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Heiteres

Halloween Tipps

Die besten Tipps für einen gelungenen Halloween-Abend

Bald ist es endlich wieder soweit, am 31.10.wird wieder Halloween gefeiert.
Für alle, die diesen Abend genau so gerne mögen wie ich, stelle ich hier ein paar Ideen für einen ruhigen Halloweenabend zusammen, den man mit Kindern zusammen genießt, oder für eine actionreiche Halloween Party.

Tipps für Freunde des ruhigen Abends mit Kindern:
Um Kindern diesen Abend etwas näher zu bringen würde es sich anbieten, im Vorfeld mit ihnen zu basteln.
Es gibt viele tolle Tipps im Internet, die schönsten Ideen stelle ich einmal zusammen, die Anleitungen findet ihr überall im Netz. Meine Top drei sind Folgende:

  1. Spinnen
  2. Kürbisse aushöhlen und schnitzen
  3. Fledermäuse

Das sind nur Vorschläge, ich finde einfach, dass Zombies u.a. einfach noch nicht für Kinder geeignet sind.

Desweiteren darf natürlich das Halloween-Essen nicht fehlen, auch hier habe ich meine persönlichen Top drei für euch zusammen gefasst:

  1. Halloween Muffins
  2. Kürbissuppe
  3. Fingerplätzchen ( aus Mürbeteig )

Auch hierzu findet ihr zahlreiche Rezepte im Internet, einfach bei Google.de „Halloween Essen für Kinder“ eingeben.
Nachdem der Abend mit schöner Dekoration und einem leckeren Essen begonnen hat, darf natürlich eines nicht fehlen: das Herumgehen in der Nachbarschaft.
Euer Kind wird einen großen Spaß daran haben, mit seinem tollen Kostüm durch die Gegend zu ziehen und viele andere „ kleine Gespenster“ zu sehen.
Die Top drei der Türsprüche sind meiner Meinung nach Folgende:

  1. „Gebt uns Süßes, sonst gibt´s Saures“
  2. „Süße kleine Sachen, bringen uns zum Lachen; doch gebt ihr uns Gemüse, dann essen wir eure Füße“
  3. „Geister schreien, Hexen lachen; gebt uns Süßes, sonst wird´s krachen“

Nachdem die Nachbarschaft abgeklappert ist, kann man sich mit den leckeren Süßigkeiten auf die Couch setzen und einen schönen Gruselfilm, speziell für Kinder, schauen.
Hier sind meine Top drei:

  1. „Casper“
  2. „Monster House“
  3. „Halloween Town – Meine Oma ist eine Hexe“

Das sind meine Tipps für einen schönen Halloween-Abend mit Kindern, natürlich kann man noch viel mehr machen, aber ich denke, das Wichtigste ist soweit zusammen gefasst. J

Tipps für eine gelungene Halloween-Party:
Eine geplante Halloweenparty erfordert viele Vorbereitungen, auch hier stelle ich meine Top drei für verschiedene Bereiche vor.
Die Top drei für die Dekoration:

  1. Kunstblut
  2. Spinnenweben und Fledermäuse
  3. Geister, Dämonen und andere schaurige Gestalten

Natürlich hat jeder noch seine eigenen Ideen, aber das sind für mich die drei Dekorationssachen, die auf keinen Fall fehlen dürfen, um eine düstere, schaurige Atmosphäre zu schaffen.
Als nächstes folgt natürlich das perfekte Halloween-Kostüm.
Hier meine Top drei der besten Halloween-Kostüme für Erwachsene:

  1. Vampir, bzw. Graf Dracula
  2. Zombie (mit viel Blut, Kontaktlinsen etc.)
  3. Geist

Auch hier hat natürlich jeder seine eigenen Ideen, aber das sind meine persönlichen Top drei.
Ganz wichtig für eine Party ist natürlich das Essen, Ideen und Kreativität sind hier sehr wichtig.
Meine Top drei für Partysnacks einer Halloween Party:

  1. Alle möglichen Snacks mit Kürbis
  2. Amputierter Fuß (zubereitet wie ein Mettigel, Rezepte zu finden bei chefkoch.de)
  3. Brot, immer ganz wichtig

Natürlich reichen diese Tipps nicht für ein komplettes Buffet, da müsst ihr auf jeden Fall selber noch einmal eure Kreativität unter Beweis stellen, aber es sind Anregungen, die euch vielleicht helfen. J
Es reicht verständlicherweise nicht, nur Essen anzubieten, sondern auch Getränke sind sehr wichtig.
Meine Top drei der Getränke:

  1. Halloween-Bowlen (da ist es jedem selbst überlassen, wie er sie macht, natürlich sollte die Bowle schon etwas gruselig sein; ebenfalls jedem selbst überlassen ist es, ob man sie mit-oder ohne Alkohol zubereitet)
  2. Cocktails (auch hier ist jedem selbst überlassen, ob er sie mit – oder ohne Alkohol zubereitet; mein Cocktail Tipp ist z.B. ein Wurmcocktail, garniert mit Gummiwürmern)
  3. Normale Softdrinks, immer sehr wichtig, dass man auch einfaches Mineralwasser, Cola etc. anbietet

Als Nächstes folgt natürlich die musikalische Untermalung.
Meine Top drei der Halloween Musik:

  1. Gespensterlachen, Schreie, Scharren an Türen u.a.
  2. Spezielle Lieder, die auf dieses Thema spezialisiert sind (z.B. „ This is Halloween“)
  3. Natürliche, auch sogenannte normale Musik, wie z.B. Charts

Natürlich werden auf manchen Halloween-Partys auch gruselige Filme geschaut.

Meine Top drei der gruseligsten und schaurigsten Halloween Filme:

  1. Ganz klar die Halloween Reihe mit Michael Myers
  2. A Nightmare on Elmstreet
  3. Scream-Reihe

So, ich hoffe, dass ich euch einige Anregungen für einen schönen Halloween-Abend liefern konnte, ob mit Kindern oder für eine Fete.

Ich wünsche allen einen schönen Halloween-Abend mit viel Grusel und ganz viel Spaß. J
D.B.

Verschwundene Dinge Teil 2

Verschwundene Dinge

(Teil 2 Kommun)

Mit den verschwundenen Dingen sind auch Reize und Gefühle verloren gegangen. Unsere ganze Aufmerksamkeit wurde für die Betätigung verlangt. Das haptische Erlebnis beim Münzeinwurf einer Parkuhr gefolgt von einem Klicken des Hebels den man bis zum Anschlag drehen musste oder den Parkschein aus dem Automaten ziehen, ist in der „offener See der vergessenen Dinge“ untergetaucht.

Wählscheibe

Bis zum eigentlichen telefonieren war ein routinierter Ablauf erforderlich. Zuerst den Hörer von der Gabel nehmen, die Telefonnummer aus einem selbst erstellten Telefonregister oder Telefonbuch (beides aus Papier)heraussuchen, mit einer Wählscheibe durch einsetzen des Zeigefingers in die zutreffende Fingerlochscheibe (auch Nummernscheibe), durch nach rechts unten drehen bis zum Anschlag, so oft zu wiederholen, bis die vollständige Nummer eingegeben war. Jede Nummer hatte einen eigenen Klang, ratternden Rhythmus und beim Vorwärtsdrehen entstand ein Ratschen. Wenn die Wählscheibe zurücklief ertönte ein unterschiedlich langes Klicken, je nach Ziffer die gewählt wurde. Erfolg hatte der Vorgang, wenn ein Freizeichen ertönte und natürlich der Gesprächspartner auf der anderen Seite den Hörer abnahm. Spannung.
Als Ergänzung sei noch erwähnt, dass es ein Impulswahlverfahren (IWV) gab, das durch ein Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) abgelöst wurde. Noch vor der Wählscheibe, musste man, das Fräulein vom Amt „wecken“ (das war tatsächlich der offizielle Ausdruck für diesen Vorgang), um verbunden zu werden.
Bereits in den 70-ern gab es ein Fernsprechtischapparat mit Tastenwahlblock. Es gibt sie noch oder wieder. Telefone mit Wählscheibe erhältlich (inkl. Digitaltechnik).

Telefonzelle: „Ruf doch mal an!“

Zellsterben. Die gelben Zellen, vier Wände, an der inneren Rückwand ein Telefonapparat mit Münzeinwurf für die zu entrichtende Gebühr, und alles auf einem Quadratmeter Grundfläche. Fernsprechhäuschen erinnerten mitunter an Beichtstühle mit besonderer Aura. Aber längst nicht jeder hatte den Mut, öffentlich etwas zu beichten.
Für den Eintritt in den Fernsprechkiosk, war ein vorheriges Krafttraining von Vorteil. Die Eingangstür wehrte sich mit enormem Widerstand. Sobald das erste Hindernis überwunden war, schwebte einem oft eine Kneipe ins Gesicht. Nach der Geruchs- Akklimatisation, ging man – noch leicht benebelt – zum Münzfernsprecher, um seinen Ritualen nachzugehen.
Neben dem Telefonapparat lagen Telefonbücher – fehlende Seiten oder komplettes Verschwinden der Nachschlagewerke war nicht selten-, falls man nach einer Telefonnummer suchte. Bevor man telefonieren konnte, musste man einiges beachten. Du musstest die Telefonnummern deiner Freunde auswendig lernen, ausreichend Kleingeld mit nehmen, überlegen, in welchem Tarif (Festnetz: nah, fern; Mobilfunk, Sonderrufnummern, Auskunft, Ausland) man gerade spricht. Kleingeldintoleranz war eine verbreitete Epidemie. Wenn alles richtig durchgeführt wurde, war in den Zellen folgende Szenerie zu sehen: Lässig an die Scheibe gelehnt, Zigarette im Mundwinkel und hochkonzentriert im Gespräch vertieft. Bis jemand von außen an die Tür oder Scheibe hämmerte; das entweder mit Drohgebärden oder mit einer durchdringen Stimme – selbst war man davon gepflegt distanziert, außerdem am längeren Hebel oder Draht – ,im besten-Fall beides.
Schlechtes Mobilfunknetz:. Mit dem Handy hetzt man von Funkloch zu Funkloch: erbarmen, man will doch nur ein paar Minuten Empfang, um zu sagen, dass das Mittagessen rechtzeitig auf dem Tisch stehen soll; fragen, ob die Windeln vom Kleinen gewechselt wurden, die Fische und  Omma noch leben und das man keinen Empfang hat. Status: nicht erreichbar.
Dafür, und für Notfälle stehen nun gepfählte Basistelefone; sehen aus wie künstliche Wesen aus einem Science Ficton Film; als hätte ein germanisches Volk namens Vandalen eine Plünderung aus dem Jahre 455 n.Chr. nachgeholt. Das Wetterhäuschen ist weg. Kein Schutz öffentlicher Münzfernsprecher, kein Wetterschutz.
Bei Potsdam lagert die Telekom 3000 alte Telefonzellen auf einem 1,5 Hektar großen Gelände, das gern als „Friedhof“ bezeichnet wird. Die Fernsprechzellen kann jetzt jeder kaufen. Was man damit so macht? Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Einige bauen sie für den Garten sogar zur Dusche um. Musiker richten sich in den Telefonzellen sogar Mini-Studios ein. Es gibt öffentliche Mini-Bibliotheken, bis dahin, dass Unternehmen die betagten postgelben Zellen als Ruheraum für Handy-Telefonate (ja, richtig gelesen!) einrichtet. Eine gewisse Faszination geht offensichtlich von der Telefonkabine aus.
In New York werden die ersten Telefonhäuschen durch WLAN-Säulen (HotSpots) ersetzt.

Telegramm

Vom Griechischen: tele: fern, weit und gramma: Buchstabe, Schrift. Wörtlich Fernbuchstabe. Damit hatten die Griechen eine weitere olympische Disziplin. Ab sofort suchte die Post, Briefträger mit erweiterter Qualifikation Roadrunner, sprich Briefsprinter statt Briefträger. OK, OK. Wörtlich übersetzt: Fernschrift. Dazu später mehr.
Bevor die Technik, vorrangig die Nutzung der Elektrizität, in die Menschheit einzog, bollerten Postkutschen durch die Lande. Berittene Boten erhöhten das Tempo für die Übermittlung der schriftlichen Botschaften. Im 19. Jahrhundert kursierte -als Zeitvertreib- Telepathie (Gedankenübertragung), aber die blieb den wohlhabenden bürgerlichen Kreisen und renommierten Wissenschaftlern vorbehalten. Naja, eine zuverlässige Transmission konnte keiner garantieren. Mitte des 19. Jahrhunderts sattelte das Telegrafenamt auf Telegramme um. Die Kommunikationsformen Morsen und Telex gerieten in den Hintergrund. Für die Übermittlung der Nachricht(en) wurde ein Telegrafie-Gerät, besser bekannt als Fernschreiber, verwendet. In England hieß das Teletypewriter. (In der Computertechnik ist die Bezeichnung TTY für die serielle Schnittstelle bekannt. Abgeleitet wurde der Begriff vom Warenzeichen der Teletype Corporation.)
Aus Kostengründen, jedes Wort kostet Geld, wurde die telegrafische Depesche kurz gehalten. Daraus entstand der so genannte Telegrammstil. Ein Drahtwort [Drahtanschrift, Telegramm(kurz)Adresse] diente als feste Empfängeradresse, reduzierte die Gebühr, dass sich aber meist nur für Unternehmen rentierte.

