor Augen werdend, bemerkte ich nur noch einen leichten Druck, keinen Schmerz. Was geschieht? Meine letzten Gedanken, bis ich bewusstlos wurde. Nach einer langen Zeit erwachte ich und spürte hartes, kühles…wie Eisen. Langsam öffneten sich meine Augenlider, was ich erblickte ließ mir das Blut zu Eis gefrieren. Energisch griff ich um das Eisen, welches mich einsperrte. Ein Käfig, im schemenhaften Licht. Unterhalb von mir erblickte ich jedoch Schwärze, oberhalb veränderte sich ebenso nichts. „Mädchen, du hast Glück. Ich rette nicht jeden Menschen“, erreichte eine kalte Stimme meine Ohren, woraufhin sich eine Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitete und mich ein innerliches Zucken durchfuhr.
„Also habe ich es zu dir geschafft? Du bist doch der Thronfolger“, schlussfolgerte ich. Stille, kein einziger Laut. „Hmpf, ich wäre so oder so nicht bei dir, wenn ich den Krieg nicht verhindern wollen würde“. Plötzlich erschienen glühend rote Augen vor den meinen. Erschrocken rutschte ich zurück und sah ihn entsetzt an. In diesem Moment fiel mir wieder ein, dass ich dem Tod entkommen war. Welche Absicht hat er nur?
„Du hast mich gerettet, wieso? Was bringe ich dir?“ Noch immer sah ich ihn nicht, blickte nur ins Leere.
„Du schienst mir interessant“. Zwar konnte ich den Käfig erblicken, aber nicht das, was außen herum geschah. Neugierde packte mich, aber dennoch blieb ich zurückhaltend.
„Bist du damit einverstanden den Krieg zu beenden?“ Der Käfig wurde im nächsten Augenblick geöffnet und ich wurde vollends aus dem Käfig gehoben.
„H-hey, was zum? Lass mich runter… nein,…warte“. Die Augen zukneifend, umklammerte ich ihn.
Wo ist der Boden? Wird er mich fallen lassen? Habe ich etwas Falsches gesagt?
„Was hält mich davon ab, dich nicht zu verletzen?“ Er hatte Recht, ich besaß nichts. „Ich kann dir nichts bieten. Überleben werde ich aber dennoch, …. irgendwie. Der Krieg soll ein Ende haben. Du kannst mir Schmerzen zufügen, soviel du willst. Wenn der Krieg vorbei ist, dann habe ich Pläne“, plapperte ich los, ohne nachzudenken. Ich spürte, wie er sich mit mir unter seinem Arm bewegte. Seine Silhouette konnte man ein wenig erkennen. Mein Herz klopfte plötzlich bei seinem Anblick, wütend darüber hielt ich mir meine Hände vor die Brust, ballte diese zu Fäusten und starrte ihn an. „Sag mir was für Pläne du hast“ Die Luft wurde stickiger und heißer. „Wo bringst du mich hin?“ Er lachte auf. „Das wirst du sehen, vielleicht werde ich dich fressen. Jetzt antworte“. Für einen Moment stockte mir der Atem, dann steigerte er sich. „Nu…nun, ich werde nach Jemanden suchen, der mir am Herzen liegt und dann…“. Mein Reden wurde durch ihn unterbrochen, da er mich losließ. Gerade als ich anfangen wollte zu schreien, landete ich auch schon auf etwas weichem schleimigen. Ich tastete mich durch,…Arme…Beine… Weitere Gliedmaßen? „Iss, du bleibst fürs erste bei mir. Ich werde sehen, wie ernst du es meinst“. Das kann doch nicht… „Erzähl weiter, wenn du nicht isst, dann wird der Ausgang dir versperrt bleiben. Ebenso werde ich nicht in Betracht ziehen, den Krieg zu stoppen“.
Grausam. Ich soll Menschenfleisch essen? „Bei jeder Frage musst du etwas essen. Bist du bereit?“ Seine Hand an meiner Wange spürend, verengte ich die Augen. „Na schön“. Ich merkte seinen stechenden Blick.
„Wer ist dieser Jemand?“ Die Augen schließend, antwortete ich ruhig. „Sein Name ist mir unbekannt, aber ich weiß noch wie er aussieht. Diese Person ist meine erste große Liebe“. Plötzlich öffnete sich der Ausgang, grelles Licht schien durch den Raum. Meine Aufmerksamkeit lag auf der geöffneten Tür und doch musste ich einen Blick unter mir werfen. Überrascht fand ich anstatt Menschenfleisch, Tierfleisch vor. Aber…
Drei Engel durchschritten die Tür und richteten ihren Blick auf mich. „Es sieht nicht so aus, als würdest du es schaffen den Krieg zu beenden“, lieblich klangen sie wie zuvor, jedoch lag etwas Arrogantes in ihren Stimmen. Nun trat auch Kain hinter mir, verdeckte meine Augen und richtete sich zu den Anwesenden. „Das wird nicht nötig sein. Ich beende den Krieg, wenn sie bei mir bleibt und ihr sie zu meinesgleichen wandelt“.
Huh? Perplex drückte ich seine Hände ein Stück weit herunter, aber er ließ nicht locker. Die drei Engel schienen zu überlegen, denn eine Zeit lang erwähnte niemand ein Wort. „Sie sollte es für sich allein entscheiden, ob sie es möchte oder nicht. Engel oder Dämon?“. Ihre Stimme erkannte ich, da ich zuvor mit ihr sprach. „Der Vertrag ist gebunden, sobald ihr eure Lippen aufeinander legt“. Einen aufkommenden Wind spürte ich um meinen Körper. „Denk nach.“ Seine Worte zeugten von insgeheimer Nervosität. Für Außenstehende wirkte er dennoch wie Eis. Kühl und unnahbar. Herzrasen, erneut machte sich dieses unsagbare Gefühl von Wärme in mir breit. Seltsam, dieses Gefühl bekam ich nur bei ihm, ihn nicht sehend und dennoch zu erkennen, wer es möglicherweise ist? Sollte ich den Schritt wagen und mich einverstanden geben? Langsam nickte ich, legte meinen Kopf zurück und wartete. „Du hast dich entschieden. Wir werden den Krieg beenden“, erwähnten die Engel, welches ich nur halb mitbekam, da Kain seine Lippen auf meinen legte. Er befreite die Hand von meinen Augen. Ich war überrascht, anscheinend besaß Kain nicht nur die brutale Seite, sondern auch eine… die er wahrscheinlich nur mir zeigte. Die Arme um ihn legend, sah ich ihm in die Augen. „Endlich, habe ich dich widergefunden, Kain“. Die Engel machten es möglich, dass ich ein Mensch blieb. Allerdings würde ich bei Kain bleiben, bis er nicht mehr existieren würde. Gemeinsam hatten wir eine Zukunft, in der wir einander einstehen und lieben konnten. Der Fakt, dass er der Thronfolger war und ich nur ein Mensch, kümmerte uns nicht. Unstimmigkeiten würden hier und da noch vorkommen. Jeder besaß seine Schattenseiten, solange man sie akzeptierte und den richtigen Blick für Ordnung behielt, würde so schnell nichts geschehen. Er war meine Schwachstelle und ich war seine. Zwei unterschiedliche Seelen, die sich zusammengefunden hatten. Mit jeder Sekunde spürte man, wie eine unreine Seele und eine reine Seele zusammenschmolzen.
Zwei Seelen, zu einer Einheit.

