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Persönliches

Pflegebeteiligung- So hat man (fast) sein eigenes Pferd

Pflegebeteiligung – So hat man (fast) sein eigenes Pferd

 

Ich war schon immer ein absoluter Pferdefan, ich war als Kind / Jugendliche in

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der Reitschule, war in Urlauben oft reiten, Pferde haben ein sanftes, liebevolles Wesen und ich mag diese sanftmütigen Riesen sehr, vor allem, wenn man eine gute Verbindung zu ihnen aufbauen kann.

Wieder einmal dachte ich vor kurzem an Pferde und beschloss, bei ebaykleinanzeigen eine Annonce aufzugeben, in der Hoffnung, mich würde jemand anschreiben.
Ich hatte Glück und mich schrieb kurze Zeit darauf eine nette, junge Frau an, die mir mitteilte, dass sie eine Pflegerin für ihr Pferd suchen würde.
Wir verabredeten uns an dem Stall, an dem ihr Pferd steht; ich war aufgeregt und neugierig.
Der Stall liegt nicht weit von meinem zu Hause entfernt, ich fuhr mit dem Auto knappe 10 Minuten, der Stall liegt in Essen- Karnap, nahe der Gelsenkirchener Grenze.
Ich war vor der Besitzerin da und wartete gespannt; der Hof gefiel mir auf Anhieb.
Als die Besitzerin kam, verstanden wir uns auf Anhieb, die Sympathie war von Anfang an da, was schon einmal ein gutes Zeichen war.
Wir gingen recht zeitnah sofort zu ihrem Pferd, einer 25-jährigen Traberstute namens Speedy.
Speedy schaute schon neugierig über ihr Tor zu uns und ich gab ihr ein Leckerchen, welches sie vorsichtig und liebevoll annahm.
Ich verliebte mich vom ersten Moment an in dieses Pferd und sowohl das Pferd, als auch die Besitzerin waren von meiner Art und meinem Umgang mit dem Tier begeistert.
Ich putzte Speedy ausgiebig, besonders gern hat sie es, wenn man mit der Kardätsche ihre Ohren putzt, dann legt sie einem fast ihren Kopf auf die Schulter.
Zu den Aufgaben gehört ebenfalls, den Stall auszumisten, das Heunetz aufzufüllen und mit ihr spazieren zu gehen.
Ich traf mich noch einmal mit der Besitzerin, dann fuhr ich allein zu Speedy. Ich genieße die Zeit mit ihr, sie tut mir gut und ich habe Spaß mit ihr.
Wenn ich ankomme, muss ich sie meistens vom Paddock holen, ihr könnt euch

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bestimmt vorstellen, wie sie aussieht, wenn sie den ganzen Vormittag und Mittag in der Matsche herum getobt hat. Ich hole sie in in ihren Offenstall und fange an, sie ausgiebig zu putzen, doch bevor ich das tue, muss ich ihr erst einmal ihre Decke abnehmen. Danach striegele ich sie ausgiebig mit kreisenden Bewegungen; vom Hals an, über den Rücken und Bauch bis hin zu ihrer Kruppe.
Nachdem ich sie auf beiden Seiten gestriegelt habe, putze ich mit der Wurzelbürste ihr Fell glatt und entferne somit den restlichen Staub und Hautschuppen. Nachdem der Körper fertig ist, putze ich mit der Wurzelbürste ihre Beine, die meistens sehr dreckig sind. Bekomme ich die Beine und Hufe nicht durch die Bürste richtig sauber, führe ich sie in die Waschbox und spritze ihre Beine richtig ab, danach trockene ich sie mit einem Handtuch ab.