Schreibmaschine

Es war einmal in der Zeit um 3300 v. Chr. in Sumer (Mesopotamien/heute zwischen Türkei, Syrien, Iran, Irak). Die Sumerer erfanden die Keilschrift, die sich bis etwa 1800 v. Chr. hielt. Bis zur ersten Schreibmaschine sollten noch viele Kalksteintäfelchen verbraucht und stumpfe Schreibgriffel Keile (Schilfrohr- oder Holzgriffel) werden. (Es gab keine Korrekturmöglichkeit. Einmal verschrieben bzw. verkratzt: neues Kalksteintäfelchen). Das Arbeitsende eines Abbruchhammers ist ein Meißel. Oh, Entschuldigung. Das kam später. Um das Jahr 2350 v. Chr. verbreitete sich die Keilschrift in andere Länder. Ab jetzt gab es die ersten Fremdsprachenkorrespondenten, um die ausländischen Schriften zu dechiffrieren. Andere Länder, andere Sprachen.
Die erste funktionierende Schreibmaschine (wahrscheinlich) wurde von einem Italiener namens Pellegrino Turri (1808) erfunden und gebaut. Für seine Geliebte (eine erblindete Gräfin) schrieb er darauf Liebesbriefe an sie. Wir schreiben das Jahr 1866; der Tischler Peter Mitterhofer aus Südtirol – der auch schon eine Waschmaschine erfunden hatte – baute die erste Schreibmaschine. Sie ähnelte einem selbstgebastelten Holzspielzeug, war aber funktionstüchtig. Mit diesem Schreibgerät wanderte er nach Wien zum kaiserlichen Hof. Der Kaiser – in der Zeit mit andern politischen Dingen beschäftigt – lehnte das Modell und weitere –wenn auch moderner– allesamt ab. In dieser Zeit setzte sich die Maschine von Remington durch. Aus Sicherheitsgründen hatte der letzte Pate aus Sizilien eine Schreibmaschine benutzt; bis zu seiner Verhaftung am 11. April 2006.
Seit 1978 wurden die ersten elektronischen Schreibautomaten mit 8-Zoll-Diskettenlaufwerk und einzeiligem Plasmadisplay hergestellt. Darauf folgte die Speicherschreibmaschine, die eine ca. 5cm Durchmesser große Minidisk mit ca. 2KB Speicherkapazität eingebaut hatte. Das waren die Vorläufer des Computers.
Sowjets hören mit. Der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages wollte der Überwachung entgehen, indem wieder Schreibmaschinen eingesetzt werden sollten. Ein NSA-Dokument belegte 2007, unglaublich, aber wahr, dass sowjetische Geheimdienste bereits in den 1970-er Jahren die Schreibmaschinen der US-Botschaft in Moskau verwanzt hatten. Mit gezielten Untersuchungen in der US-Botschaft/Moskau, – durch befreundete Dienste der NSA informiert – wurde nach möglichen Wanzen in Bürogeräten gesucht. Und gefunden! Besser ist, keine Schreibmaschinen in den Regierungsbüros einzuführen.

Das Schreiben auf einer Schreibmaschine erforderte höchste Konzentration, denn jeder Fehler war fast wie eine Strafe. Und schon meldete sich die Achtsamkeit zu Worte. Tippfehler wie Buchstabenvertauschung, aufeinander geschriebene Buchstaben und fehlende Buchstaben gehörten zum Alltag einer Sekretärin. Ohne Löschband, Korrekturfolie oder flüssigem Korrekturmittel (das später häufig von Frauen mit bestimmter Haarfarbe am Monitor genutzt wurde), war kein makelloses Schriftbild möglich. Ein Tippfehler im Geschäftsverkehr bedeutete, alles fehlerfrei neu zu schreiben!!!
Noch werden Schreibmaschinen in Deutschland produziert. Doch die Gattung Schreibmaschine ist vor dem Aussterben bedroht.

Parkuhr

in der Innenstadt – ohne Parkschein, ist wie durch Stark-regen zu laufen ohne Regenschirm…
…eine Rente auf Lebenszeit zu gewinnen. Hat man das richtige Kleingeld – genannt Parkgroschen -zur Hand, wählt man die Parkdauer und schwubs…wirft der Parkautomat mit einem Seufzer den Parkschein aus.
Dagegen war früher die Parkuhr ein haptisches und akustisches Ereignis. Passende Münzen in den dafür vorgesehenen Schlitz einwerfen, mit einem ratschenden Geräusch den Hebel bis zum Anschlag drehen, der Zeiger fällt zurück auf die gewählte Minutenmarkierung.
Hatte man einen Parkplatz gefunden, stand arbeitseifrig die Parkuhr – fest auf einer Säule montiert – am Rand des Parkplatzes. Die Parkzeit war auf maximal zwei Stunden begrenzt, um Dauerparkern entgegenzuwirken.
Heute verschwinden die Parkuhren und werden durch Parkraumbewirtschaftungszonen einschließlich Park-scheinautomaten ersetzt… und schwubs…wirft der Park-automat mit einem Seufzer den Parkschein aus.

Autos

Wer eine Parkuhr nutzt, hat auch ein Auto. So wie die Parkruhren verschwunden sind, werden manche Autotypen ebenfalls unsichtbar. Einige haben während ihrer Lebenszeit den Status eines Klassikers erreicht, und sind manchmal auf der Straße oder bei Oldtimer-Rallyes zu sehen. Jetzt ist es Zeit zum Abschied nehmen von R4, Ente, VW Käfer, Fiat 500 und Citroën DS. An dieser Stelle folgt ein Nachruf mit Spinnweben am Rückspiegel. Cit-roën 2CV, Renault 4 und Fiat 500 stehen für automobile Grundversorgung.

Trikolore der 60er und 70er
2CV:
Der Name 2CV leitete sich von der Kennzahl Cheval fiscal im französischen Kfz-Steuersystem ab. Aus den Nieder-landen stammt der Ausdruck „de lelijke eend“ („das hässliche Entlein“), das, nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen, das Aussehen bezeichnete.
In turbulenten Komödien spielte Louis de Funès einen cholerischen, manipulativen Polizisten, der es ständig ei-lig hatte und mit jedem fahrbaren Untersatz auf Verbre-cherjagd ging. Dabei half u.a. eine rasante Fahrt mit einer
Nonne im Geschwindigkeitsrausch in einer 2CV und oft in der Madame Citroën DS. Während dieser Abfahrt, gleich einer Expedition „Ritt der Walküren“ – ohne gesungenen Schlachtruf der berittenen weiblichen Geisterwesen -, wurden die geniale Federung – weich wie ein Camembert,

und die Fahrt durch Kurven bis zum Umfallen (Neu: Elch-test), getestet. Von wegen. Hier zeigte sich, das die Cit-roën 2CV anfangs als Vehikel für Bauern
gebaut/konzipiert wurde; das Schweben oder Gleiten eine neue Dimension erhalten haben. (Schwanken bis zur Magenbelastungsgrenze: Tüte oder schnell anhalten.)

Für die gewöhnungsbedürftige Revolverschaltung (Z-Schema, 1. Gang liegt hinter dem Rückwärtsgang) benö-tigte man etwas Übung. Erst recht beim Überholen-eine Denksportaufgabe: „Wann ist der richtige Zeitpunkt und wie lange brauche ich auf der linken Spur (möglichst ohne Brummi im Rücken), um ein anderes Fahrzeug zu überholen?“ Dabei wurde die Leistung des luftgekühlten Zweizylinder Boxermotors – 602 cm³, 29 PS – mit untenliegender Nockenwelle, voll ausgeschöpft. Maximaler Fahrspaß durch minimalen Aufwand: Zwei Scharniere entriegeln, Rolldach aus Spannbügel nehmen, nach hinten rollen, mit Halteband fixieren, fertig ist das Cabrio!
Die Ente brachte einen von A nach B, das reichte!

Citroën DS:
Unmittelbar nach der Präsentation am 06. Oktober 1955, war der Citroën DS 19 auf dem Pariser Autosalon heiß begehrt. Das avantgardistische Design, eine fortschrittliche Hydropneumatik die ihrer Zeit weit voraus war – eine regulierbare Luftfederung, die die Bodenfreiheit variieren konnte, ermöglichte ein elegantes Fahrvergnügen. Es dauert einen Moment, bis die Hydraulik genug Druck aufgebaut hatte, um den Wagen auf Betriebshöhe anzuheben. Über einen Hebel im Fußraum ließ sich die Karosserie noch höher pumpen, ohne gleich ein Amphibienfahrzeug daraus zu machen.
Im Laufe der Entwicklung des DS, entstand durch unter-schiedliche Wortspiele der Kosename für den Citroën DS: „Die Göttin“ – „La Déesse“. Andere Beinamen wie Haifisch oder Frosch, assoziierten die Vorderansicht (Hai-fischmaul; Frosch), in den Niederlanden Hecht.
DS Présidentielle, ein 6,53 Meter langes, 2,13 Meter brei-tes Modell – voilà-, fertig ist ein Repräsentationsfahrzeug mit stark verfremdeten Linien und einem Stufenheck, das von Charles de Gaulle gelegentlich bei offiziellen Anlässen genutzt wurde. Louis de Funès hatte kein Problem mit den fragilen, scheinbar schwebenden Citroën DS, die sehr rostanfällig waren. Als französischer Hochgeschwindigkeitshektiker wechselte er zu oft die Fahrzeuge. Später kam der DS auf die schiefe Bahn und fuhr als Gangster-Auto weiter über die Leinwände.
Zum Abschluss eine echte Limousine: DS 23 Pallas, Servolenkung, halbautomatische Schaltung, Scheibenbremsen und vor allem ein hydropneumatisches Fahrwerk, das „Fahrende Wohnzimmer.“
R4:
Ein Kleinwagen der Sechziger-Jahre, wie die Ente mit ge-wöhnungsbedürftiger Revolverschaltung, robuster Tech-nik zu einem erschwinglichen Preis. Ente und R4 waren aufgrund der gegebenen Rahmenbedingungen, Studen-tenfutter. Der R4 hatte eine komfortable Ausstattung, wie eine umlegbare Rückbank, auf Schienen verstellbare und weich gepolsterte Sitze. Nach dem Öffnen der Heckklappe, bot sich einem erstaunlich viel Raum. Unter der Motorhaube residierte ein 32 PS-Motor, der mit vier Zylindern ein typisches Näseln produzierte. Dieses praktikable Auto fand unterschiedliche Nutzer, wie die Guardia Civil, eine spanische paramilitärisch ausgerichtete Polizeieinheit, die französische Gendarmerie – bis weit in die 90-er Jahre als Dienstfahrzeug, Familien für Ausflüge und Urlaube. Erhältlich als Kombilimousine, Hochdachkombi, Kastenwagen, Pickup und Strandwagen, zeigte er die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten.
Im Jahr 2011 wurde der R4 5o Jahre.

VW Käfer:
Das große Krabbeln begann schon 1934 mit ersten Plänen in der Schublade. Die Produktion begann aber erst im Jahr 1938 als Serie 38, konstruiert von Ferdinand Porsche. Ab jetzt liefen die Käfer nicht nur in der Küche, sondern auch auf allen Straßen. Ein günstiges Auto musste her. Nicht nur die französischen Spardosen-Modelle standen für automobile Grundversorgung. Zum krönenden Abschluss der verschwundenen Autos: Der VW Käfer (Typ 1)! Er sollte eine Erfolgsgeschichte werden, die tatsächlich eintraf. Unter der Marke Volkswagen wurde der echte VW Käfer, ein Modell der unteren Mittelklasse, von einem luftgekühlten Vierzylinder-4-Takt-Boxermotor angetrieben, der einen ruhigeren und taktvollen Motorlauf bewirkte, produziert. Möglicherweise hatte die New York Times 1938 zum ersten Mal in einem Artikel den Namen Beetle benutzt, der sich Anfang der Fünfziger-Jahre – in-zwischen war der Käfer als sparsames Auto populär,- in den USA leise witzig als Spitzname etablierte. Dabei war das Nachfüllen von Kraftstoff ohne Tankanzeige ein klei-nes Abenteuer, das sich durch Benzingeruch im Innen-raum verstärkte, aber ein wichtiges Signal für das Umle-gen des Benzinhahns war. Jetzt füllten den Tank noch fünf Liter Benzin, die bis zur nächsten Tankstellen reichen mussten. Im Sommer wurde die Fahrt noch heißer. Hitzefrei? Keine Chance. Zwar kochte Luft nicht, heiß wurde es im Motorraum aber trotzdem. Nur im Winter nicht! Dafür fuhr man wie im Nebel – ohne das gleichlautende Horn – mit vereisten oder beschlagenen Innenscheiben.
Nun zur erwähnten Erfolgsgeschichte, die am 17. Februar 1972 begann, als ein 1302 S in Marathonblaumetallic vom Band lief und den Titelverteidiger Tin Lizzy – Fords
Modell T („Blechliesel“) – als meistgebautes Auto, ablös-te. Schon am 5. August 1955 wurde der einmillionste Volkswagen mit goldfarbener Lackierung und geschliffe-nen Glasperlen auf den Chromteilen (ursprünglich Farbe mit Goldstaub und geschliffene Steine aus Südamerika) gefeiert.