Sayuri Roxan

 

Schon gewusst…?

Wissenswerte J

Haben Sie gewusst,

dass Marie Curies Notizbücher noch immer hochradioaktiv sind?

Die Forscherin starb zwar vor 80 Jahren, dennoch hatte ihr Umgang mit radioaktive Elemente
Auswirkungen auf ihren Nachlass. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre entdeckte sie die
Elemente Radium und Polonium. Durch den Umgang mit den stark strahlenden Elementen litt sie
Jahrelang an der Strahlenkrankheit, an der sie 1934 starb. Das Radium wurde lange Zeit für
im Dunkeln leuchtende Zifferblätter verwendet und galten als harmlos.  Erst durch die ungewöhnlich
hohe Todesrate der Fabrikarbeiterinnen wurde es eingestellt.

dass ein Kolibri nicht laufen kann?

Ihre Flügel sind  unglaublich beweglich und sie  können sogar rückwärts fliegen.
Ihre Beine sind aber so verkümmert, dass sie mit Mühe und Not ein paar Hopser
hinbekommen.
Im Übrigen läuft  das Leben des Kolibri unglaublich schnell: sein Herz schlägt 1000 Mal
in der Minute, in derselben Zeit atmet er 250 Mal. Er bewegt sich in der Sekunde 400 Mal
soweit wie er groß ist ( ein Mensch müsste 2500 km/h schnell laufen)

dass 1897 der erste Autofahrer wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet wurde?

Der Londoner Taxifahrer George Smith rammte eine Mauer und wurde deswegen von der
Polizei angehalten. Die Beamten sahen ihn an, dass er betrunken war und Smith gab es auch zu.
Nachweisen konnten sie ihm das aber nicht,  denn Blut und Urintests waren zu teuer.
Smith musste 25 Shilling für sein Vergehen zahlen.
30 Jahre später entwickelte der Toxikologe Rollo Harger ein Alko-Test, er ließ Probanten
in einen Ballon blasen und stülpte diesen über eine Flasche mit Pulver. Wenn das Pulver
die Farbe änderte war Alkohol in der Atemluft, je schneller sich die Farbe änderte desto
höher der Alkoholgehalt.
Moderne Alkomaten verwenden keine chemische Reaktion mehr, die Messung geschieht
mit zwei Elektroden.

dass der Eifelturm im Sommer 15 cm höher ist als im Winter?

Der Höhenunterschied kommt durch das Prinzip der Wärmeausdehnung zustande.
Gasförmige Stoffe dehnen sich recht stark aus,  Festkörper weitaus weniger.
Der Eifelturm besteht vollständig aus dem gleichen Material dadurch führt die
Ausdehnung zu keinen Problemen.
Gefährlich ist es bei Materialmix mit unterschiedlich stark dehnenden Stoffen oder Bauten,
wie etwa bei Zugschienen. Diese erhalten zur Sicherheit eine Dehnungsfuge, dadurch entsteht
wenn die Räder drüberfahren das typische monotone Zugrattern.

dass alle Schwäne in Großbritanniens der Queen gehören?

(Zumindest alle wild lebenden).Im Mittelalter war die Schwanenzucht Hoheitsrecht der
Fürsten, die Jagt und der Verzehr standen unter Strafe. Teilweise mussten die Untertanen
Steuern in Form von Futter für die Tiere abführen. Damit Queen Elisabeth genau weiß
wie viele Schwäne sie besitzt werden sie jedes Jahr offiziell gezählt und markiert.
( von dem Swan Marker)

dass das größte Lebewesen der Erde ein Pilz in Oregon ist?

Es ist der Hallimasch-Pilz, nicht das sie sich jetzt einen turmhohen Pilz vorstellen.
Was wir als Pilz bezeichnen ist nur der Fruchtkörper eines im Boden wachsenden
Geflechts, dem sogenannten Myzel. Vom Hallimasch-Pilz in Oregon in der USA
ist das Myzel 900 Hektar groß und wiegt über 600 Tonnen.
Der Hallimasch-Pilz ist roh giftig aber wird abgekocht gerne gegessen.

dass ein Glas Apfelsaft mehr Alkohol enthält als ein Schnapsglas Likör?
 
Je nach Sorte hat Apfelsaft(Naturtrüb, aus Konzentrat etc.) 0,1 bis 0,5Vol% Alkohol.
Bei einem Glas (250 ml) entspricht die Alkoholmenge 4cl Likör( wie ein Baileys).
Am Lebensmittelgesetz liegt es,  dass  Apfelsaft trotzdem als „alkoholfrei“
gilt. Denn alles unter 0,5Vol%,  auch Alkoholfreies Bier, entspricht dieser Deklaration.
In einer Verdünnung 1:3 mit Wasser entspricht Apfelsaft in etwa dem Elektrolyt-Gehalt
des Blutes und wird vom Körper schnell aufgenommen. Er ist der dadurch der ideale
Durstlöscher.

dass der Amerikaner Roy Sullivan 7 Mal vom Blitz getroffen wurde
und jedes Mal überlebt hat?