Wenn ich damit fertig bin, kratze ich ihre Hufe mit einem Hufauskratzer aus, das ist sehr wichtig, denn macht man dies nicht regelmäßig, können die sich dort sammelnden Bakterien Infektionen hervorrufen. Beim Hufe auskratzen muss man auch darauf achten, dass man das Pferd nicht an seinem Strahl verletzt, sondern wirklich nur das Horn auskratzt.
Nachdem ich dies gemacht habe, reinige ich ihr Gesicht mit einer Kardätsche, einer weichen Bürste. Sie liebt es und genießt die Nähe des Menschen, der sie vorsichtig säubert und ihr dabei immer sanft über die Nüstern streichelt.
Zum Schluss kämme ich ihre Mähne und ihren Schweif, denn auch das ist wichtig, denn sonst verknoten und verfilzen ihre Haare.
Nach dem Putzen binde ich sie außerhalb ihrer Box an, damit ich ihr Heunetz herunter holen und die Utensilien für das Stallmisten holen kann.
Das Heunetz muss gut gefüllt sein, denn sie liebt es, Heu zu fressen. Es dauert auch seine Zeit, bis man dieses große Netz gefüllt hat, man macht dies mit den Händen und zum Schluss verknotet man es mit dem sogenannten „Pferdeknoten“.
Danach hole ich eine Schubkarre, einen Besen, eine Mistgabel und eine Schüppe; in die Schubkarre lege ich frisches Stroh, mit welchem ich ihren Stall frisch mache.

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Zurück an der Box, nehme ich die Mistgabel und sortiere erst einmal das noch saubere Stroh aus, denn es wäre zu schade, wenn ich es weg schmeiße, obwohl es noch gut ist. Danach lege ich das saubere Stroh in eine Ecke und fange an, die ganzen Pferdeäpfel und das dreckige Stroh auf die Schubkarre zu hieven. Diese Arbeit ist anstrengend, das kann ich mit einer Überzeugung behaupten, ich habe regelmäßig Muskelkater am nächsten Tag. Ist die Box sauber, fege ich mit dem Besen ihre „Terrasse“ sauber, ihr Vorplatz von der Box. Den Mist, den ich dort zusammen kehre, kommt mit auf die Schubkarre, die ich dann am Misthaufen ausschütte.
Danach stelle ich die Geräte an ihren Platz zurück, denn der Hof hat viele Pferde, die natürlich alle eine saubere Box wollen.
Ich gehe wieder zurück zu Speedy und lege ihr wieder ihre Decke auf, die sie im Moment braucht, damit ihr Körper warm bleibt und bei den niedrigen Temperaturen nicht auskühlt.
Sie wird dann immer nervös, weil sie weiß, dass sie gleich fressen darf, was übrigens ihr größtes Hobby ist; also ziehe ich ihr das Halfter aus und schon verschwindet sie in ihrer Box, um sich an dem Heunetz zu bedienen.
An manchen Tagen, an denen ich eher am Stall bin, gehe ich auch gerne mit ihr in den umliegenden Parks spazieren; ich führe sie und sie freut sich sehr über ihre Bewegung; natürlich darf sie auch zwischendurch bei einer kleinen Pause grasen.
Wir streifen durch die Gegend und genießen unsere gemeinsame Zeit, ich fühle mich wohl an ihrer Seite und auch sie fühlt sich wohl an meiner Seite, wir vertrauen uns gegenseitig. Ich genieße die Zeit mit ihr sehr und würde sie als mein Pflegepferd nicht mehr so schnell abgeben wollen, denn sie ist eine gute Therapie für mich.

D.B.

Bildquellen: Autorin

Das Schicksal als positiver Lebensbegleiter

Das Schicksal als positiver Lebensbegleiter

Ich habe vor drei Jahren eine gute Freundin verloren; wir haben uns ziemlich gestritten, unsere Freundschaft war etwas sehr besonderes.
Wir haben sehr viel zusammen gemacht, doch 2011 zog sie nach Berlin. Wir verloren uns zwar nicht aus den Augen, aber die Entfernung tat weh, aber was sollten wir tun?

Als sie noch in Oberhausen wohnte, waren wir unzertrennlich, wir machten wirklich alles zusammen.
Jedes Wochenende schlief ich bei ihr, wir machten DVD Abende, kochten immer was zusammen, manchmal gingen wir feiern oder ins Kino, oder wir fuhren zusammen nach Venlo.
Es wurde nie langweilig, immer hatten wir was zu lachen oder zu sprechen, die Themen gingen uns nie aus.
Ich könnte euch so viele lustige Anekdoten erzählen, aber das wäre zu viel, um es niederzuschreiben.

Wie gesagt, durch einen Streit haben wir den Kontakt abbrechen lassen. Ich habe sehr gelitten, aber ich wollte es mir eigentlich nicht eingestehen und habe immer wieder versucht, diese Freundschaft zu vergessen.
Dazu muss ich sagen, dass ich noch nie im Leben davor eine so tolle, enge Freundschaft hatte, ja, man könnte es fast freundschaftliche Liebe nennen, die wir zueinander hatten.

