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Sonnenfinsternis 2015 – der Weltuntergang?

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Sonnenfinsternis 2015 – der Weltuntergang?
OH, oh, ist das etwa schon morgen? Das habe ich mich gerade gefragt. Ich bin doch noch zu jung zum Sterben. Naja, sterben wohl nicht direkt, aber habe ich genug schlimme Sachen gemacht um mir in der jetzt folgenden postapokalyptischen Welt einen Namen unter den ruchlosen Strauchdieben verdient zu haben? Wer weiß, wer weiß.

Aber dass der Weltuntergang kommt, davon bin ich überzeugt. Schließlich werden in den dunklen Stunden fast 40.000 Megawatt fehlen. Wenn die danach auf einmal wieder ins Stromnetz zurückschwappen, wird es mit Sicherheit eine Kaskade geben, die unser gesamtes, mühsam aufgebautes soziales Netz mit funktionierender Stromversorgung als Grundlage in sich zusammenbrechen lassen wird.

Ich sehe es schon kommen, wie ich einsam, frierend und nur mit einem Schnuffeltuch als Drogenersatz (Den harten Stoff werde ich mir nicht leisten können, weil meine Behausung nicht genug Ratten anlockt, die ich als Tauschobjekte feil bieten kann.) in der ausgebrannten, windumtosten Ruine meiner Wohnung hocke und dem radioaktiven Regen zusehe, wie er die örtliche Flora und Fauna zum munteren Mutieren anregt.

Mal sehen ob ich alles habe:

– Kerzen? √

Dabei fällt mir ein: Habe ich überhaupt genug Zündhölzer? Werde ich halb nackelich durch Steele taumeln und all mein Hab und Gut an noch bemitleidenswertere Geschöpfe verteilen? Und werden mir zum Schluss nur mehr ein paar Zündhölzer verbleiben um mich zu wärmen? Moment mal! Ich schweife ab, das war doch n anderes Märchen. Moment, sagte ich Märchen? Das hier ist alles ein Tatsachenbericht. Jawoll, so wahr ich hier stehe! Äh, na gut, lassen wir das, weiter im Text.

Kopfschmerztabletten und andere Arznei? √

Ganz wichtige Sache, denn Arznei (Und sei es nur eine getrocknete Knolle eines verschrumpelten Strauches aus dem Vorgarten herausgerissen.) mag mich in der „Welt Danach“ zu einem Wunderdoktor hochstilisieren. Es sei denn, der Sud, den ich daraus braue um eine gequetschte Hand zu heilen, verbrüht eben jene und ihr Besitzer lässt mir eine wenig erfreuliche, aber zumindest kostenlose Behandlung zuteilwerden. Behandlungstausch sozusagen.

– Nahrungsreserven? √

Hmm, sieht mager aus. N‘ bisschen Brot, n‘ paar Konserven, Obst und Schokolade. Mit letzterem kann ich mir vielleicht eine willige Frau aus ihrem trostlosen Dasein in mein eigenes locken, mit ersterem ein paar willige Ratten. Je nachdem, wer zuerst kommt.

– Badewanne voll Wasser? √

Naja, Duschwanne muss auch reichen. Vielleicht gelingt es mir aus der Waschmaschine, dem Trimm-dich-Rad und einer Häkelnadel ein Dekontaminationsgerät für Regenwasser zusammen zu frickeln, dann wäre zumindest dieses Problem gelöst. McGyver hat das doch auch geschafft und sooo schwer kann das doch nicht sein, oder? Wo hab ich nochmal mein Schweizer Taschenmesser?

(War McGyver vielleicht doch nur ein Werbefilm für Schweizer Taschenmesser, in 45 Minuten Häppchen?)

– Alkohol? √

Die Grundlage meines Imperiums. Zuerst die willigen Opfer mit leichtem Biere angelockt und wenn sie sich an den paar Tropfen, die es pro Tag gibt, gelabt haben, werden sie meinen Namen singen und mich auf Händen tragen. Ich bin mir noch nicht ganz klar, ob Gott-Imperator oder der Messias besser als Namenszusatz zu mir passt, aber ich denke das entscheide ich dann spontan.
Der Heilsbringer oder Gralshüter käme auch noch in die engere Auswahl.

Geraffel? √

Geraffel ist immer gut. Sei es, um sich einen Sichtschutz zu bauen, einen einbruchssicheren Vorratsschrank, ausbruchssicheren Rattenkäfig (oder beides in einem) oder einfach nur ein gutes altmodisches Leuchtfeuer auf dem Dach abzubrennen, wenn die Versorgungs- und oder Rettungshubschrauber eines ehemaligen Dritte-, nun Erste-Welt-Landes über mein Domizil hinweg donnern. Obwohl es natürlich fraglich bleibt, ob sie Nahrung oder Kuhmist abwerfen, je nachdem wie sie vor der Apokalypse von uns behandelt wurden. Aber getrockneter Kuhmist brennt auch gut, habe ich mir sagen lassen. Insofern ist mir beides recht.

Da nun alle Fragen zu meiner Zufriedenheit geklärt sind, kann ich mich beruhigt zurücklehnen und beginnen, meine beachtliche Pornosammlung auf handliche 3,5″ Disketten zu kopieren. Ich bin mir sicher, dass sich dieses als harte Währung etablieren wird.

Bis dahin also, meine Untertanen in spe, und denkt dran, wenn ihr euch mir nähert: Hände da, wo ich sie sehen kann, ich bin bewaffnet! (Zumindest wäre es gut, wenn das jeder denkt. Dann werde ich nicht so leicht vom marodierenden Mob auf die Straße gezerrt und meiner Habseligkeiten entledigt!)satire-mond

E.N.

Bildquelle: MS Word 2007 – ClipArt

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