Eine unglaubliche Geschichte aber Wahr. Sullivan ist Forstarbeiter wodurch die Wahrscheinlichkeit
in einem Gewitter zu geraten höher ist. Aber 7 Mal vom Blitz getroffen zu werden liegt
Trotzdem bei 1:16 Quadrillionen.

Textquelle :http://hastdugewusstdass.com/?p=352

Mr.Bick

Der Untergang des Abendsterns

Hier fabuliert der Ableiter
Oder
Der Untergang des Abendsterns (Achtung Satire!)

Es ist wird kalt im grauen Europa. Die Farbfernseher liefern ein immerzu farbenloses Bild. Der Postbote hat es eilig und unsere großen Probleme sind eigentlich von gänzlich anderer Natur. Der Abendstern, welcher klar leuchtend unser trostloses Firmament erhellt, ist bedroht. Und wenn unsere nächtliche Kultur erst einmal bedroht ist, na dann Herrgott zefix ist das einfach so. Es ist ja nicht nur die Sprache die in kleinen Schritten ausgemerzt wird, nein; die allweltliche Dekadenz des kulturellen Hybrids zerstört unaufhaltsam unseren gesamten Kulturkreis, seine Vielfalt, seinen Glanz und natürlich seine Leberwurstbrote. Und maßgeblich mitverantwortlich dafür ist niemand anderes, als der alles überwachende Superstaat am Ende der Weltenscheibe.Ob Hamburger, Skateboards, gepantschte Inselplörre, schlechte Imitatprodukte von Wiener Würstchen oder der Autotune Effekt in billigen Musikproduktionen: Sich gegen die Flut jenseits des Atlantiks zu wehren ist einfach nicht mehr möglich. Und das schlimmste Importprodukt von allen ist Halloween, der Plagegeist des heiligen Martins, dessen Mantel-  und Degengeste die wohl tugendhafteste Tat war, von der ich damals im Kindergarten gehört habe. Doch was wir uns heutzutage stattdessen antun müssen, gleicht einer Invasion geschmolzenen Schaumes aus Marshmallows, der die aufrechten Herzen unserer Kinder bis in alle Ewigkeit vor den Abgrund des Höllenfeuers schleimen wird. Kurz gesagt: Alles Schlechte kommt von drüben, ohne Wenn und Aber….

Das Problem entsprang nicht erst in den plastikschwangeren 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Bereits im Jahre 1666 überlegte sich ein nativer Indianerstamm vom Planeten Pump-in (auf dem auch das Bodybulding, so wie der Kürbis(Pumpkin) seinen Ursprung hat), wie man mittels mittelgradiger Quantenfrenquenzen, den Willen der freien, atlantisch geprägten Bewohner Mitteleuropas beeinträchtigen kann. Die Wahl der Methode fiel auf die Installation von Quantensendern, eingebaut in ausgehöhlte Kürbiskörper, die mit Transportstrahlen sorgsam auf die Erdoberfläche abgesetzt wurden. Breitete sich die Seuche anfangs nur spärlich aus (die Kürbisse konnten sich selbst reproduzieren, sind quasi die Vorgänger der Gender-Gleichmacherei), errangen sie ihren ersten großen Sieg in den 90er Jahren. Sie sind verantwortlich für die Ausbreitung der verzehrten Genderideologie und der kulturvernichtenden politischen Korrektheit, die uns verbieten will, die wahren Probleme in Mitteleuropa auszusprechen. Es muss hier einfach mal gesagt werden, dass die Quantenwellen der Kürbisse hauptverantwortlich sind, für die schrittweise Zerstörung unserer Identität. Das alles ist jedoch nur ein kleiner Teil im Puzzle über die neue Feldordnung, einem Masterplan zur Ausradierung unserer Beständigkeit, manifestiert durch Werte der Vernunft, der Familie und des Leberwurstbrotes. Denn sollte es jenes eines Tages dank der Verbannung durch Gutmenschen und nur noch im Untergrund geben, so werden nur noch die Eingeweihten wissen, wo die Wurzel allen Übels entsprungen ist und wo sie ein leckeres Büttercken mit lecker Leberwurst ergattern können.

Liebe aufrichtige Bürger des Abendlandes. Hiermit rufe ich auf zur Spende für die Aktion „Abendstern in Not e. V.“ Bitte lasst nicht zu, dass die Kürbisse ihren geheimen Plan umsetzen. Wehrt euch wo auch immer es geht. Aber vorallendingen unterstützt uns (Spendenkonto: Flachenbacher Reichsbank AG. Kontonr: XXXXXXX Bankleitzahl: XXXXXXXX).
Beeilt euch. Die Kürbis GmbH weilt schon lange genug unter uns. Die 1000 ersten Spender erhalten das Armageddon-Survival-Kit. Wer damit die Apokalypse nicht übersteht ist selbst schuld. Die Welle jenseits des Atlantiks rollt stetig an und wenn ihr nicht vorbereitet seid, dann wird die nächste Flut euch alles wegspülen, dass euch heilig ist. Moment mal…
Kommt Halloween nicht eigentlich aus Irland? Ach egal. Das interessiert doch eh keine Sau.
26

Was haben diese drei Faktoren gemeinsam?