Mit 65 Jahren fuhr der letzte VW Käfer (NR: 21.529.464) vom Band in die Rente. Als „letzter Mohikaner“ des Stammes bug steht er im „Zeithaus“ der Autostadt Wolfsburg, um dem einen oder anderen Betrachter so manche Erinnerung hervorzurufen.

Fiat 500:
Der Gigolo unter den Sparmodellen war ein Minimalist. Willkommen bei Gullivers Reisen: Im Fiat ist fast alles wie in einem normalen Auto, nur viel kleiner. Zum Gebrauch des Autos war alles wie Schalter, sportliche Mittelschal-tung, Fensterkurbel, Tacho, Kilometerzähler, Licht-, Ben-zin- und Öl-Anzeige, vorhanden. Aus Kostengründen wurde der 22-PS-Motor im Heck eingebaut, der markig laut die Insassen des Fiat Cinquecento –so von Liebhabern genannt – durch die Lande fuhr. In der 2,97m Karosse hatten kleinere Menschen einen klaren Vorteil.
Der Fiat 500, klein aber oho! Gleich in drei Filmen, die da sind: ein jap. Anime „Das Schloss des Cagliostro“ als Fluchtfahrzeug, in „Theo gegen den Rest der Welt“ als Verfolgerauto und im Pixar-Animationsfilm „Cars“ (2006) in der Nebenfigur „Luigi“, fuhr er souverän.
Der Fiat 500 erlebt eine Wiederbelebung in neuem De-sign, z.B. das Modell Riva als Hingucker mit „Picknick-korb“ am Heck befestigt oder der neue Fiat 500 Cult.
Vorreiter des Retro-Designs war schon 1997 der von Volkswagen gebaute VW New Beetle, der 2011 vom VW Beetle abgelöst wurde.

So: Einmal schaue ich noch in die vergessene Welt.

Burkhard Glebe

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nummernschalter
https://de.wikipedia.org/wiki/Telefonzelle
https://de.wikipedia.org/wiki/Telegramm
https://de.wikipedia.org/wiki/Schreibmaschine
https://de.wikipedia.org/wiki/Parkuhr
https://de.wikipedia.org/wiki/VW_New_Beetle
https://de.wikipedia.org/wiki/Renault_4
https://de.wikipedia.org/wiki/Citro%C3%ABn_DS
https://de.wikipedia.org/wiki/Citro%C3%ABn_2CV

Verschwundene Dinge Teil 3

Verschwundene Dinge
(Teil 3 Eine Tüte Gemischtes…)
… Wenn das Heimweh nach Vergangenheit ruft,
bist wieder im Jahr „Schwarz-Weiß“?
Lass dich nicht verleiten,
die Zeit vergeht schnell.
Komme bald wieder!
Wünsche dir eine gute Reise, doch…
…vergiss nicht, dass du vergessen wolltest!

Paternoster

Gitter davor, Fahrkorb zu; fast wie im Bergbau-Glück Auf! Kommando!
Gitter waren im oberen Drittel des von Anton Freissler (Österreicher) entwickelten Paternosters (1910) zu sehen. Trotzdem konnten die Fahrgäste wie bei anderen Modellen einsteigen. Mit oft gemischten Gefühlen, stieg so mancher in einen Paternoster. Manche Menschen hatten Angst den Ausstieg rechtzeitig zu erwischen und dadurch mit der Kabine kopfüber auf die andere Seite des Systems zu wechseln. Die Mainzelmännchen und Charly Chaplin machten es vor. Natürlich war das scherzhaft gemeint! Meistens hatten die Personen-Umlaufaufzüge eine angenehme Holzausstattung, doch war die Raumerfahrung ähnlich einer Telefonzelle (ohne Blick nach außen). Schauen wir dem Tod ins Auge mit einer Beförderungsgeschwindigkeit von ca. 0,20 bis 0,45 Meter pro Sekunde. „Raumfahrt“ fühlt sich anders an.
Jetzt ist verständlich aus welchen Gründen der Name Paternoster gewählt wurde. Im Zusammenhang mit dem Rosenkranz, bei dem auf zehn kleinere Perlen für je ein Ave Maria, eine größere für das Vaterunser (lateinisch: Paternoster) folgte, wurde die Fahrt zur Vertrauenssache.
Es gibt einen Paternosterbaum, mit richtigem Namen Zedrachbaum (Melia azedarach), auch Persischer Flieder, Chinesischer Holunder genannt. Er ist ein sommergrüner Baum aus dem Süden und Südosten Asiens Aus seinen Samen werden Rosenkränze hergestellt .Daraus folgt der Bezug zum Paternoster. Aber Vorsicht: Die Samen sind giftig!

Teppichklopfer

Rituale sind im Leben wichtig. Manche davon ergeben sich automatisch, wie das Teppichklopfen. Aha? Bei Sonnenschein wurden Teppiche aus der Wohnung zu einer
Teppichstange getragen, um sie dann mit der Oberseite darüber zu hängen. Noch so ein Begriff! Sie sieht aus wie ein Tor ohne Netz. Das war anstrengend; doch anschließend begann erst die Maloche. Mit einem Teppichklopfer aus Weiden- oder Rattangeflecht wurde auf den „Hängenden“ eingedroschen bis der oder die Akteure aussahen wie „Pig Pen“ (Peanuts), weil der „Feinstaub“ – damals noch als solcher unbekannt – einige Zeit benötigte bis er sich niedergelassen hatte. Ein Krafttraining zu Hause war lohnenswert, zum Einen für das Öffnen der Telefonzellentür (wir berichteten in Ausgabe 112, Seite 3ff) und zum Anderen, und das erst recht, um die Teppiche von ihren Altlasten zu befreien. Danach musste das gute Stück, oder mehrere, wieder an Ort und Stelle getragen werden; also die nächste Anstrengung. Manche Kinder lernten den Teppichklopfer auf ihrem Hintern kennen, wenn die kleinen Strolche ungehorsam waren oder einen schlechten Streich gespielt hatten.
Heute können wir auf dem Teppich bleiben. Der Abstauber frisst alles auf mit seinem Schlauch bis der Fußbodenbelag sauber ist. Für Technik-Freaks, die das Geld dafür haben, gibt es Roboter-Staubsauger, sehen aus wie kleine Raumschiffe, wie eine Mutation technikangepasster Käfer, ähneln einer modernen Herdplatte in Betrieb oder einem Discman.

Toilettenstein

Klosteine, kleine einfarbige Klumpen die für eine gute Atmosphäre in der Toilette und in Urinalen sorgen sollen. Sprich: den unangenehmen Geruch überdecken und Kalkablagerung vermeiden. Aus diesem Grund wurde von Kurt Gade 1963 ein Patent für den Klostein angemeldet.
Einige Menschen haben ein seltsames, bizarres Verhältnis zu WC-Steinen, in dem sie eine Erweiterung des Gebrauchs als Delikatesse oder als sexuell stimulierende Droge („Poppers“) nutzen. In den USA hatte eine Frau über 15 Jahre hinweg kleinere Stücke vom Beckenstein – der aussah wie ein Törtchen („Schmecke muss er“) – genascht, die sie nach erheblichen Auswirkungen ins Krankenhaus brachte und möglicherweise Multiple Sklerose (MS) auslöste. Dies blieb trotz umfangreicher Untersuchungen ungeklärt! In der Psychiatrie wird diese seltene Essstörung – bei den Menschen die Ungenießbares oder Ekelerregendes verspeisen –  als Pica-Syndrom bezeichnet (hergeleitet von lat. Pica pica: Elster; die für ihren Nestbau alle möglichen Objekte sammelt). Zur Krankheit gehört auch das Schnüffeln oder Inhalieren, das dem Schnüffeln von Lösungsmitteln bzw. Klebstoffen gleicht. Poppers, ein Slang-Begriff für eine Gruppe flüssiger und kurzzeitig wirksamer Drogen, bestehen aus Amylnitrit, Isopropylnitrit und Cyclohexylnitrit. Amylnitrit, ursprünglich als Mittel gegen Angina pectoris eingesetzt,   riecht markant chemisch nach Chloroform -, wird als Droge missbraucht. Ihr Aroma ist zuerst süßlich, im Abgang echt bitter! Der ein oder andere steckt seinen Kopf in die Keramik, um die andere Variante der Droge, durch das Inhalieren der Geruchsstoffe vom Urinalstein – Moschusverbindungen, halogenorganische Verbindungen – die euphorisierte Wirkung zu erreichen. Na holla, die Elster.

Lebertran

Nach dem Appetitmacher Klostein, folgt ein weiter Höhepunkt der verschwundenen Dinge. In Zeiten des Gesundheitsbewusstseins, Stress, Omega-3-Fettsäuren, Nahrungsergänzungspillen und Komplexmitteln, surfen wir von Gesundheitswelle zu Gesundheitswelle, versorgen uns mit Vitaminen, um Abwehrkräfte zu steigern, damit uns keine Erkältung befällt. Damals, ja damals hieß die Wunderwaffe, Lebertran; eine fettige, ölige Flüssigkeit. Kinder waren plötzlich verschwunden sobald Mutter, die braune Flasche in der einen und den Löffel in der anderen Hand, das eklige Wort rief. Beim Verabreichen der Masse half kein Nase zuhalten oder schnelles herunterschlucken. Wichtig ist zu erwähnen, dass einige Mägen Schwierigkeiten mit den Nebenwirkungen hatten. Sehr empfindliche Kandidaten reagierten mit Spontanität, die sich durch sofortiges Übergeben zeigte. Bei übermäßiger Einnahme über mehrere Monate wirkt das in großen Mengen enthaltenem Vitamin A und D, alles andere als gesund, heißt Hypervitaminose. Bei einer akuten Hypervitaminose treten Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen auf, die über mehrere Monate überdosiert zu Verlust der Körperbehaarung, Bluthochdruck, Kalkablagerung und zu einer vergrößerten Milz und der Leber führt! Übertreibung ist nie gesund; auch nicht mit einer
Vitaminbombe (der Name sagt doch alles).
Heute gibt es hellgelbe Pillen, sieht aus wie vom Pillendreher aus Honig hergestellt. Äußerlich ja, innen drin ist Kabeljau, Dorsch, Hai und Schellfisch. Bald leben wir nur noch von Pillen. Guten Appetit!

Abenteuer Partykeller

Gibt es noch Erinnerungen an die persönliche Kneipe im Keller? Na klar! Wer privater, unbeobachteter feiern wollte, anstatt in der Kneipe von nebenan, der baute einen richtigen Partykeller in seine Katakomben. Mit Eckbank, Mahagonitheke, viel maritime Dekoration, wie das Fischernetz aus Spanien unter der Decke hängend, die korbumwickelte Weinflasche ebenfalls aus Spanien, eine Schatztruhe aus Frankreich in der sich Muscheln im Sand tummelten und weiteren Jagdtrophäen die sich im Laufe der Urlaube ansammelten. Der Röhrende Hirsch und das passende Geweih blieben im Wohnzimmer. Viel Holz wurde verbaut, leere Pullen Bier und Schnaps standen bis unter die Decke, um die Gemütlichkeit zu steigern. Das Ambiente stimmte. Zu einer guten Vorbereitung der Feiern im Untergrund gehörten der Käseigel, hochprozentiges (heute: Harddrink) und natürlich jede Menge Bier. Auf keinen Fall durfte Musik fehlen, die nach dem zweiten Weltkrieg im weiteren Sinne Schlager war, später zu Beatmusik wechselte. Jetzt konnte ein flotter Tanz die Hüften in Schwung bringen; in ruhigerer Gangart, Blues und Schieber. Der nachbarschaftliche Treff war gesichert. Rituale wie Flaschendrehen, Polonaise und LuftballonEngtanz durften nicht fehlen, genauso wenig wie die Toilette.
Später wurde das südländische Flair durch eine auffällige tropische Fototapete ersetzt. So wie die Fototapete in den Achtziger-Jahren unmodern wurde, verlor die Partyhöhle mehr und mehr an Attraktivität.