Dann gab es diese sogenannten Momente, bei denen man an die Vergangenheit erinnert wird.
Sei es ein Lied, oder auch eine Person, die dich an jemanden erinnert, in diesen Momenten wird man gezwungen sich zu erinnern.
Zu oft zerrt der Schmerz an der Seele, es zerreißt einen innerlich total.
Immer wieder wurde mir bewusst, dass mir das ganze doch nicht so egal sein kann, wie ich dachte.

Im November 2015, drei Jahre nachdem wir den Kontakt abgebrochen hatten, meldete sie sich und wir verabredeten uns auf einen Kaffee.
Ich weiß es noch wie heute, wie ich damals fühlte, als ich ihren Namen auf dem Display meines Handys sah.
Ich war so durcheinander, dass ich anfangs erst einmal abweisend schrieb, ich hatte Angst, verletzt zu werden, obwohl sie die Person war, die mich nie verletzt hatte, sondern eigentlich immer für mich da war.
Ich war ziemlich durcheinander, als der Tag kam und wir uns wieder sehen sollten, aber natürlich versuchte ich, mir dieses nicht in ihrem Beisein anmerken zu lassen.
Als sie ankam wurde mir schlecht und ich wusste im ersten Moment überhaupt nicht, wie ich mit ihr umgehen sollte.
Die Übelkeit stieg in mir hoch, wie Lava in einem Vulkan. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich übergeben müsse und schluckte den in mir aufkeimenden Würgreiz immer wieder herunter.
Als es schellte torkelte ich mehr oder weniger zur Türe und betätigte mit zitternden Händen den Türöffner; als sie hoch kam und ich sie auf der Treppe sah, hatte ich Herzrasen.
Wir begrüßten uns sehr förmlich, nicht wie damals mit einer heftigen Umarmung, sondern einfach nur mit einem festen Händedruck.
Ich bat sie in meine Küche und schüttete uns Kaffee ein, den ich vorher schon aufgesetzt hatte.
Kennt ihr diese peinlichen Momente zwischen zwei Menschen? Keiner sagt etwas, man sitzt sich gegenüber und jeder starrt den anderen an?!
Diesen Moment hatten wir und ich wurde unruhiger, denn ich war so durcheinander, dass ich nicht mehr in der Lage war etwas von mir zu geben.
Sie fragte dann irgendwann was damals los gewesen war, warum ich so war (ja, ich war größtenteils Schuld daran, dass die Freundschaft zerbrach, aber ich steckte schon in meiner depressiven Phase und mir war alles egal).
Ich erzählte ihr ein wenig und sie unterbrach mich nicht. Im Gegenteil, sie hörte mir sehr aufmerksam zu, so kannte ich sie eigentlich gar nicht.
Nach einer Stunde fuhr sie wieder und ich dachte mir: So, das war es jetzt. Aber ich hatte mich getäuscht; wir schrieben uns öfters über Facebook und irgendwann tauschten wir auch unsere Handynummern aus.

Ich hatte im März Geburtstag und plante eine Feier und da dachte ich, warum sollte ich sie nicht dazu einladen.
Gesagt getan. Und ihr werdet es nicht glauben- sie kam aus Berlin!!
Wir verbrachten ein wunderschönes Wochenende, unterhielten uns viel, lachten über alles Mögliche und ich hatte das Gefühl, dass diese drei Jahre, in denen wir keinen Kontakt hatten, gar nicht existierten.
Sie schlief zwei Nächte bei mir und als wir uns dann verabschiedeten, wollte jede so schnell wie möglich weg, denn irgendwie tat es weh, sich wieder zu verabschieden.
Als sie weg war, konnte ich das erste Mal diese Situation wirklich begreifen und ich fing an zu weinen, aber nicht aus Trauer, sondern aus ganz anderen Gründen.
Ich weinte vor Freude, vor Überforderung und vor allem, weil ich es nicht begreifen konnte, dass wir es doch noch einmal geschafft hatten, uns an einen Tisch zu setzen.
Ich ließ meinen Tränen aber freien Lauf, warum sollte ich sie unterdrücken?! Es ist wichtig, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, das habe ich in all den Jahren meiner Therapie gelernt.
Ich fuhr zu meinem Pflegepferd und kuschelte mich eng an seinen warmen Körper, die Nähe des Tieres tat mir in diesem Moment wirklich gut, sie gab mir Geborgenheit und das Gefühl nicht alleine zu sein.
Ich hätte es niemals für möglich gehalten, meine beste Freundin von damals noch einmal wieder zu sehen, aber ich denke wenn das Schicksal es so will, dann sollte man sich nicht dagegen wehren, sondern einfach darüber glücklich sein.