Das letzte Bild von Martin Luther wurde um drei Jahre vor dessen Tod geknipst. Es tauchte erst im Jahre 1666 auf, das Jahr des zeitgleichen Auftauchens der bizarren Kürbisse. Wenn das kein Zufall ist, dann soll mich der Teufel holen. Die außerplanetarische Energie der Sender hat die Kultur der Aufklärung maßgeblich beeinflusst.
Es ist hier deutlich zu betonen, dass die Aufklärung genau das Gegenteil von dem ist was sie vorgibt zu sein. Sie ist die Verrohung der guten Sitten, die Vernichtung der traditionellen Familie und zu allem Überfluss die Verhöhnung der heiligen Leberwurst. In ein paar Jahren, werden sich die letzten bekennenden Leberwurstbrotesser in den Untergrund verzogen haben, um der politischen Verfolgung und dem Geruch der Kürbisse zu entgehen. Genau daran kann jeder gut informierte Bürger auch die harmlosen von den gefährlichen Kürbissen unterscheiden. Letztere riechen nämlich aufs entsetzlichste nach Käsequanten. Denn auch Fußgeruch ist ein Phänomen außerplanterarischen Einflusses. Diesen hat es bis vor dem Jahre 1666 überhaupt nicht gegeben. Erst der fremde Einfluss hat uns zu schweißgebadeten Mischwesen werden lassen. Ja. Auch das Reptiliengen wurde uns mittels Quantenwellen eingepflanzt. Reptilien schwitzen doch gar nicht, sagt jetzt der darwinistische Besserwisser. Das mag ja sein, nur interessiert das die Indianer vom Planeten Pump-In nicht. Diese schwitzen schon seit Urzeiten, seit sie das Bodybuilding als Staatssport eingeführt haben. Und da man sich am Ende der Galaxie für die Schweißbildung schämt, hat man sich entschlossen, das Phänomen Seuchenartig auf der Erde zu verbreiten, nur aus purer Missgunst. Die Atlanter waren anmutige und reinliche Wesen, dessen Rektalsprache nach Rosenseife gerochen hat. Glücklicherweise konnte ein Teil davon in unseren zentraleuropäischen Genen erhalten bleiben. Ja. Selbst wenn der Geruch bereits mit Flugzeugen versprüht wird. Die reinsten von uns werden überleben; und das trotz des unausstehlichen Quantengeruches…

J.M. (Text & Ent-art)

Halloween- Schrecken der Nacht

Halloween- Schrecken der Nacht

Ich freute mich jedes Jahr auf den 31.10., für die einen war es der Reformationstag, für die anderen Halloween und für mich war es das Ereignis des Jahres.
Das erste Mal feierte ich Halloween richtig, da war sechszehn Jahre alt, heute bin ich dreißig und freue mich immer noch so, wie ich es als Teenager tat.
Dieses Jahr war ich dran, die Party zu organisieren, meine Freunde und ich wechselten uns jedes Jahr ab.
Letztes Jahr war es meine beste Freundin Samira, die die Party organisierte.

Ich hatte mir etwas Besonderes einfallen lassen. Das Buffet sollte aus allerlei grausigen Gerichten bestehen, die Getränke sollten „verschönert werden“ und mein Haus würde jedem das Gruseln lehren.
Mein Budget lag bfledermaus-001ei 200 Euro, viele würden jetzt behaupten, dass es übertrieben wäre, aber mir war es der Spaß wert.
Ich fing Mitte Oktober an bestimmte Sachen einzukaufen, da ich Angst hatte, dass sonst auf einmal alles ausverkauft wäre.
Gummispinnen, abgehackte Hände, Totenköpfe und vieles mehr landeten in meinem Einkaufswagen, ich verbrachte im Dekorationsladen zwei Stunden. Es war wunderbar, die ganzen tollen, gruseligen Sachen durchzustöbern, am liebsten hätte ich alles eingepackt, aber ich wollte auch nicht übertreiben.

Am Tag vor Halloween fing ich an, manche Speisen zuzubereiten, die über Nacht noch ziehen mussten, oder meine selbstkreierten Bowle zuzubereiten, die den Namen „ Blutdurst an Halloween“ hieß.
Gut, wirklich einfallsreich war der Name nicht, aber mir gefiel er und er passte thematisch zu meiner Planung.
Und dann war es endlich soweit. Ich stand am Halloweenmorgen sehr früh auf, schließlich hatte ich noch einiges zu erledigen und vorzubereiten. Ich mag keinen Stress, deswegen schlafe ich lieber weniger.
Ich holte Tische aus meinem Keller, die ich immer nur hoch hole, wenn ich eine Party veranstalte.
Die Tische besprühte ich mit Spinnwebenspray, in die Spinnweben setzte ich die gekauften Gummispinnen, die wirklich sehr real aussahen.
Auch auf – und vor – Schränken sprühte ich künstliche Spinnweben. Mein Haus sah so aus, als ob es von Riesenspinnen eingenommen wurde.
Natürlich durfte auch ein selbstgeschnitzter Kürbis nicht fehlen, also setzte ich mich hin und fing an zu schnitzen. Eigentlich mag ich diese Arbeit, aber heute fand ich sie sehr anstrengend.
Nachdem ich damit endlich fertig war, kümmerte ich mich weiter um meine Dekoration. Einen Kürbis stellte ich vor die Haustür, die anderen verteilte ich in der Wohnung und stellte Teelichter hinein.
Die Totenköpfe stellte ich auf ein Sideboard und auf einen Tisch, einen hob ich mir auf.
Ich hatte einen Wackelpudding vorbereitet, darin befand sich eine abgehackte Hand, die demonstrativ nach oben heraus schaute. Ich war stolz auf mein Werk.
Den letzten Totenkopf stellte ich auf ein Tablett, drum herum legte ich Finger aus Teig, die einen Fingernagel aus Mandeln hatten.
Aus Litschis und Oliven fertigte ich Augäpfel an, die ich auf einer roten Soße platzierte.25
Das Buffet nahm allmählich Gestalt an, ich war mächtig stolz. Die Bowle war schön gekühlt, ich legte ein paar Würmer hinein, natürlich keine echten, sondern diese Weingummiwürmer.
Der krönende Abschluss, war ein Skelett, was ich an der Decke befestigte.
Mein Werk war fertig, das reichhaltige Buffet war aufgebaut, die Getränke kalt gestellt und die Dekoration war in meinen Augen sehr gut gelungen.

Jetzt fehlte nur noch eines. Ich musste mich noch fertigmachen.
Ich hatte noch eine gute Stunde Zeit, dann würden die Gäste schon kommen, also schnell nach oben und mich anziehen und schminken.
Ich hatte mich dieses Jahr für ein Vampirkostüm entschieden; dazu hatte ich die passende Schminke gekauft und natürlich Vampirzähne.