Trimm-dich-Pfade

Rituale sind wichtig im Leben. So wie einige sich rund getrunken und gegessen haben, konnten diese Personen gleich einem gesundheitlichen Trend aus der Schweiz folgen, in dem sie auf einem Rundkurs, – circa alle 200 Meter ein Turngerät mit Anleitung -, ihre Rundungen wieder abtrainierten. Gestartet hat die gemeinsame Aktion am 16. März 1970 der Deutsche Sportbund mit Kooperationspartnern Krankenkassen, Politik und Wirtschaft organisiert hatte. Cheftrainer war das Maskottchen Trimmy, das in sportlichem schwarz-weiß neben einer Hand mit hochgehaltenem Daumen und dem Slogan „Trimm dich durch Sport“, in der Werbekampagne zu sehen war. Entstanden ist der Trimm-dich-Pfad durch die Feststellung, dass zu viele Menschen übergewichtig waren, und das zu stark erhöhten Herzinfarkten innerhalb eines Jahres führten.
Familien, Jugendliche und Rentner liefen einzeln oder in Gruppen im Dauerlauf; alle 200 Meter eine Übung, wie Liegestütz auf einem extra umgefallenen Baum, Hocksprünge am Balken – die Äste vom extra umgefallenen Baum zusammengezimmert –  oder am Seil 3 Meter in die Höhe klettern – nur für Menschen ohne Akrophobie geeignet. Millionen waren infiziert vom neuen Breiten- und Freizeitsport. Nach vier Jahren wurde die Aktion für Vitaparcours (schweiz. Begriff) noch dreimal umbenannt, bis 1986 der Trend langsam auslief.
Heute wird mit Musik auf den Ohren gejoggt, der Sport mit den zwei Spazierstöcken betrieben oder in einer Lagerhalle der Foltergeräte einsam geschwitzt. Auf dem Laufband werden ferngesehen, Bücher gelesen, Vokabeln gelernt oder einfach nur transpiriert.

HB-Männchen

Ein ähnlich aussehendes Männchen wurde auf andere Weise sehr aktiv. Sobald im Haushalt etwas misslang, schoss die Zeichentrickfigur wie eine Apollo-Rakete in die Luft, während er rasend etwas Kryptisches von sich gab. Ein arabischer Text wurde rückwärts und mit doppelter oder mit zunehmender Aufregung, in höherer Geschwindigkeit abgespielt. Aus dem „Off“ klang ein fast meditativer Werbeslogan: „Halt, mein Freund! Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Greife lieber zu HB“. Als HB-König – Bruno war sein inoffizieller Name – kam er fast schwerelos auf den Boden zurück. „Dann geht alles wie von selbst.“, folgte ein ergänzender Satz.
Rauchen als tödliche Gefahr in Text und Bild auf Tabakwaren, soll heute genau davon abhalten, Zigaretten und andere Tabake als Entspannungsmittel zu konsumieren. Mit einem Bekanntheitsgrad von 96% – mehr als der Marlboro-Mann – wurde das HB-Männchen zur bekanntesten Werbefigur in der Geschichte des deutschen Werbefernsehens. Fernseh- und Kinowerbung – in dem auch Bruno vorkam – sind schon lange tabu. Daher rührt der Spruch: „Der geht gleich hoch wie ein HB-Männchen.“

Slime (Spielzeug)

Zurück zu den angenehmeren Themen, wie der Klostein. Einmal freigelassen, waren Kinderhände mit dem zähflüssigen Schleim (engl. slime) sehr kreativ. Oft zu finden in Haaren, auf Kleidung, Fußboden, Teppich, Sofa und in der Toilette et cetera. Ein glibberiges, giftgrünes, schleimiges – manchmal klebriges – Monster -, in einer Mini-Mülltonne gleicher Farbe. Außer der Verwendung von slime, um Eltern zu ärgern, gehörte es zu einer „Mutprobe“ das Produkt anzufassen. Lustig war das Erschrecken anderer Personen, in dünnflüssiger Konsistenz in Kindersendungen über Köpfe zu schütten oder in Ghostbusters II, satte 150.000 Liter slime einzusetzen (in einer Szene!).
Verschiedene Varianten wie zum Beispiel slime with worms (slime mit Würmern, violetter Schleim mit dunkelvioletten Gummiwürmern darin), slime eyeballs (mit Augäpfeln) und die Neuauflage bietet die Farben gelb, pink, dunkelgrün, orange, slime worms (slime mit Maden).
Toilettenstein, Lebertran oder doch lieber slime: „Wer die Wahl hat, hat die Qual.“

Tamagochi (tamago wotchi)

„ Kaum zu hören, bei diesem Geräuschpegel; seltsame Töne dringen aus einer Kiste. Zur großen Überraschung melden sich kleine elektronische Waisen aus alten Zeiten, mit dem Namen „tamago wotchi“. Weltweit populär als „Tamagotchi“. Jaa, es ist schon eine Weile her.
Da ist wohl noch Reststrom in der Batterie?!? „Lasst mich aus der Verbannung!“ heißt der klagende Ton. Aber wozu? „Und wenn ich bitte sage?“
Von Spielzeug zu Spielzeug. „Du warst für niemanden ansprechbar, weil Du elektronische Haustiere füttern musst?“ Fütterungszeit? Sind wir jetzt im Zoo? Nein! Oder doch? Die Elektronik löst nach und nach Natürlichkeit ab. Tamagotchi ist ein „Kofferwort“ aus tamago (dt. „Ei“) und wotchi (von engl. „Uhr“). Stichtag 1996: Die „Bandai“-Mitarbeiterin Aki Maita stellte in einer Abteilungsleitersitzung das Küken vor. Bandai entwickelte das Plastikei und brachte es zuerst auf den japanischen Markt, bevor es am 12. Mai 1997 in Deutschland mit hunderttausenden eine Invasion auslöste. Das Haustier aus Plastik: 5,5 cm x 4,0 cm x 1,5cm Abmessung, zu kaufen für schlappe 30 DM! Und das virtuelle Küken, hatte nach dem Schlüpfen Hunger, wollte trinken, Zuneigung bis zum nächsten Piep-Ton. Kinder schreien. So viele Bedürfnisse, zu sozial unverträglichen Zeiten. Der Besitzer trägt die Verantwortung für eine mittlerweile entwickelte eigene Persönlichkeit, die bei Vernachlässigung stirbt. Oh! Kinder vergessen auch mal zu essen, halten den Gang zur Toilette zurück, die Hausaufgaben auch, wenn sie im Spiel vertieft sind. Da ist es schon möglich, ein kleines Plastik-Ei zu vergessen. Na und? Zum Glück gibt es einen elektronischen Defibrillator, der gezielte Stromstöße gegen Kammerflimmern oder Vorhofflattern eingesetzt wurde, um den Platinen Herztod zu verhindern. Falls das Tamagotchi doch stirbt, begann die Reanimation mittels Reset-Knopf, und das Spiel fing von vorne an.
Heute gibt es Smartphones.
Weniger angetan vom manischen Spiel der Schüler – natürlich unter dem Tisch -, waren die Lehrer. Die Kinder konnten nichts gewinnen, außer Stress und Schlaflosigkeit; trotzdem spielten sie weiter. Verzweifelte Lehrer verbannten das Cyber-Ei aus der Schule. Und wer kümmert sich zu Hause um das digitale Haustier? Doch bald ist der große Hype aus ungeklärten Gründen vorbei. Bis zum 7. Juni 2004 in Deutschland der Reset-Knopf gedrückt wurde und eine neue Version mit dem Namen „Tamagotchi Connexion Version 1“ wurde veröffentlicht. Und wie! Noch menschlicher durch Gefühle, allerdings für andere Artgenossen, Kinderzeugung wird über eine Infrarot-Schnittstellen ermöglicht – natürlich eine jugendfreie Version – eine Familie gründen und heiraten („Schöne neue Welt“). Hochzeitsgeschenke können alle Verwandten stressfrei beim Hochzeitspaar abgeben. Nach dem Ausschlüpfen eines Babys, können sie als Familie wieder zurück auf den Tama-Planeten. „Und wenn sie nicht gestorben sind…“, doch sie sind gestorben und liegen auf dem Cyberfriedhof.
P.S. Das Tamagotchi kann Freunde gewinnen und Liebe empfinden!?

Papierführerschein

Mindestens 18 Jahre musste man sein, um die Freiheit mit einem Auto oder Motorrad zu genießen. Vorher hieß es, sich durch die Fahrschule zu quälen. Theorie lernen, Fahrpraxis üben, mehr oder weniger zitternd die Prüfung bestehen und am Ende der Leidenszeit endlich den Führerschein in den Händen zu halten. Auf das Stück graues Papier – umgangssprachlich: Lappen – wurde sehr gut aufgepasst. Er konnte durch Knicken schnell mal reißen oder versehentlich in der Waschmaschine sein Mindesthaltbarkeitsdatum verlieren.
Kein Aprilscherz! Am 1. April 1986 wurde die Pappe zum Mädchenschwarm: rosa, mit der Aufschrift „Modell der Europäischen Gemeinschaften“. Acht Monate später folgte der Führerschein auf Probe, der ab 1. Januar 1999 bei schweren Verstößen automatisch von zwei auf vier Jahre verlängert wurde. Wenn jemand zu viele Punkte gesammelt hatte (keine Pokemons), seit 1974 als Punktesystem eingeführt, im alten System 18, im neuen 8 Punkte, hieß das Level Fahrerlaubnisentziehung. Die Schiedsrichter der Sammelstelle saßen in Flensburg. Bei Wiederholung oder zu viel Alkohol im Blut, hieß es noch einmal lernen, um den Idiotentest [Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)] zu bestehen, egal ob grauer Lappen oder heute die Plastikkarte.
Jetzt ist das Gedöns in der Vergessenen Welt. Hier suchte ich archäologisch im Gehirn nach Erinnerungen. Ganz verschwunden ist die Vergessenen Welt bis heute nicht –Faszinierend und verblüffend: Aus den Augen, aus dem Sinn.
Im ersten Teil erwähnte ich Achtsamkeit. Manchem wird aufgefallen sein, dass einige verschwundene Dinge als Retro-Style wieder aufgelegt wurden. Naja, schließlich sind manche Artikel auch heute verkaufbar und sehen in einigen Fällen chic aus.
Vielleicht hat der eine oder andere manchen Schatz auf dem Dachboden oder im Keller. Wenn nicht, so sind Fotoalben, die Großeltern oder Bekannte eine Möglichkeit, nach alten Gegenständen zu fragen. Ob für den Sperrmüll, den Flohmarkt oder als Erinnerungsstück gerettet.

… Wenn das Heimweh nach Vergangenheit ruft,
bist wieder im Jahr „Schwarz-Weiß“?
Lass dich nicht verleiten,
die Zeit vergeht schnell.
Komme bald wieder!
Wünsche dir eine gute Reise, doch…
…vergiss nicht, dass du vergessen wolltest!

Viel Spaß beim erinnern. Staubwedel dabei?
Burkhard Glebe

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Paternosteraufzug
https://de.wikipedia.org/wiki/Teppichklopfer
https://de.wikipedia.org/wiki/Toilettenstein
https://de.wikipedia.org/wiki/Lebertran
http://www.spiegel.de/einestages/deutsche-heiligtuemer-a-949265.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Trimm-dich-Pfad
https://de.wikipedia.org/wiki/HB-M%C3%A4nnchen
https://de.wikipedia.org/wiki/Slime_%28Spielzeug%29
https://de.wikipedia.org/wiki/Tamagotchi
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_F%C3%BChrerschein

Unterwegs mit Bus und Bahn

Unterwegs mit Bus und Bahn

Eine Sammlung lustiger, skurriler, schockierender oder ekliger Beobachtungen
und Erlebnisse aus dem alltäglichen Leben mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mittags in der 106:
Leider nichts zu lachen.

Auf einer der vier seitlichen Sitzbänke in der Mitte der Bahn sitzt eine ältere Dame. Vor ihr steht ein Kinderwagen, in dem ihr Enkel herum hampelt und gegenüber, ganz vertieft in ihr Handy, lungert die Mutter des Kindes herum.
So weit so gut, das ist ja noch nichts Besonderes. Verstörend wurde das Ganze erst, als ein paar Haltestellen weiter eine Farbige einstieg und sich ins Blickfeld des Kleinen setzte. Als die Bahn wieder anfuhr, zeigte das Kind auf die grad´ Zugestiegene und rief: „Da! Ihh! Oma ihh!“.
Dabei schaute es seine Oma freudestrahlend an. So als erwarte es nun Bestätigung oder gar Lob. Da seine Großmutter nicht reagierte, wiederholte der Kleine nochmal, nun etwas lauter, breit grinsend und mit ausgestrecktem Zeigefinger in Richtung der Farbigen: „Ihh, da ihh!“
Endlich reagierte sie etwas verlegen, flüsterte ihrem Enkel ein „Nah, nicht!“ zu und gab ihm einen leichten Klaps auf die Hand. Die Mutter saß die ganze Zeit regungs- und teilnahmslos gegenüber.
Ein so kleines Kind kann sich dieses Verhalten ja nur abgeschaut haben oder noch schlimmer, es wurde ihm beigebracht. Da kann man sich ja vorstellen wie die Gesinnung in seinem Zuhause ist.
Ich war regelrecht schockiert.