D.B.

Lebens-Träume

 „Lebens – Träume“

Guten Tag!  Ich hätte da mal eine Frage an Sie: Haben Sie einen Traum? Oder präziser formuliert: Gibt es etwas, dass Sie sich für dieses Leben vorgenommen haben? Ein Ziel, auf das Sie hinarbeiten oder einen großen Wunsch, der sie antreibt, jeden Tag aufzustehen und ihr Bestes zu geben? Es stellt sich auch die Frage: Wie wichtig sind solche Träume überhaupt für uns Menschen? Es gibt eine alte Lebensweisheit, die da lautet: „Wer keine Kraft zu träumen hat, hat keine Kraft zu leben.“ Würden Sie dieser Formulierung zustimmen, oder reicht es aus, ganz entspannt im Hier und Jetzt zu leben? Vielleicht muss das jeder für sich selbst beantworten, aber ich persönlich bin zu dem Schluss gekommen, dass ein Ziel bzw. ein Traum genau der Halt sein kann, der uns so oft im Leben fehlt. Erinnern Sie sich noch, wovon Sie als Kind oder als Jugendlicher immer geträumt haben? Es gab da so vieles, was man sich für sein Leben gewünscht hat, Dinge, die man unbedingt mal tun wollte. Mit den Jahren wuchs dann unser Realitätssinn und die Fähigkeit zu träumen ging immer mehr verloren. Etwas pathetischer formuliert: Unsere großen Träume zerschellten an den harten Felsen der Wirklichkeit! Ist mit ihnen nicht auch ein Stück unserer Persönlichkeit auf der Strecke geblieben? Setzen Sie sich doch einfach mal still hin und überlegen Sie, welche ihrer Träume in den vergangenen Jahren verloren gegangen sind und andersherum, welche Träume sie in die Tat umgesetzt bzw. verwirklicht haben. Vielen wird an so einem Punkt vielleicht das erste Mal bewusst, dass wir ein Leben voller Kompromisse leben. Für ein wenig Bequemlichkeit und Wohlstand haben wir unsere großen Wunschträume verraten und verkauft. Dafür haben wir eine sichere Unterkunft, unser täglich Brot und im günstigsten Fall Menschen, auf die wir uns verlassen können. Unser Leben und unsere Zukunft sind berechenbar geworden. Dabei fällt uns oft gar nicht auf, wie tief wir uns selbst schon eingekerkert haben und wie begrenzt unser Bewegungsspielraum geworden ist. Komfortzone nennt man die Blubberblase in der wir von einem Tag in den nächsten schweben. Alles was diese „Blase“ bedroht wird peinlich gemieden und jede Neuerung kritisch beäugt. So entsteht Stagnation, das Leben fließt nicht mehr, wir selbst sind nicht mehr im Fluss sondern im Überfluss, wir sind nicht mehr lebendig, wir gammeln nur noch vor uns hin.