Ich war gerade fertig, da klingelte es schon an meiner Haustür. „Happy Halloween“, Samira umarmte mich stürmisch. Sie sah fantastisch aus; ihr Kostüm war das eines Zombies, sie hatte sich Kontaktlinsen in die Augen getan und ihr Gesicht sah aus, als ob es jeden Moment auseinander fallen würde.
„Wow, Samira, du siehst wunderbar aus. Ich habe dich fast nicht erkannt.“, wir beiden waren schon seit Schultagen die besten Freundinnen, jede wusste von der anderen jedes noch so kleinste Geheimnis.
Nach und nach kamen immer mehr Gäste, insgesamt hatte ich zwanzig Leute eingeladen.
Alle bestaunten die Dekoration und das tolle Buffet. Es wurde viel gelacht, es wurden Komplimente für die verschiedenen Kostüme gemacht und es wurde viel gegessen.
Gegen dreiundzwanzig Uhr kippte die Stimmung allerdings ein wenig, als plötzlich ein Stromausfall uns alle in Dunkelheit versetzte; nur die Teelichter, die ich in den Kürbissen angezündet hatte, verliehen uns noch ein wenig Licht.
„Komm Mia, mach das Licht wieder an.“, Benjamin, ein guter Freund von mir, dachte wohl, dass ich extra das Licht gelöscht hatte, aber damit lag er falsch.
Ich erklärte den anderen, dass ich damit nichts zu tun hatte und irgendwann schienen sie mir zu glauben.
Ich kramte noch ein paar Teelichter hervor und zündete sie überall im Haus an, damit wir wenigstens weiter feiern konnten.

fledermaus-001Auf einmal gingen alle Kerzen gleichzeitig aus, ein eisiger Windhauch durchströmte die einzelnen Räume, dabei hatte ich alle Fenster geschlossen.
Wir saßen nun in absoluter Dunkelheit und keiner sagte mehr etwas.
„Wow Mia, du hast dich selbst übertroffen.“, Samira grinste mich an, aber mir war nicht mehr zu Lachen zumute, schließlich drohte meine Party gerade ein Desaster zu werden.
Ein Poltern über uns erschreckte uns alle; es war dumpf und dann knarrte es.
„Kommt jemand mit nach oben und schaut mit mir nach, was da los ist?“, alleine wollte ich nicht nach oben, mir war das Ganze nicht mehr geheuer.
Vielleicht war ein Einbrecher ins Haus gedrungen?!
Benjamin erklärte sich sofort bereit und zusammen gingen wir die steile Treppe nach oben. Hier war nichts zu sehen, außer der Dunkelheit.
„Hier ist nichts, Mia. Nun sei ehrlich, hast du das alles inszeniert?“, ich schüttelte nur den Kopf, als auf einmal meine Schlafzimmertür knarrte und sich langsam öffnete.
Ich fing an zu zittern; selbst in der Dunkelheit konnte ich erkennen, dass Benjamin blass wurde.
„Glaubst du mir jetzt?“, fast triumphierend schaute ich ihn an.
Wir schlichen leise zu meinem Schlafzimmer, unten hörte man die anderen, die sich leise, flüsternd unterhielten.
Wir öffneten langsam die Schlafzimmertür, als wir von unten einen Schrei hörten. Wir gingen schnellen Schrittes nach unten, um zu sehen, was dort geschah.
Als wir am Treppenabsatz standen, wussten wir, warum jemand geschrien hatte.
Das Skelett, was ich auf gehangen hatte, bewegte sich und zeigte mit seinen knochigen Fingern auf mich, als es mich sah.
„D-u.“, mehr sagte es nicht und es kam auch nicht wirklich von ihm, mehr hörte es sich an, als ob eine unsichtbare Stimme im Raum war.
Samira stand in einer Ecke und klammerte sich an einen Typen, der die Begleitung von jemandem war.
Ich ging zum Skelett und nahm es ab, schon war es ruhig. Das ein oder andere Kichern war im Raum zu hören.
„Mia, Respekt. Gelungene Party“, sagte jemand.
„Oh mein Gott, was ist das?“, Benjamin zeigte auf die Zimmerdecke, wo sich ein schwarzes Loch bildete.
Ich ging näher heran, um es besser erkennen zu können.
Aus dem Loch kam schwarzer Nebel, alle drängten sich in die Ecken.

Der Rauch stieg herab und nahm die Gestalt eines schwarzen Wesens an, was sich genau in die Zimmermitte stellte.
Man erkannte kein Gesicht, oder Geschlecht, es war einfach nur schwarz und schwebte über dem Boden.
„I-i-i-c-c-h-h h-h-a-a-b-b-e-e H-u-u-n-g-g-e-e-e-r-r!“, mehr sagte es nicht.
Keiner meiner Gäste bewegte sich, alle waren blass und starrten dieses „Ding“ an, was sich langsam auf das Buffet zubewegte.
Es aß sich satt, unser Buffet war fast leer, als es wieder in die Mitte des Raumes schwebte.
Ich ging darauf zu, ich wollte es berühren, aber ich fasste in die Luft, ich konnte es einfach nicht berühren.
„Was bist du?“, meine Neugierde war größer, als meine Angst.
„I-i-c-c-h-h b-b-i-i-i-n-n d-e-e-e-r-r G-e-e-i-i-s-s-t-t d-e-e-r-r H-a-a-l-l-o-o-o-w-w-e-e-n-n-a-a-c-h-h-h-t-t.“, stammelte es.25
Bevor ich etwas sagen konnte, drehte es sich zu mir um und ich sah sein Gesicht.
Ich erschrak, aber nicht, weil es so grausam aussah, sondern, weil ich ein kindliches Gesicht sah.
Die Augen waren rot, die Haut war weiß, fast durchsichtig.
Es drehte sich wieder weg und der schwarze Nebel stieg empor.
Alle schauten zur Decke, teilweise mit offenen Mündern, keiner wagte, etwas zu sagen.