Generell:
Vorsicht! Herpesgefahr schon beim Lesen.

Ziemlich eklig, aber kennt ihr das?
Ihr steigt in die Bahn und euch strömt der eklig beißende Geruch einer vollen Hose oder Windel entgegen.
Da wird schon die Suche nach dem richtigen Sitzplatz zum Abenteuer, man will ja möglichst weit weg von der „Quelle“ sitzen und, falls er oder sie schon ausgestiegen ist, definitiv nicht denselben Platz und eventuelle Rückstände erwischen. Spannend sind auch die forschenden Blicke vieler Fahrgäste, die sich gegenseitig mustern um den Verantwortlichen ausfindig zu machen. Nach dem Motto, ich bin‘s nicht, aber wer schaut denn hier verdächtig aus?
Ebenso die Gesichtsausdrücke der neu Zusteigenden, wie sie auf die unerwartete Atmosphäre entweder mit einer Grimasse reagieren oder sich nichts anmerken lassen, und sich dann ebenso wie man selbst ganz vorsichtig einen einigermaßen erträglichen (und bloß nicht den einen falschen) Sitzplatz suchen.
Und was eine Erleichterung ist es dann, wenn dieser Horrortrip zu Ende ist und man endlich wieder Frischluft atmen darf!

Ein Bus namens Oma!
Endlich was Lustiges.

Es war ein Abend irgendwann im Frühjahr und die Dämmerung setzte bereits ein. Unterwegs mit der Linie 107, aus der Essener City Richtung Kray, bog der Bus nach Passieren der Haltestelle Wasserturm Richtung Busspur in der Mitte der A40 ab. Betreten oder Begehen besagter Busspur ist strengstens untersagt und definitiv keine gute Idee, so die deutlich sichtbaren, auf Lebensgefahr hinweisenden, Warnschilder.
Ganz plötzlich stoppte der Bus ruckartig und zur Verwunderung Aller stand der Fahrer auf, öffnete die Vordertür und stieg aus. Zwei Fahrgäste folgten etwas später.
Neugierig wieso, weshalb und warum erhoben sich viele Fahrgäste um nachzusehen was geschehen war und trauten ihren Augen kaum, als kurz darauf eine Oma samt Rollator vorne in den Bus gehoben wurde.
Hatte die alte Dame etwa die Haltestelle Wasserturm nicht gesehen, dafür aber in der Ferne die nächste Haltestelle, auf der Busspur in der Mitte der Autobahn liegend, erspäht? Naja, egal aus welchen Gründen, sie zockelte tatsächlich gemütlich mit ihrem Rollator über die Busspur in der Mitte der Autobahn. Zum Glück war der Busfahrer aufmerksam und es ist nichts Schlimmeres passiert.
Und irgendwie schon witzig, was hätten wohl die wartenden Fahrgäste an der nächsten Haltestelle gedacht, wenn die ältere Dame dort mit ihrem Rollator vorgefahren wäre. Ein Bus namens Oma!

K.S.

Unnützes Wissen

Hier mal eine kleine Sammlung unnützen Wissens, komischer Gesetze und allerlei Mumpitz:

Tierisch:

  • 40 % aller Säugetiere sind Nagetiere
  • Spinnenfäden sind dünner als Laserstrahlen, aber fester als Stahl
  • Auf einen Menschen kommen rund 200 Millionen Insekten
  • Faultiere können bis zu 30 Minuten die Luft anhalten
  • Rehe essen gern Bananen
  • Ein Schmetterling hat 12000 Augen
  • Grillen hören mit den Knien
  • Das Blut eines Grashüpfers ist weiß
  • Wenn ein Hai sein Maul zu lange offen hält, erstickt er
  • Gottesanbeterinnen reißen ihren Männchen beim Sex den Kopf ab, da dadurch der Spermienausstoß vergrößert wird
  • Jeder zweite Elefant ist Linksrüssler
  • Auch Affen leiden an der Midlife-Crisis
  • Die Augen von Elchen sind genau so angeordnet, dass sie gleichzeitig beide Hinterhufe beobachten können
  • Ein Krake hat einen Lieblingsarm
  • Der Ochsenfrosch ist die einzige Amphibie, die nie schläft
  • Giraffen schlafen nur 5 Minuten am Tag
  • Flusspferde furzen durch den Mund
  • Der Körper der meisten Chamäleons misst nur die Hälfte ihrer Zungenlänge
  • Ein Eisbär ist dreimal so schwer wie ein Löwe
  • Gnus haben Duftdrüsen in ihren Hufen. Anhand der Duftspuren ihrer Artgenossen finden sie dadurch auch bei völliger Dunkelheit sicher zu ihrer Herde zurück
  • Dreifarbige Katzen sind fast immer weiblich
  • Nagetiere wie Hamster oder Kaninchen fressen ihren eigenen Kot, da sie keine Wiederkäuer sind und durch das nochmalige Fressen die im Dickdarm freigesetzten Nährstoffe aufnehmen können
  • Kakerlaken im Himalaya ernähren sich von vom Wind angewehten, erfrorenen Kleinstlebewesen
  • Ein Zitteraal kann Elektrizität mit einer Spannung von rund 650 Volt produzieren, außerdem haben Aale den besten Geruchssinn aller Tiere

Allerlei:

  • Es dauert 3 Stunden, bis eine Schneeflocke die Erde erreicht
  • Das längste deutsche Wort, in dem sich kein Buchstabe wiederholt ist »Heizölrückstoßabdämpfung«
  • Weltweit gibt es nur zwei Städte, die ein Ausrufezeichen im Namen haben: „Saint-Louis-du-Ha!“ in Kanada und „Westward Ho!“ in England
  • Beim Essen eines Stücks Sellerie verbraucht man mehr Kalorien, als man zu sich nimmt
  • Wenn eine Preiselbeere wie ein Flummi hüpft, ist sie reif
  • Einige amerikanische Kinderwagen sind mit dem Vermerk versehen, ihr Kind vor dem Zusammenklappen des Transportmittels doch bitte aus dem Selben zu entfernen
  • Lothar Matthäus wurde zum Raumausstatter ausgebildet
  • Die Gespräche mit „Siri“ werden bei Apple 2 Jahre lang gespeichert
  • Ein Durchschnittsmensch produziert in seinem Leben etwa 14.000 Liter Schweiß
  • Das meistgesungene und bekannteste Lied der Welt ist »Happy Birthday to you«
  • Küssen ist ebenso gesund wie Joggen
  • Zwei Drittel der Welternte an Auberginen wächst in New Jersey
  • Ein Drittel aller Amerikaner spülen, während sie noch auf der Toilette sitzen
  • Der Name „Esso“ entstand aus „S.O.“. Das ist die Abkürzung für die von D. Rockefeller gegründete Firma „Standard Oil“
  • Europa ist der einzige Kontinent ohne Wüste
  • »Metsotso e mashome ameraro ka mora hora ya leshome le motso e mong« heißt in der südafrikanischen Sprache Sesotho: „Halb elf“
  • Inuit definieren die Kälte der Nacht über die Anzahl der Hunde, die nötig sind, um warm zu bleiben
  • Michelangelo war Linkshänder
  • In Afrika sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Nilpferdangriffe als durch alle anderen Tiere
  • Erdnüsse gehören zur Familie der Bohnen, nicht zu der der Nüsse
  • Der Daumen hat die gleiche Länge wie die Nase, die Füße haben die gleiche Länge wie die Unterarme, der Kopf und der Abstand zwischen den Brustwarzen. Außerdem sitzt der Bauchnabel immer genau in der Mitte des Körpers
  • Der durchschnittliche Mensch isst im Laufe seines Lebens 500g Insekten
  • Kiwis stammen aus China
  • Martin Luther verwendete in seiner Übersetzung der Schöpfungsgeschichte für „Frau“ das Wort „Männin“
  • Frauenherzen schlagen schneller als Männerherzen
  • Australien exportiert Kamele und Sand nach Saudi Arabien
  • Eau de Cologne wurde ursprünglich als Mittel gegen die Pest erfunden
  • Die Augen tränen beim Zwiebelschneiden nicht, wenn man Kontaktlinsen trägt
  • Das menschliche Gehirn besteht zu 80% aus Wasser
  • »Tiramisu« heißt »zieh mich hoch«
  • In den Niederlanden siezen Kinder ihre Eltern
  • Thomas Gottschalk arbeitete früher als Postbote
  • Muttermilch kann durch Sporttreiben sauer werden
  • 60% des weltweit geernteten Getreides werden als Futtermittel für Tiere verwendet
  • Wenn thailändische Polizisten zu spät zum Dienst erscheinen oder falsch parken, müssen sie zur Strafe einen Tag lang ein rosa »Hello Kitty«-Armband tragen
  • Der menschliche Körper erzeugt und zerstört 15 Millionen rote Blutkörperchen pro Sekunde
  • Destilliertes Wasser ist absolut ungiftig und erst zwischen 6 und 14 Litern tödlich, genau wie normales Leitungswasser. Es kann also bedenkenlos getrunken werden – enthält aber keine Mineralstoffe oder Spurenelemente

Amerikanische Gesetze:

  • In Pennsylvania darf man nicht singen, wenn man in einer Badewanne sitzt
  • In New York ist es Schotten nur Sonntags verboten, einander mit Pfeil und Bogen zu erschießen – von Montag bis Samstag ist das erlaubt
  • In Logan County (Colorado) ist es Männern nicht gestattet, schlafende Frauen zu küssen
  • In Milwaukee darf kein Wagen länger als zwei Stunden geparkt werden, außer es ist ein Pferd an der Stoßstange festgebunden
  • In Urbana, Illinois, ist es Monstern verboten, das Stadtgebiet zu betreten
  • In Tampa Bay, Florida, ist es verboten, an einem Sonntag nach 18 Uhr Hüttenkäse zu verzehren
  • In Brooklyn ist es Eseln untersagt, in Badewannen zu schlafen
  • In Wisconsin ist es illegal, einen schlafenden Feuerwehrmann aufzuwecken
  • In der Stadt Lehigh in Nebraska ist es verboten, die Löcher aus den Donuts zu verkaufen
  • In Georgia ist es ungesetzlich, einen Gottesdienst ohne geladene Waffe zu besuchen
  • Friseuren ist es in Waterloo, Nebraska, verboten, zwischen 7 Uhr morgens und 7 Uhr abends Zwiebeln zu essen
  • In ganz Kalifornien ist die Entenjagt vom Flugzeug aus verboten
  • In Hood River, Oregon, ist das Jonglieren ohne Jongleur-Lizenz polizeilich verboten
  • In Nevada sind Kamele als Transportmittel auf Autobahnen nicht zugelassen
  • In Nord Dakota ist es verboten, in Schuhen einzuschlafen
  • In Alaska darf man keine schlafenden Bären wecken, um sie zu fotografieren
  • In International Falls, Minneapolis, ist es Katzen gesetzlich verboten, Hunde auf Telefonmasten zu jagen
  • In Kansas ist es gegen das Gesetz, Fisch mit der bloßen Hand zu fangen
  • In Vermont benötigen Frauen eine schriftliche Genehmigung ihres Gatten, wenn sie falsche Zähne tragen wollen bzw. müssen
  • Das Furzen in Fahrstühlen ist in Texas streng verboten
  • In Fort Madison/Iowa ist die Feuerwehr verpflichtet, bei jedem Brand zunächst eine Viertelstunde zu üben, ehe die Löscharbeiten ernsthaft beginnen dürfen

Internationale Gesetze:

  • Einem Gesetz in Bhutan zufolge darf ein jüngerer Bruder erst dann seine Unschuld verlieren, wenn sein älterer Bruder sie verloren hat. Er darf auch nicht heiraten, bevor ein älter Bruder geheiratet hat
  • In Frankreich dürfen Schweine nicht „Napoleon“ genannt werden
  • In der Schweiz am Zürichsee ist es verboten, einen gefangenen Barsch, der eine gewisse Mindestlänge überschreitet, wieder ins Wasser zurück zu lassen
  • In der Schweiz ist es per Gesetz verboten, im Keller seines eigenen Hauses zu wohnen
  • In der Türkei ist es den Frauen gesetzlich verboten, Hosen am Arbeitsplatz zu tragen
  • In Hawaii ist die Teilnahme an Schwimmwettbewerben nur ohne Schwimmweste gestattet
  • Im Libanon ist es erlaubt Sex mit Tieren zu haben, aber die Tiere müssen weiblich sein. Sex mit männlichen Tieren wird mit dem Tod bestraft
  • In England gilt es als Verrat, wenn Briefmarken, die das Bildnis der Queen zeigen, falschrum aufgeklebt werden
  • In Bahrain darf ein männlicher Arzt die Genitalien einer Frau untersuchen, aber es ist verboten sie direkt anzusehen. Er darf nur die Reflektion in einem Spiegel betrachten
  • In Deutschland ist es verboten, mit einer Pappnase, einem falschen Bart oder einem bemalten Gesicht an einer öffentlichen Versammlung und Aufzügen teilzunehmen. Ein Verstoß gegen dieses Vermummungsverbot kann einen für bis zu 12 Monate ins Gefängnis bringen
  • Die Strafe für Masturbation in Indonesien ist Enthauptung
  • In Hong Kong ist es einer betrogenen Ehefrau erlaubt ihren untreuen Ehemann zu töten, aber sie darf das nur mit ihren bloßen Händen machen. Die Geliebte des untreuen Ehemannes darf sie jedoch in jeder gewünschten Art und Weise töten
  • Und dem, der in Hong Kong in der U-Bahn die Füße auf das gegenüberliegende Polster legt, drohen bis zu neun Monaten Haft
  • Den Bürgern der brasilianischen Stadt Biritiba-Mirim ist es seit 2005 verboten zu sterben. Der Grund: Der Friedhof ist voll und die nationalen Gesetze verbieten die Neuanlage oder Erweiterung von Friedhöfen im Bereich dieser Stadt, weil dort die Umwelt besonders schützenswert ist
  • In Cali, Columbien, darf eine Frau nur dann zum ersten Mal Sex mit ihrem Ehemann haben, wenn ihre Mutter im Raum ist um das zu bezeugen

Habt ihr euch schon einmal gefragt, woher sowas wie „Bitte das Kind vor dem Zusammenfalten entfernen“ oder „Das Einschlafen in Schuhen ist verboten“ eigentlich kommt? Und wenn wir schon dabei sind, was wollte der, der herausgefunden hat, wie man eine Kuh melkt, eigentlich tun? Wer hat entdeckt, dass die Milchsäurebakterien in Joghurt „linksdrehend“ sind und sich nicht einfach kreuz und quer tummeln?
Warum gibt’s Jaguare aber keine Neinguare? Na, das führt wohl zu weit. Hoffentlich hat euch das Lesen dieser kleinen Unsinnigkeiten gefallen.
JK

Hier schreibt der Ausleiter…

Hier schreibt der Ausleiter…

Das wars. Tut mir leid, den Leserinnen und Lesern das durch diese über allen anderen thronende Ausgabe aus- und eingeleitete Ende bekanntzugeben. Wir empfinden weder Reue noch Bestürzung, stürzen jedoch ein wenig in Verzweiflung. Was bleibt uns denn anderes übrig? Gründe für das vorzeitige Aus gibt es genug:

  1. Der Drucker hat endgültig den Geist aufgegeben.
  2. Die Stanze bekämpft unentwegt ihren ergebenen Bediener.
  3. Die soziale Mildtätigkeit ist vorbei, der Kahlschlag regiert erbarmungslos das Land.
  4. Die Rektalrhetoriker schlagen schonungslos zurück.
  5. Der „Anleiter“ hat entsetzliche gastrische Beschwerden, die für das Team unzumutbar sind.

Reicht das oder wollt ihr noch mehr Myleser? Sollen wir uns noch weiter seelisch Ausziehen, alles aus uns herausholen was die Sensationsgier der Massen befriedigt? Wollt ihr ein schauriges Psychogramm über den desolaten Zustand des Redaktionsbüros? Wollt ihr Skandale, Intrigen und Schauermärchen?
Die Wahrheit ist: Es geht einfach nicht mehr. Die Luft ist raus, das Feuer der Leidenschaft hat aufgehört zu brennen. Der Intellekt ist von der Klippe gesprungen. Dionysos und Apollon haben sich von uns abgewendet. Weiterzumachen würde lediglich nur noch Selbstverrat, Selbstplagiate und Selbstzweifel verursachen. Wenn man nicht einmal mehr mit den Göttern der Unterwelt tanzt, wenn niemand das Leid und die unfassbaren Qualen akzeptieren will, die die Produktion jeden Monat mit sich zieht, wenn die Redaktion zur Reduktion und der Anleiter zum Ausleiter wird hilft nur noch eins….

Aufhören! Das Handtuch werfen! Aufgeben! Sich hängen lassen! Schmalhans als Küchenmeister akzeptieren! Dem schonungslosen Ende entgegen sehen! Ausschalten! Walkover! Das Orchester nicht mehr spielen lassen! Tschüss! Schluss! Aus! Au……aaaah!

Nein. Jetzt mal bitte mit Ernst. Tut uns nicht leid euch verarscht zu haben: April! April! April!

J.M.

Wettervorhersage

Wettervorhersage

Früher, also damals, war das Wetter noch klar strukturiert. Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Im Frühjahr schienen die ersten warmen Sonnenstrahlen. Die Bäume und Sträucher begannen zu blühen. Ein Sommer war lang und heiß. Blätter fielen im Herbst und der Regen kam. Schnee und Eis meldeten den Winter an. Es war kalt und die Fruchtfliegen hatten Pause.
Was man wann anziehen musste, war klar. So konnte jeder sich rechtzeitig auf die Jahreszeiten einstellen. Die Verhältnisse waren klar definiert.
Heute, sprich in den letzten Jahren, hat sich alles verändert. Der Wind hat gedreht. Und wie!
Heutzutage hat das Wetter mehr Stürme, bis zum Tornado, im Angebot.
Im Laufe der Zeit ist das Frühjahr der Ausläufer des Dauerherbstes. Aus Sicht des Sommers, zeigte dieser leichte Verwunderung über die neue Wetterlage. Nicht nur das. Wofür sollte er sich entscheiden? Es wechselt das Klima wie damals der April; der macht was er will. Wie schon erwähnt, ist der Herbst zur Dauereinrichtung mutiert. Damit ist der Winter im Klimakterium, d.h. er ist in den Winterschlaf gefallen! Ihm wurde die Veränderung zu heiß.
Gelegentlich konnten Eisbären und Pinguine gesichtet werden. Sie waren sehr enttäuscht. Ihre Wettervorhersage sah anders aus. Schließlich sind die Tiere aufgrund des Klimawandels umgezogen. In deren Heimat schmilzt der Winter. –Naja, wir erleben das manchmal im Urlaub. Eine Reise in Länder die z.B. Sonne versprechen, suchen wir immerhin gezielt aus, um dem zweifelhaften Wetter im Hier und Jetzt zu entfliehen-. Sonne, Meer, ruhiges Hotel. Denkste! Baustelle, Regen, Haustiere die mitessen etc.
Im ganzen Jahr ist Kleidung für jede Jahreszeit erhältlich-sale-wofür? Die Folgen sind nicht nur in der Natur zu sehen. Dächer wurden selbstständig, zogen blank. Garteneinrichtungen wie Lauben wurden entlaubt. Bäume Sträucher sahen aus wie ein vertrockneter Tannenbaum nach Sylvester. Sehr transparent. Andere Gegenstände flogen wie Mary Poppins, im Glauben ohne Schirm auszukommen. Von wegen „Supercalifragilisticexpialigetisch“ Straßen und Umgebung sahen aus wie Szenen aus einem Endzeitfilm. Es fehlte nur noch die passende Musik dazu.

„Erste Hilfe“! Die stabile Seitenlage. NEIN.  Stabile Wetterlage- Aber wie?
Konservierungsstoffe, um das Wetter einzudosen oder einzufrieren (die Eiszeit gab es schon) damit wir unseren Urlaub sichern können bzw. zu Hause „schönes“ Wetter haben, sind noch nicht erfunden. Meinen Zaubertrank habe ich bei Miraculix, präpariert und tiefgefrostet. Einschlägige Lieferanten (www.Schildbürger.komm) bringen in haushaltsgerechten Mengen die Wetterschachteln bis vor die Haustür inklusive einer neuen Wettervorhersage. Das nenne ich Service! -Uhh, jetzt habe ich meine Geschäftsidee verraten!
Ozonloch und Treibhausgase wirken drastisch. Treibhaus, frei übersetzt: Toilette. Nachdem die Geschäfte gut vorangetrieben und das Fenster geöffnet wurde, sollten genau am Fenster
zwei Meteorologen einmal die Werte messen
Den Job möchte ich nicht haben.
Fernwärme. Grundsätzlich eine gute Sache. Ausreichend Fernwärme bringt uns die Sonne. Ozon, ein Schutzschild vor Schädigungen ultraviolette Strahlung; obwohl das Ozonloch wintersüchtig ist.
Neueste Messungen zeigen, dass sich das Ozonloch schließt. Gesetze wie FCKW zu verbieten, sind doch sinnvoll. Das sag` mal den knapp 13 Millionen Rindviechern. Und das nur in Deutschland! (weltweit: 965 Millionen Scheißerchen!!!) Um diesen unsäglich, supernatural, mega- abenteuerlichen Ausstoß zu messen, werden erneut Gasometer gebaut. Echtkrass! Mancherorts verändert sich auch das Geruchs-Klima. Wohin mit dem Flüssigmist? Inzwischen hat sich das Loch wieder vergrößert. Scheiße!!!
Wenn ein Programm sich hoffnungslos aufgehängt hat (makaber, oder?), kein Warmstart funktioniert (das wurde mit Sicherheit von Warmduscher abgeleitet) wird die Brechstange aus der Werkstadt, eehm Labor geholt. Nachdem Wissenschaftler einen Warmstart erfolglos beim Ozonloch versucht haben, und die Zeit drängt, wird jetzt der sogenannte Kaltstart eingesetzt. Flucht- und Rettungspläne hängen bzw. werden elektronisch verstärkt gesendet. („Schreib `doch einfach: E-Mail“).
Beim Kaltstart wird keine Vorwärmung durchgeführt, ohne dass vorher Druck im Jahreszeitenkreislauf aufgebaut wurde. Einen Kaltstart gibt es nicht nur im Winter. Moment. Da oben ist alles überhitzt. Die Sonne hat keine dunkle Brille mehr auf.
Was bitteschön kann das Wetter dazu?
Über den…
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In HD treten die eindrucksvoll colorüberlasteten Wetterkarten als Farbstoffe für dunkle Jahreszeiten aus dem Fernseher. Omas Schnittmuster habe ich damals gerne ausgemalt. Das war noch Kunst.
Spontan wurde für die aktuelle Wettervorhersage als Jubiläumsausgabe der x-ten Sendung, ein glutvoll erfolgloser Aufwand im Stil einer retrospektiven Einheitsbrei-Revue aus den 50er-Jahren inszeniert. Indes entwickelte sich der Auftritt beider Wetter-Hähne zum Schicksalsschlag. Einerseits durch Lokale Wetterprognosen, z.B. durch die Anpassung einer großräumigen Prognose an die lokalen Begebenheiten mittels Erfahrungswerten. Andererseits verändertes Freizeitverhalten der Bevölkerung (Outdoorsport zum Beispiel: Snowboarden) bedingt genauere Prognosen: Die Menschen möchten schon am Montag wissen, ob das Wochenendwetter gut ist.
Na dann los. Wodurch auch immer, erzeugte das Meteorologie-Werkzeug, insbesondere für die zeitliche Entwicklung der Zuverlässigkeit von Wetterprognosen, eine abstruse Show. Anzeichen von Wetteränderung, Unwetter, Überschwemmungen forderten Geschmacksverstärker für Obst und Gemüse. Kaum war die Prognose raus, hat das Wetter kräftig abgehustet. Ein uns aus dem TV bekannter Vulkan in Island, Eyjafjallajökull-in Lautschrift: Supercalifragilisticexpialigetisch-, röchelt, wie das für Vulkanier so üblich ist. Bei Magen-Darm-Verstimmungen konnte er nichts mehr bei sich halten, spukt Gift und Galle. „Man, hat der einen Auswurf!“ Fachleute nennen das Lava (wie die Lampen). Osterglocken läuten bereits im Januar. Mit neuem Namen „Kühlschrank-Wind“ kann sich die Kaltfront nicht mit der „Warmes Föhn-Wetter-Prognose“ einigen. Ebenso ergeht es dem Meer. Zuerst schäumt es über vor Freude. Später schlug die Stimmung um in Wut. Die absolut magischste Nummer zeigte das Regen-Radar, das ab sofort auch Flugzeuge auf dem Schirm hat. Zum Schluss versagte die Nebelmaschine. Dünner, mäßiger, starker, dicker Nebel:
so oder so. Ich seh`nix!!!
Unter Zeitdruck, zwischen Hochdruck und Tiefdruck, in dem Wissen, dass die inspizierende Erwartung der Freizeit-Ausbeuter kompromisslos ergebnisorientiert ist, scheiterten die Wetterversager. Weder Instinkt, noch das als kongenialen Abschluss gedachte Feuerwerk in Form eines Wetterleuchtens, erzeugten keine wiedergutmachende Stimmung. Ein Geistesblitz für die letzte Rettung der Situation fehlte. Wetter- Kriminologen sind keine Pyrotechniker! Der Schwamm ist ausgequetscht. Die Benutzerzufriedenheit wurde böse enttäuscht.
Nach dem „Theater-Blamage“ hatte der Wetterfrosch sooon Hals (siehe Bild im Internet) und ging außer Landes. Aus der Umschulung zur „Prinzen-Rolle“ wurde auch nichts. Wer will ihn schon küssen…obwohl …bei seinem Zungenkuss? „Fürs Wetter zuständig, aber nicht verantwortlich.“ Mit dieser Einstellung des Wettereologen, konnte keinesfalls eine seriöse Wetterprognose erstellt werden. Beide „Experten“ sind jetzt erwerbslos. Gründe dafür sind das misslungene Panorama-Varieté inklusive der Wettervorhersage die so sicher ist wie das Pünktlichkeitsversprechen der Verkehrsbetriebe.
Sie leben ab sofort in einer WG mit dem Namen „Wolkenkuckucksheim“. Ein edles Luftschloss! Ha! Für Wetter Gurus ist der richtige Name:
Wetteranen-Gewitterzelle.
Und das passiert nicht nur im April!
Stellen Sie sich unser jetziges Klima ohne Wetter vor. Machen Sie mal eine Reise zum Mond. Sie werden staunen. Glauben Sie nicht?! Am besten fragen Sie die Astronauten nach ihren Erfahrungen.

