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Blutmond

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Blutmond

war am Morgen des 28.09.2015 um 04:11 Uhr.

Was genau ist das? Hierbei handelt es sich um eine „totale Mondfinsternis“. Die Sonne steht mit der Erde und dem Mond in genau einer Linie – und so wirft die Erde ihren Schatten, der sonst ins Weltall fällt, auf den Mond.
Weil der Mond aber nur leuchtet, wenn er das Licht der Sonne zurückwirft, ist er selbst bei einer Mondfinsternis nicht unsichtbar.
Das liegt daran, dass selbst auf der „dunklen“ Seite der Erde Teile des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre ankommen und dort gebrochen werden. Dabei werden verstärkt rote und gelbe Lichtpartikel gestreut, und was wir dann sehen, ist eine rötliche Färbung des Sonnenauf- oder Untergangs.
Oder eben des Mondes, wenn er vom Schatten der Erde vor der direkten Sonneneinstrahlung verdeckt wird.   Aufgrund dieser roten Färbung entstand der Name „Blutmond“.
Schon seit Menschengedenken ranken sich Mythen und Geschichten um den rot eingefärbten Mond, um seine Erscheinung zu erklären.

So dachten zum Beispiel die Chinesen, dass ein riesiger Drache versucht, den Mond zu verschlingen und ihn erst wieder freigäbe, wenn auf der Erde Lärm und Krach gemacht würde.

  • Noch heute nennt man die Punkte, die der Mond in der Ekliptik kreuzt, „Drachenpunkte“. Die Ekliptik ist die Bahn, die die Erde auf ihrem Weg um die Sonne beschreibt. Weil der Mond um etwas mehr als 5° von dieser Bahn abweicht, kreuzt er diese zweimal während eines Zyklus – einmal auf dem „Hinweg“ und einmal auf dem „Rückweg“. Diese Kreuzungen sind Knoten- oder Drachenpunkte. Das sind auch die Punkte, an denen Sonnen- und Mondfinsternisse passieren.

Die Griechen dagegen waren davon überzeugt, dass Hexen den Mond einfärben, während die Indianer am Amazonas dachten, dass ein abgeschossener Pfeil den Mond getroffen und verwundet hatte, sodass er blutete.
Auch die nordischen Völker und Wikinger hatten eine Erklärung: Ein riesenhafter Wolf, den sie „Hati“ (der Hass) tauften, wollte den Mond auffressen.
Ägypter dagegen dachten, dass Seth, der Gott des Chaos, versuchte, das Auge des Hauptgottes Hrus zu stehlen, das als Mond am Himmel entlangwanderte.

Der diesjährige Blutmond wurde von Vielen besorgt erwartet, denn er fiel mit einigen anderen Besonderheiten zusammen, die die Ängstlichen unter uns (erneut) an eine bevorstehende Apokalypse denken ließen.
Zum Einen handelte es sich dieses Mal um eine „Blutmond-Tetrade“. Das ist ein ausgesprochen seltenes Ereignis, bei dem vier totale Mondfinsternisse aufeinander folgen. Mondfinsternisse gibt es zweimal im Jahr – doch sind die Meisten davon nur partiell und auch selten überall auf der Welt zu sehen.

Dann fiel die Finsternis mit dem „Erntemond“ zusammen. Das ist der erste Vollmond zwischen Sommer und Herbst. Und es war gleichzeitig „Supermond“ – also der Zeitpunkt auf seiner Laufbahn, zu dem der Mond der Erde am nächsten war und daher besonders groß erschien.

Außerdem paarten sich die vier zurückliegenden Blutmonde immer mit einem bedeutenden jüdischen Wallfahrtsfest, entweder mit dem Pesach-Fest (Fest der ungesäuerten Brote) oder mit dem Sukkot (Laubhüttenfest). Diese göttliche Einigkeit wird mancherorts als „Vorbote“ angesehen.
Doch seien Sie, lieber Leser, unbesorgt – denn wenn Sie das hier lesen können, haben Sie die Apokalypse überlebt.

Den nächsten Blutmond dürfen wir in Deutschland am 27. Juli 2018 bestaunen, den nächsten Supermond dagegen gibt es schon am 27.10. dieses Jahres.

JK

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