Plötzlich ging das Licht wieder an, alles war wieder so, wie es vor dieser unheimlichen Aktion war.
„Was war das denn?! Ein Geist?!“, Samira war kreidebleich.
„Ich glaube ja, aber er wollte nichts Böses. Jedes Jahr feiern wir Halloween und machen alles, um eine schaurige Atmosphäre zu schaffen. Vielleicht wollte er, dass wir uns mal richtig erschrecken.“, so langsam begriff ich, was gerade passiert war.
Ich fing an zu lachen und nach und nach stimmten alle mit ein.
Warum fürchteten wir uns? Schließlich taten wir wirklich alles, um uns zu erschrecken.
Wir feierten noch bis in die frühen Morgenstunden und eines war klar: diese Halloween Nacht würden wir so schnell nicht vergessen.

D.B.

Bildquelle: selbst gezeichnet von Autorin

Wir wünschen allen Happy Halloween und viel Spaß beim gruseln! =)

Der Wald der Wölfe

Der Wald der Wölfe

Eiichi langweilte sich bei dem Klassenausflug. Sein Lehrer hatte betont, dass Japan ein stolzes Land sei, welches eine lange Geschichte, wichtige Traditionen und einen ausgeprägten Nationalismus hatte. Manchmal fragte Eiichi sich, ob die Erwachsenen die er kannte, es irgendwie verpasst hatten, in der Moderne anzukommen. Was zählten Traditionen und Nationalismus denn noch in der modernen Zeit? Doch das änderte nichts daran, dass der Lehrer seine Klasse zu einem Ausflug in eine abgelegene Gegend mitgenommen hatte.
Der Junge war ein Mittelschüler von fünfzehn Jahren, und in seiner Klasse relativ unbeliebt. Aus diesem Grund mied er die Anwesenheit seiner Mitschüler auch jetzt, und hielt sich ein ganzes Stück hinter ihnen auf. Sie spazierten gerade über eine Holzbrücke, die, passend zur Umgebung, in einem altertümlichen Stil gehalten wurde. Unter der Brücke spannte sich die reine unberührte Natur, zumindest soweit sie zu Anfang des 21. Jahrhunderts noch unberührt und rein sein konnte.
Wenn man von der Brücke aus seinen Blick schweifen ließ, sah man Hügel um Hügel voller Wald. Die verschiedensten Bäume standen nebeneinander und waren in einem urwüchsigen Stil gewachsen, der verriet, dass sie nicht von Menschen angepflanzt worden waren. Gelegentlich blitzte es zwischen den Bäumen auf, und es war auch ein leises Plätschern zu hören. Offenbar floss ein kleiner Bach durch diesen Teil des Waldes.
„Kommt alle her!“ dröhnte plötzlich die Stimme des Lehrers.
Widerwillig näherte sich Eiichi seinen Klassenkameraden. Diese warfen ihm auch schon ein paar gehässige Blicke zu, wahrscheinlich schmiedeten sie bereits Pläne, wie sie ihn wieder mobben konnten. Der Junge sah abfällig zurück.
„Teilt euch in kleinen Gruppen auf, oder geht alleine los, und sucht Blätter von Bäumen.“ sagte der Lehrer, „Und zwar von Bäumen, die so nur in Japan wachsen. Denn sie stellen einen wichtigen Bezug zu der Kultur unseres Landes dar. Wie etwa die Kirschblütenbäume, deren jährliche Blütezeit mit einem Fest der Erneuerung einhergeht.“
Die Mittelschüler teilten sich selbst in Gruppen auf. Üblicherweise blieben die Cliquen zusammen, die auch sonst ihre Zeit miteinander verbrachten. Ein Mädchen namens Junko sah Eiichi mit einem bösen, aber auch amüsierten Blick an. Dem Jungen strich ein ungutes Gefühl den Rücken herunter. Bestimmt plante sie wieder etwas, um ihn fertigzumachen. Doch der Lehrer nahm ihn beiseite.
„Ich würde vorschlagen, dass du in eine andere Richtung gehst, als diese dort.“ sagte er, „Du bist ein schlauer Junge, und deshalb werde ich dir etwas verraten. Mein Großvater hat mir erzählt, dass das ein urtümlicher Wald ist, in welchem noch die Yokai ihr Unwesen treiben. Normalerweise warne ich die ganze Klasse, aber ich möchte nicht, dass meine eigenen Schüler mich wieder auslachen, also sage ich es nur dir, denn du machst einen ziemlich schlauen und aufgeschlossenen Eindruck. Sei einfach vorsichtig.“
Eiichi war verwundert. Dabei machte sein Lehrer doch immer so einen rationalen Eindruck, er war reichlich überrascht, dass er jetzt ihm nun irgendwelchen Schauergeschichten über Yokai erzählen wollte. Wie jedes japanische Kind wusste, waren Yokai die Kreaturen aus der Folklore. Die Elfen, Feen und Dämonen die in asiatischen Mythen existierten. Manche von ihnen sahen wie Menschen aus, die meisten jedoch nicht. Einige waren gutartig, viele waren aber bösartig. Hin und wieder verliebten sich ein Mensch und ein Yokai ineinander, und bekamen dann zusammen ein Kind, welches weder ein Mensch noch ein Yokai, sondern ein Hanyo war. Aber es wusste doch jeder, dass sie nur Mythen waren. In Europa glaubte doch auch niemand mehr an den Osterhasen oder den Weihnachtsmann.
„Ja, genau, das werde ich machen.“ sagte Eiichi nur und ging los.