Das war meine letzte Wetterprognose. Ich lebe jetzt ebenfalls in diesem. Wetterologen-Graupel
Letzte Ausfahrt…“Luftschloss“.

Gute Besserung an das Wetter, auf das du bald aus dem diabolisch rechthaberischen, indiskreten und taktlosen Klimakterium desertierst; abziehst ins Höhentief!
Klick rein, schau nach:

www.wetter.we/woeswelchesgibt

Burkhard Glebe

Gesprächsfetzen

Gesprächsfetzen

Kennt ihr das, wenn ihr in Situationen seid, in denen ihr nicht weghören könnt? Nicht, weil ihr unbarmherzige, neugierige Lauscher seid (naja gut, nicht nur…J), sondern weil Menschen auf der Straße an einem vorbei gehen oder weil man auf der Rolltreppe steht oder im Supermarkt an der Kasse.
Ich liebe diese Fetzen von Gesprächen, die man dann oft mitbekommt. Manche spannen einen echt auf die Folter, und man ist versucht, jemandem kurzzeitig zu folgen, um das Ende der Geschichte zu erfahren, bei manchen muss man unwillkürlich lachen oder den Kopf schütteln.

Hier einige meiner liebsten Fetzen, denn manchmal, wenn ich selbst etwas trüb bin, haben einige dieser Gesprächsbausteine, die nicht in meiner Welt entstanden sind, über Wochen noch die Macht, mich wieder aufzuheitern.

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Auf meinem Heimweg kamen mir zwei etwa 10jährige Mädchen mit Ranzen auf dem Rücken entgegen, die wohl ihrerseits auf dem Heimweg von der Schule waren. Dabei erzählte das eine Mädchen ihrer Freundin:
„Ich hab zwei, ein orangenes und ein schwarzes, und das Orangefarbene ist so orange und das Schwarze –„
Wupps, außer Hörweite. Ich möchte zwar weder vorgreifen noch jemandem Worte in den Mund legen, aber ich hätte meine linke Hand darauf verwettet (Das ist ok, ich bin Rechtshänderin), dass der Satz mit „schwarz“ weiterging. Baff wäre ich bei „rund“ oder „klebrig“ gewesen.

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Ich saß im Bus, direkt am Gelenk, am Fenster. Neben mir saß eine alte Dame. Da steigt eine junge Familie ein. Vater, Mutter, Sohn und Tochter, die Kinder zwischen 4 und 7.
Der Bus war recht voll, die Mutter setzte sich mit der jüngeren Tochter in den Zweier neben unseren, der Vater blieb mit dem Sohn im Gelenk stehen.
Da ältere Herrschaften ja oft den Drang haben sich zu unterhalten (Das find ich gar nicht schlimm! Ehrlich nicht! Ich mag es sehr, wenn sich ein alter Mann neben mich setzt und beginnt, von seiner kaputten Waschmaschine zu reden, obwohl ich gerade mitten im spannendsten Thriller bin!), und sich gerade bei Kindern ja nie wirklich gut zurückhalten können, sprach die Oma die Kinder an.
„Oh, na ihr seid ja hübsch!“ Was denkt man, sollte ein Kind auf sowas antworten? Genau, gar nichts. Der Junge starrte die Dame mit riesigen Augen an und drückte sich gegen die Beine seines Vaters, als wollte er durch sie hindurch hinter sie verschwinden.
„Sag, wo kommst du denn her?“ fragte die alte Dame völlig schmerzfrei weiter.
Da drehte sich der Junge halb um, zeigte auf die Unterleibsregion seines Vaters und sagte „Von da“.
Ein gut aufgeklärtes, schlagfertiges Kind!

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Ich stand am Bahnhof und wartete auf meinen Bus, da kam drei Generationen Frau an mir vorbei – Großmutter, Mutter, Tochter.
Plötzlich schreit das Kind, das hinter der Großmutter läuft:
„Boah neee, jetzt hat die Oma schon wieder voll gefurzt!“

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Eine Situation war wirklich kurios, da kamen mir zwei Männer entgegen, die über einen Motorradhelm redeten:
„Und weißte, du wirst nie erraten was der gekostet hat! Nie!“ – außer Hörweite. Das an sich war nicht besonders interessant, aber kaum waren die Beiden weg, kamen mir zwei Frauen entgegen, von denen die Eine vergnügt quietschte: „Waaas? Nein! Das ist ja nichts! Das ist ja fast geschenkt! Da hätt ich auch sofort zugeschlagen!“
Das hat auf eine Weise zusammen gepasst, dass ich es fast schon gruselig fand.

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In dieser Situation war ich auf einer Geburtstagsparty eingeladen, und ich kannte von all den Gästen vielleicht drei Leute. Das hält mich nicht ab, kontaktscheu war ich nie, daher hatte ich auch kein großes Problem damit, herumzustreunen und den ein oder anderen neuen Menschen kennen zu lernen. Da erlebte ich etwas, was ich ziemlich schlau fand – zwei wirklich aufeinander eingespielte
Freundinnen! Ich war sehr, sehr beeindruckt und bin es noch!
1:„Ja, dann ist der Mike auch da, und man, ich hatte gehofft der kommt nicht“
2:„“Jau, der merkt gar nicht, wie sehr er schon nervt, wenn er einfach nur neben einem steht“
1:„Ach Mist, da kommt er, war ja klar“
Mike: „Hallo, Mädels, worum geht’s?“
1: „Ich hab meine Tage, und ich hab dann immer so irre Krämpfe“
2: „Ich hab dann auch welche, als würde sich ein glühender Dolch im Unterleib rumdrehen“
1: „Tolle Unterwäsche anziehen kann man dann auch nicht, lohnt sich einfach nicht“
2: „Ja, immer wenn man denkt, man hats überstanden, blutet es auf einmal nach“
Mike: „Oooook, wir sehen uns noch“ – Wusch, weg.
2: „Gottseidank“
1: „Japp. Sollen wir Montag eigentlich in die Stadt? Jenny kommt dann wohl auch mit“…

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4

In der Bahn, hinter mir saßen Studenten, die in Partylaune waren, es war Wochenende. Ich sah sie nicht, aber ich hörte einen:
„Alter, ich bin so betrunken, auf einer Skala von eins bis zehn bin ich grün“

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Ein anderes Wochenende, selbe Situation: Ich auf dem Heimweg mit der Bahn, und mit mir steigen ein paar sichtlich angetrunkene (vermutlich) Studenten aus.
„Man, ich hab Durst“
Da gab einer dem Anderen einen vollen Plastikbecher.
„Und was ist das?“
„Mein Urin. In der Bahn war kein Klo“

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Zwei Mädels. Eine:

„Fischstäbchen wären total lecker, wenn nicht das glibberige weiße Zeug in der Mitte wäre!“

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Jetzt geht es mal nicht um ein Gespräch, sondern um eine Situation, die ich beobachten durfte, und die mich jedes Mal, wenn ich daran denke, erheitert.
Zwei ältere Herren standen an einer Straßenecke und verabschiedeten sich augenscheinlich voneinander, ich konnte sie leider nicht hören, nur sehen. Einer der Herren stieg in sein Auto – da es eine Ecke war, stand ein Auto direkt an der Ecke, und der Herr stieg in das Auto ein, das gleich dahinter stand. Er hatte nicht viel Platz und war relativ eingeparkt. Der andere Herr half ihm, indem er wedelnd zu verstehen gab, bis wo sein Freund immer fahren durfte, bis er wieder kurbeln musste. Das schien mir alles ziemlich anstrengend. Als es geschafft war und der autofahrende Herr nach einem letzten Winken davonbrauste, stieg der Zurückgebliebene plötzlich in das Auto, das direkt an der Ecke stand, also vorn die absolut freie Fahrt hatte, und fuhr davon. Das war reiner Slapstick.

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Ich hoffe, ich konnte euch ein Wenig amüsieren, und vielleicht mögt ihr derartige Fetzen ja genau wie ich. Wenn ihr es bisher noch nicht getan habt – haltet mal die Ohren bewusst offen, wenn ihr unterwegs seid… ihr werdet sicher auch das ein oder andere Lustige zu hören bekommen.

JK

Mitfahrzentralen – Berichte einer Mitfahrerin

Mitfahrzentralen – Berichte einer Mitfahrerin

Es gibt sie schon lange, auch wenn durch die verstärkte Werbung oder die neuerdings extreme Internetpräsenz  der Eindruck entstehen kann, dass die verschiedenen Mitfahrgelegenheiten erst ein 6 oder 7 Jahre altes Modell sind.

Was genau ist das, wie nutzt man es, und was muss man da machen?
Erst eine kurze Begriffserklärung: Mitfahrgelegenheiten gibt es unter vielen verschiedenen Namen, meist sind sie im Internet auf eigens dafür eingerichteten Plattformen zu finden.
Du wohnst in Essen und willst nach Hamburg, Köln, Nürnberg oder gar nach Paris? Allerdings magst/kannst du nicht selber fahren, ein Zugticket ist dir aber zu teuer?  Dann such im Internet einfach jemanden, der auch diese Strecke fährt und kauf dich in sein Auto ein.
Da bietet zum Beispiel jemand eine Fahrt von Bahnhof zu Bahnhof – Essen nach Frankfurt. Auch steht dabei, welches Modell sein Auto hat, ob man im Selben rauchen darf und welche Gepäckgröße akzeptabel ist. Und natürlich wie teuer das Ganze wird. In diesem Beispiel handelt es sich um Essen – Frankfurt, da sind 15-18€ immer ein guter Preis. Der Fahrer/die Fahrerin gibt die Höhe der Mitfahrgebühr selbst ein, daher können die Preise variieren – allerdings fährt oft mehr als eine Person und man schreibt einfach den an, bei dem man das beste Gefühl hat.
Andersrum funktioniert das natürlich auch – man kann sich und sein Auto ebenfalls anbieten und Mitfahrer suchen.
Hat man sich entschieden, schreibt man den Menschen an und hofft, dass das gewählte Auto noch nicht ausgebucht ist, ist das nicht der Fall, tauscht man meist seine Handynummern aus. Ich persönlich kann Autos recht frauentypisch nur an der Farbe unterscheiden – wenn jemand sagt, er hat einen Golf 3 hat das für mich den selben Erkennungswert, als hätte er gesagt, er fährt einen Opel. Daher lasse ich mir immer das Nummernschild und die Autofarbe geben, damit ich am Treffpunkt erkennen kann, wenn meine Mitfahrgelegenheit eintrudelt.
Man findet sich immer – im Notfall ruft man einander an, daher auch der Austausch der Handynummern.
Ich halte diese Art der Reise für sehr vorteilhaft – nicht nur, dass es günstiger als der Zug ist – nein, es geht in einem Auto auch schneller als in einem Bus. Und, ein kleiner Bonus für mich, man lernt die unterschiedlichsten Menschen und deren Geschichte kennen und für ein paar wenige Stunden ist es mir gestattet, kurz in die Leben von Anderen hineinzuschauen. Das kann verstörend, lustig, langweilig oder auch sehr aufregend sein, so kann eine zwei Stunden-Fahrt schon mal gefühlte 8 Stunden dauern, eine 6 Stunden-Fahrt dagegen nur Eine.
Persönlich nutze ich diese Art der Reise schon seit den späten 90er Jahren – seit 1998, um genau zu sein. Darauf kam ich, weil ich Freunde am anderen Ende von Deutschland besuchen wollte, mir als Schülerin aber nichts Extravagantes (Wozu in dem Alter auch eine längere Zugfahrt zählte) leisten konnte. Und auch, wenn ich seitdem immer wieder höre, dass sich dieses Modell – gerade für das weibliche Geschlecht – wie ein Anbiedern zum Ermordet werden anhört, muss ich sagen, dass ich daran kleben geblieben und vermutlich auch nicht mehr davon wegzubringen bin. Für ganz Ängstliche gibt es streckenweise auch die „Von Frauen für Frauen“-Fahrten, die allerdings immer als Erstes ausgebucht sind.
Hier teile ich gern die ein oder andere Erfahrung mit euch, um euch mal ein wenig hinter die Kulissen schauen zu lassen – ich hoffe, dass ist interessant für die, die auch mal darüber nachgedacht haben, bei jemandem mitzufahren, sich aber nicht trauen, weil wir ja schon von Kindesbeinen an immer hören: „Du darfst niemals bei Fremden ins Auto steigen!“. Da gab es zum Beispiel…