Der Junge war schon seit einiger Zeit im Wald unterwegs und hatte eine kleine Lichtung erreicht. Doch noch immer hatte er keinen Baum gefunden, welcher ganz eindeutig japanisch war. Zugleich jedoch konnte das auch daran liegen, dass er keine Ahnung von Pflanzen hatte. Da hätte er in der Schule wohl doch besser aufpassen müssen. Japan war ein Land mit einem hohen Leistungsdruck, die dem Einzelnen nur wenig Freiraum ließ. Umso verlockender war es, in der Schule einfach seinen Träumereien nachzugehen, statt dem Unterricht zu folgen. Doch plötzlich hörte er ein Geräusch. Einige bekannte Stimmen näherten sich. Eiichi erkannte sie, und versteckte sich hinter einem Gebüsch.
Junko trat auf die Lichtung, dichtauf gefolgt von zwei Jungen und zwei Mädchen. Sie sahen sich suchend um, doch offenbar fanden sie nicht das, was sie gesucht hatten.
„Wie ärgerlich!“ ließ sich Junko vernehmen, „Dabei hätte ich schwören können, dass dieser Loser noch vor ein paar Minuten hier war.“
„Dann ist er halt nicht mehr da. Na und? Wir können ihn doch jeden Tag fertigmachen.“ ließ sich einer der Jungen vernehmen.
„Hier können wir ihn aber so richtig erwischen. Selbst wenn er schreit, wer sollte ihn schon hören und ihm helfen?“ widersprach eines der Mädchen.
„Wir suchen ihn! Weit kann er noch nicht sein!“ bestimmte Junko.
Eiichi duckte sich tiefer ins Gebüsch, als die Mittelschüler sich aufteilten und ihn suchten. Das war wirklich übel. Was sollte er tun, wenn sie ihn fanden? Doch plötzlich rief einer der Jungen etwas. Eiichi sah auf, und bemerkte, dass er etwas gefunden hatte, worüber er sich freute. Es schien eine Art Wolf zu sein. Doch seltsamerweise war er vollkommen weiß. Und er schien auch noch eher jung zu sein, denn er war so groß wie ein Beagle oder ein Labrador.
„Was sollen wir mit dem Vieh?“ fragte eines der Mädchen.
„Spaß haben.“ antwortete der Junge, „Der Loser ist uns ja entkommen.“
Er warf den Wolf zu Boden, und die fünf Mittelschüler versammelten sich um ihn. Die Mädchen hatten dicke Stöcke aufgehoben, und lächelten böse. Eiichi sah, dass sie vorhatten, das Tier zu verletzen, oder sogar schlimmeres. Sosehr sie ihn auch mobbten, er durfte nicht zulassen, dass Junko und die anderen einem Tier schadeten!
Eiichi sprang aus dem Gebüsch und rannte auf die Mittelschüler zu. Mit der blanken Faust schlug er einem Mädchen ins Gesicht, und trat nach einem der Jungen. Er hob den jungen Wolf auf, und rannte mit ihm tiefer in den Wald.
„Da ist der Loser ja. Los, ihm nach. Aber zwei von uns sollten besser hierbleiben, falls er zurückkommt.“ sagte Junko.
Die beiden Mädchen meldeten sich freiwillig dazu, und die anderen drei gingen los. Nach einer Weile waren sie alleine.
„Und da wundert sich dieser Loser, warum wir alle auf ihn losgehen.“ meinte eines der Mädchen, „Da versaut er uns den Spaß, so ein blödes Vieh plattzumachen.“
„Die Jungs werden ihn unseren Ärger spüren lassen.“ meinte das andere Mädchen, „Er wird schon herausfinden, wo sein Platz ist.“
Plötzlich hörten die Mädchen ein leises Knurren hinter ihnen. Sie drehten sich um… und sahen einen riesigen Wolf. Er war mindestens so groß wie ein Pferd oder eine Kuh, und sein Fell war schneeweiß. Schreiend rannten die beiden Mädchen los, doch der Wolf streckte sie mit seinen Pranken nieder und zerfetzte sie.
Eiichi hatte den Rand einer Klippe erreicht. Er war so schnell und so weit gerannt, wie er konnte, doch die anderen Mittelschüler hatten ihn eingeholt. Der Junge hatte nicht gewusst, dass der Wald so hoch im Gebirge lag, dass es hier Klippen gab. Und langsam kreisten sie ihn ein.
„Ich lasse es nicht zu, dass ihr dem Tier etwas antut!“ sagte er.
„Und wie willst du uns daran hindern?“ fragte Junko hämisch.
Eiichi drückte den Wolf beschützend an sich. Jetzt bemerkte er auch, dass dieser von den Proportionen her, eher einem Welpen entsprach, doch dafür war er eigentlich viel zu groß. Zudem schien er auch seltsam vertraut gegenüber Menschen zu sein. Ein wilder Wolf lässt sich üblicherweise nicht einfach so anfassen. Der Wolf winselte ängstlich, als er sah, dass die drei Jugendlichen die ihn misshandeln wollten, immer näher kamen.
Die beiden Jungs stürzten sich auf Eiichi, während Junko den jungen Wolf packte. Der Junge tobte und wehrte sich gegen die beiden, doch sie waren stärker als er, und schlugen auf ihn ein. Junko trug den Wolf zum Rand der Klippe, und sah Eiichi wieder mit einer bösen Belustigung an. Diesmal konnte sich Eiichi von den beiden Jungs losreißen, und stürzte sich auf Junko. Sofort rannten die Jungs ihm nach, doch Junko hielt sie zurück.
„Ich werde diesen Loser zuerst fertigmachen. Dann könnt ihr ihm den Rest geben.“ sagte sie.
Eiichi wehrte sich gegen ihre Schläge, und trat ebenfalls nach ihr. Es war eine wüste Keilerei, die von den Jungs lachend kommentiert wurde. Schließlich hatten sie den Rand der Klippe erreicht. Eiichi stieß Junko von sich und sank selber zu Boden. Doch Junko taumelte ein Stück zu weit nach hinten, und fiel über die Klippe. Der junge Wolf in ihren Armen winselte wieder.
Eiichi stand sofort auf und rannte zu ihr hin. Endlich hatte er sie erreicht. Junko hielt sich an einer Wurzel fest, während der Wolf an ihr hing. Und langsam verlor sie den Halt. Eiichi sprang vor und packte zu. Seine Hände gruben sich in das weiche Fell des Wolfes, und einen Moment später verlor das Mädchen ihren Halt und stürzte in die Tiefe.
Eiichi ließ sich auf die Wiese am Rand der Klippe zurücksinken. Der junge Wolf leckte ihm freudig über das Gesicht. Eiichi streichelte das Tier und lächelte. Er hatte es geschafft, es zu retten. Als er aufstand, sah er, dass ein noch viel größerer Wolf zu ihm getreten war. Er war schneeweiß und etwa so groß wie eine Kuh oder ein Pferd, wenn nicht noch größer. Die beiden Jungen lagen in zwei großen Blutlachen auf dem Boden. Deshalb also waren sie ihrer Anführerin nicht zur Hilfe geeilt, der große Wolf hatte sie besiegt.
Er ging näher an Eiichi heran… und verwandelte sich. Er wurde nach und nach zu einem jungen Mädchen. Sie hatte eine helle Haut und spitze Ohren, und war mit einer Art Wolfsfell bekleidet. Eiichi schätzte, dass sie etwas jünger war als er.  Auch der junge Wolf verwandelte sich. Nun sah er auch beinahe menschlich aus, allerdings wie ein Junge von etwa fünf oder sechs Jahren.
„Ich danke dir dafür, dass du meinen kleinen Bruder beschützt hast.“ sagte das Mädchen, „Du bist ein wunderbarer Mensch, und hast ein großes Herz.“
„Du hast die anderen ja getötet.“ stellte Eiichi fest.
„Dir tue ich natürlich nichts. Guten Menschen tue ich nichts zuleide.“ antwortete das Mädchen.
Er übergab ihr den kleinen Jungen. Und das Mädchen, die Yokai, wie der Junge nun wusste, lächelte ihn an und sagte: „Von nun an bist du in diesem Wald jederzeit willkommen. Du kannst mich besuchen, sooft du möchtest.“
„Bestimmt mache ich das mal.“ antwortete er.
Beide verwandelten sich wieder in Wölfe und gingen los. Eiichi freute sich. Er würde seinem Lehrer viel zu erzählen haben. Er hatte seinen Mut bewiesen, und einen kleinen Jungen gerettet. Und er hatte jemanden gefunden, der vielleicht mit ihm befreundet sein wollte.
Der Junge machte sich auf den Rückweg.

ENDE

Daniel Ziemski

Booksharing

Booksharing

Schon wieder ein englisches Wort, das sich in die Deutsche Sprache eingeschlichen hat. Dabei steckt eine gute Idee – zum ersten Mal im Jahr 2000, in kleinen urbanen Orten der USA entstanden – dahinter. Ähnlich wie beim Carsharing, werden Gegenstände durch Tauschen, Verleihen oder Verschenken, entweder über das Internet oder an bestimmten Orten im öffentlichen Raum für alle Interessierten zugänglich (nichtkommerzieller Teilhabe am Wirtschaftsgeschehen auf Gegenseitigkeit). Das kostenfreie gegenseitige zur Verfügung stellen bzw. Nutzen von Büchern kommt dadurch Menschen zu Gute, die sich finanziell keine Bücher leisten können oder/und zum Lesen angeregt werden. Booksharing (dt: „gemeinsames Nutzen von Büchern“) bietet die Möglichkeiten – als Austausch oder „Geschenk“ – Bücher zu entnehmen ohne sie ersetzen zu müssen, Bücher, die nicht mehr gelesen werden in einer der öffentlichen Bücherschränke oder Regale (in kirchlichen, öffentlichen Einrichtungen und sozialen Bereichen) zu stellen.

In den 1990er-Jahren entstand die Idee der Bücherschränke, die jederzeit und öffentlich zugänglich sein sollten, um den Austausch von Literatur zu fördern. Den Startschuss gab eine künstlerische Installation (ab 1991 durch das Aktionskünstler-Duo Clegg & Guttmann, erstmals in Graz, auch in Mainz), Ende der 90er als „kostenlose Freiluft-Bibliothek“ in Darmstadt und Hannover.

Seit 2013 fährt Hamburg eine Erfolgsgeschichte – in Kooperation mit dem Gebrauchtwarenhaus „Stilbruch“ – die ca. 400.000 Bücher von 2010 bis 2013 an die Hamburger Verkehrsbetriebe geliefert haben. Wöchentlich werden bis zu 2000 Bücher auf etwa 130 Linienbusse in rotlackierte Bücherregale verteilt. Andere kreative Ideen sind ausgemusterte und umgebaute Telefonzellen, die als Bücherzellen in verschiedenen Städten stehen oder in einem alten Trafohäuschen.

 

Über soziale Netzwerke und Internetplattformen wird Bookcrossing genutzt, denn die Auswahl ist riesengroß. Hier werden Bücher verliehen oder/und verschenkt, eigene Bücher können auf ihrer gebuchten Reise mittels Identitätsnummer (BCID/BookCrossing-ID-Nummer) verfolgt werden. Jedes Buch hat eine „Web-Unterseite“, in die der Leser Kommentare schreiben kann. Eine Datenbank verwaltet und organisiert das alles. Circa 10 Millionen Bücher sind ständig weltweit im Umlauf.

Hier sind die führenden 10 BookCrossing Länder:

  1. USA                                                              6. Kanada
  2. Deutschland                                                7. Australien
  3. Vereinigtes Königreich                              8.Frankreich
  4. Niederlande                                                 9. Finnland
  5. Portugal                                                       10. Spanien

 

Der Ideenreichtum und die Kreativität von Buchliebhabern haben dazu geführt, noch weitere Gelegenheiten zu nutzen wie Internet, Bookray, Bookbox, Bookspiral bis zur Kombination mit Geocaching (als Tauschgegenstand), Bücher zu tauschen. Anbieter, die ihre wertvolleren Bücher gezielt anbieten möchten, können diese direkt an Bookcrosser innerhalb von Diskussionsforen verleihen.

Bevor Ihre Bücher verstauben, das „Bücherregal“ in der Toilette zu voll ist (als Toilettenpapier ist es zu hart), im Keller verschimmeln oder/und Sie gerne anderen lesefreudigen Menschen etwas Gutes tun wollen, stellen Sie die Bücher in einen Bücherschrank oder geben Sie sie an soziale Einrichtungen.

Burkhard Glebe

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Booksharing   https://de.wikipedia.org/wiki/Bookcrossing  http://www.bookcrossing.de/

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