Den Daddy
 
Als ich am vereinbarten Treffpunkt eintraf, fand ich das Auto, das mich mitnehmen sollte, zum Glück recht zügig.
Es war angefüllt mit einer fremdsprachigen, sehr lauten Familie – mein Fahrer, daneben seine Mutter, hinten neben mir die Großmutter. Alle unterhielten sich wedelnd und fuchtelnd und in einer Lautstärke, die mühelos die Clownshow in einem Zirkus übertönt hätte.
Ich genoss das sehr – obwohl ich wenig bis nichts verstehen konnte, fühlte ich mich direkt wohl, den auch ich komme aus einem lauten, hektischen und zuweilen sehr chaotischen Haushalt.
Während der Fahrt gab sich der Fahrer zwischendrin sichtbar Mühe, sich mit mir zu unterhalten, und obwohl ich das schätzte, wäre es nicht nötig gewesen, denn mir gefiel es, mich einfach von der Atmosphäre einfangen zu lassen und auf ihr dahinzutreiben.
Irgendwann änderte sich der Tonfall der Mutter vorn und sie begann, sich zu winden. Da erst bemerkte ich, dass sie eine Klarsichthülle umklammert hielt und nun hektisch in ihrem Sitz hin- und her rutschte. Der Fahrer und sie brüllten sich im Gespräch an und schon fuhren wir auf den nächsten Rastplatz.
Der Dame war doch wohl nicht schlecht geworden?
Als wir standen, fragte ich, was denn nur los sei, da sagte der Fahrer, dass er für seine kleine Tochter Marienkäfer gesammelt hatte, sieben Stück an der Zahl. In seinem Land gäbe es keine und er wollte die hübschen, roten Käfer seinem Kind zeigen.
Aufbewahrt wurden die Tiere in besagter Klarsichthülle, die die Mutter die ganze Zeit krampfhaft umklammert gehalten hatte. Nun war ihr einer der Käfer entwischt.
Ich wusste erst gar nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte – ich war hin und hergerissen zwischen Lachen, weil jemand Marienkäfer in einer Klarsichthülle sammelt und Rührung, weil er so sehr an seine Tochter dachte und ihr was Hübsches mitbringen wollte.
Webildr nun denkt, dass sich die Autotüren geöffnet und alle fluchtartig das Fahrzeug verlassen haben, weil sich ein hochgefährliches Insekt mit Tentakeln und modrigem Dämonenschlund aus seinem durchsichtigem Gefängnis befreit hatte und nun auf der Mission war, seine Peiniger zu vernichten – weit gefehlt. Im Gegenteil! Es mussten alle Türen und Fenster geschlossen bleiben, denn das Tier musste ganz dringend gefunden, in die Enge getrieben und wieder in seinen Kerker geworfen werden!
Vielleicht war in deren Land ja sieben eine Glückszahl und es war unaussprechlich, nur sechs Gäste zu einer Party mitzubringen – keine Ahnung.
Jedenfalls verbrachten wir vier Insassen eine gute Viertelstunde damit, auf engstem Raum herumzurutschen, uns zu verrenken und mit Handytaschenlampen jeden Winkel auszuleuchten, denn der Flüchtige musste wieder her.
Und ja! Wir haben ihn gefunden. Er hatte sich vor dem Tachometer in eine dunkle Ecke gelegt. Zweifelsohne, um den Feind auszuspähen und einen Vergeltungsplan auszuarbeiten. Ja, zweifelsohne.
Der Käfer wurde wieder eingetütet und weiter ging die Fahrt. Der Rest verlief ohne weitere Pannen, aber das war schon eine ziemlich außergewöhnliche und auch recht lustige Abwechslung zur monotonen Autobahn.

JK

Sympathieträger Wespe…

Sympathieträger Wespe…..

Hallo!
Kennt ihr das? Ihr lauft durch die Straßen, steht an der Bushaltestelle oder sitzt draußen im Eiscafé oder Garten und werdet plötzlich belästigt, und zwar mehrfach, von so einem gelb-schwarzen, geflügelten Vieh! Ich rede hier von einem meinem „zweitliebsten“ Insekt – die Wespe.
Ernsthaft, es gibt nicht viele Viecher, die mir dermaßen unsympathisch sind, wie diese kleinen Terrorbiester. Ich beneide Menschen, die kein Problem damit haben, wenn um ihren Kopf herumgeschwirrt, herumgewuselt und gesummt wird und sich dabei nicht rühren.
Meine erste Reaktion ist immer dieselbe -> totale Panik! So kommt es durchaus vor, dass ich beim Sitzen aufspringe oder auch mitten in der Öffentlichkeit vor so einem Vieh wegrenne! Oftmals finden die das anscheinend sogar belustigend und fliegen einem dann auch noch hinterher, grrrrrrrrr!
Muss aber auch lustig aussehen – ein 1.75 Meter großer Mensch rennt vor einem 2 Zentimeter großen Insekt so ängstlich davon, als ob sein Leben in Gefahr sei. Mindestens genauso lustig muss es aussehen, wenn ein 1.85 Meter großer Hühne eine zugegeben penetrante Wespe als Sparringpartner für seine gerade erlernten Kung-Fu Übungen hernimmt, inklusive Fußtritt in die Luft und einen Teller als Waffennutzung, welchen die Wespe aber gekonnt aus der Hand schlug. Die Wespe hat gewonnen, es ging auch ohne Stich. Diese Erzählung stammt von einem Ereignis, welches nun gerade mal 10 Minuten her ist. Was haben wir gelacht – was Wespen nun aber nicht zu Entertainern macht….
Ernsthaft! Es ist teilweise unangenehm, draußen zu sitzen und sich ein Eis oder andere Leckereien zu genehmigen, da eines Gewiss ist – eine Wespe ist nicht weit weg und mag auch Süßes! „Liebe Wespen“:
BLEIBT DOCH MAL BEI APFELBÄUMEN ODER ÄHNLICHEM UND SCHWIRRT DA HERUM UND LASST UNS MENSCHEN UNSER SÜßES ESSEN, UND VOR ALLEM UNSERE RUHE! Aber NEIN, ihr dringt dann noch in unsere persönliche Wohlfühlzone ein und wundert euch dann und werdet aggro, weil Menschen hektisch mit den Händen rumfuchteln oder es Dresche für euch gibt! Noch dümmer: Ihr Kamikazeflieger bringt euch oft noch selbst um, in dem ihr in irgendwelche Getränke reinfliegt! Wie dumm seid ihr eigentlich?! Ehrlich? Ich habe kein Mitleid mit euch, wenn ihr von jemanden zermatscht werdet! Euer Umgang mit uns ist respektlos und ihr lernt auch nicht dazu!
Als ich übrigens letztens ins Schwimmbad wollte, schwirrten auf dem Bürgersteig nach und nach wieder 2 Viecher um mich herum. Eine davon meinte, sich auf meinem Unterarm setzen zu müssen. Natürlich habe ich aus Reflex sofort mit dem Arm nach Hinten geschlagen und die Wespe hat Bekanntschaft mit der Seite von meiner stabileren Tragetasche gemacht. Das Letzte, was ich von ihr sah, war, wie sie auf dem Boden lag, puuuuuh,  einem Anschlag knapp entkommen!
Ich hasse diesen schwarz-gelben Anblick, grrrrrrrrrrrrrr! Nein Hummeln und Bienen, ihr seid in Ordnung!
Im Schwimmbad war ich verabredet, gesellte mich zu F., setzte mich auf die Knie und wollte gerade meine Decke ausbreiten, als es urplötzlich sehr heiß auf meinem großen Zeh wurde, 2 Sekunden später spürte ich ein Stechen…… ein sehr schmerzhaftes und starkes Stechen….. zog den Fuß ruckartig zurück, und da war er wieder, dieser schwarz-gelbe Anblick…..dieses Mal allerdings regungslos.
Die erste gute Nachricht: Ich habe nun einen Allergietest bekommen!
 
Die zweite gute Nachricht: Ich bin nicht allergisch!
 
Die dritte gute Nachricht: Wespen können inspirierend sein!
 
Die schlechte Nachricht: Danke für den liebreizenden Stich, DU KACKVIEH!!!!!!!!
 
Nun aber mal Weg von meiner kleinen Anekdote und hin zu etwas Informativen – z.B. kleine Tipps, wie ihr euch Wespen (so weit es geht….) fernhaltet, auch wenn das bald schon wieder ein Ende hat!

  • Wespen mögen den Duft von Basilikum nicht, deshalb kann es auf dem Balkon oder im Garten helfen, Basilikumkräuter in Blumentöpfen stehen zu haben. Der Duft von Teebaumöl ist ihnen ebenfalls nicht bekömmlich, deshalb empfiehlt es sich, ein paar Tropfen auf Kleidung und Haut zu schütten. Aber das riecht für die meisten Menschen auch nicht gerade angenehm.

 

  • Sehr gut sollen Zitronenscheiben gespickt mit Gewürznelken sein!

 

  • Kein Fallobst liegen lassen und immer wieder mal den Gartentisch säubern, Wespen haben anscheinend ein Gedächtnis (doch nicht so dumm?) und kommen immer wieder zu dem Ort zurück, an dem sie Lecker finden.

 

  • Sie mögen sehr gerne Weintrauben! Wenn man sie also nicht vom eigenen Tisch fernhalten kann, dann kann man zumindest versuchen, sie „umzuleiten“. Ein paar Weintrauben anschneiden und etwas entfernt vom Tisch hinstellen. Dann sollten sie sich dort sammeln und nicht mehr belästigend werden. Immer wieder mal Neue anbieten! (Auch wenn sie es eigentlich nicht verdienen! 😀 )

 

  • Was auch sehr gut sein soll, ist, etwas Kaffeepulver in einen Aschenbecher oder feuerfestes Material zu schütten und es anzuzünden. Den Rauchduft mögen die Wespen gar nicht und die Belästigung soll sich dann deutlich vermindern!

 

  • Grelle Farben locken Wespen an, weiß hingegen ist uninteressant für sie. Am besten also auf bunte Kleidung verzichten!

 

  • Ein kleiner Tipp noch aus persönlicher Erfahrung: Gegen Wespen-, aber auch Mückenstiche hilft es ungemein, eine Zwiebel zu schneiden und diese über die Wunde zu reiben! So habe ich früher immer das Jucken von Mückenstichen erfolgreich bekämpft und das klappt auch bei Wespenstichen!

Was man hingegen nicht tun sollte:

  • „Natürlich“ nicht panisch reagieren, hektisch werden und nach ihnen schlagen. Dann fühlen sie sich bedroht und können zustechen. (Diesen Tipp werde ich niemals befolgen können, unmöglich! Vielen wird das wohl auch so gehen….)

 

  • Marmelade und Honig (!) machen Wespen tatsächlich aggressiv!

 

  • Nicht anhauchen oder anpusten! Wespen reagieren auf den Kohlendioxidgehalt in unserem Atem und er lässt sie panisch und aggressiv werden, wodurch sie oftmals zustechen.

Ich hatte kurz überlegt, ob ich nun noch ein Bild einer Wespe einfüge, dieses entfällt leider,
aufgrund von akuter Antipathie!

Euer Tom

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