Die Folgen sind natürlich Resignation, Langweile und am Ende die Depression. Depressionen sind eine typische Zivilisationskrankheit, denn ein Mensch, der jeden Tag für seine Grundbedürfnisse „ackern“ muss, hat definitiv keine Zeit um depressiv zu sein. Damit meine ich nicht, das Verrichten stupider Büro-Jobs oder sonstiges, sondern den täglichen Kampf um Essen und Trinken, wie es in vielen Teilen der Welt noch Tag für Tag geschieht. „Für ein dafür gibt es auch immer ein dagegen“, lautet die simple Wahrheit und so bringt unsere moderne Konsumgesellschaft inklusive sozialem Netzwerk ihre ganz eigenen Gefahren mit sich. Nicht mehr die physische sondern unsere psychische Gesundheit steht auf dem Spiel. Um uns diese zu erhalten sollten wir es uns nicht zu bequem machen in unserer kleinen Wohlstandsblase, vielmehr sollten wir uns unsere Flexibilität bewahren, und Mut und Risikobereitschaft fördern. Wie oft hören wir in den Medien von prominenten, extrem wohlhabenden Menschen, dass sie depressiv sind, Drogen konsumieren oder gar Selbstmord begehen. Verwundert fragen wir uns dann: Was fehlte diesem Menschen? Er hatte doch alles, was er sich nur wünschen konnte. Warum war er trotzdem so unglücklich, dass er sein Leben wegwerfen wollte? Vielleicht liegt die Antwort genau dort. Er hatte doch ALLES. Es gab vielleicht nichts mehr zu erstreben, kein Ziel mehr, für das es sich lohnte, jeden Tag sein Bestes zu geben. Wenn dann kein tiefer Glaube an einen Gott oder einen tieferen Sinn das Leben ausfüllt, bleibt nur noch grenzenlose Leere. Ich frage mich schon lange, warum es auf dieser Welt Menschen geben muss, die fürs Singen oder Schauspielern – beides sicher keine sehr anstrengenden Tätigkeiten – viele Millionen Euro in einem einzigen Jahr verdienen, während der Großteil der Menschheit am Hungertuch nagt. Wer weiß denn, ob nicht einige unter den ganz Armen dieser Welt genauso gut singen oder schauspielern könnten, wenn man ihnen die Chance dazu geben würden. Wir sehen „diese Wunder“ ja regelmäßig bei DSDS, American Idol usw. Eigentlich müsste die Menschheit mittlerweile kapiert haben, dass es durchaus viele Menschen auf der Welt gibt, die über Talent verfügen. Warum also diese immens hohen Gagen, an diejenigen, die es durch Zufall, Glück oder vielleicht auch durch harte Arbeit an die Spitze geschafft haben? Warum muss ein einzelner Mensch, der sowieso schon vom Schicksal gesegnet ist, über so viel Geld verfügen, dass selbst seine Enkelkinder es nicht ausgeben könnten? Meiner persönlichen Meinung nach, krankt das ganze System und es ist somit auch wenig verwunderlich, wenn das einzelne Individuum diesen Irrsinn nicht unbeschadet übersteht. Man kreiert künstlich Bedürfnisse, die man normalerweise niemals hätte. Die Medien stehen an erster Stelle, wenn es darum geht, dem Durchschnittsmenschen eine Scheinwelt vorzugaukeln, in der sich alles um gutes Aussehen, Prestige und vor allem um Geld – und somit um Konsum – dreht. Auf der anderen Seite gehen die elementarsten Menschlichen Bedürfnisse nach Liebe, Nähe und Anerkennung immer mehr den Bach runter. Stattdessen wird unsere Aufmerksamkeit auf den oberflächlichen Schein gelenkt, auf gutes Aussehen, Statussymbole wie z.B. Autos, Häuser, Boote oder teure Markenprodukte, die man sich nur kauft, weil man sie sich ja leisten kann. Aber machen diese Dinge uns wirklich glücklich? Kurzfristig freuen wir uns vielleicht darüber, aber wirkliches Glück ist definitiv was anderes! Trotzdem lassen sich viele Menschen oft ein Leben lang von diesen Ersatzbefriedigungen täuschen und vom Wesentlichen ablenken. Einige verfallen in einen regelrechten Kaufrausch oder werden shopping-süchtig, um immer wieder dieses kurze Gefühl der Euphorie zu empfinden. Wir bleiben brave Konsum-Schafe und steigern kräftig das Brutto-Sozialprodukt. Von den vielen Menschen, die dabei in die Schuldenfalle tappen, will ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen…

Nun aber zurück zu meinem eigentlichen Thema:

Haben Sie inzwischen einmal drüber nachgedacht, wie es um Ihre Träume bestellt ist? Gibt es da etwas Großes, Fantastisches, was in ihnen schlummert und immer wieder leise aus den Tiefen des Unterbewusstseins an die Oberfläche drängt? Vermutlich hören sie das Klopfen umso lauter, wenn das Getöse des Alltags ab und zu verstummt, in ruhigen Momenten, die ganz Ihnen selbst gehören. Es lohnt sich sicherlich mal etwas genauer hinzuhören. Geben sie dem Leben eine Chance, lassen Sie Platz für Leidenschaft und Abenteuer, denn sonst werden sie ganz schnell zum Couch-Potatoe und Sie mutieren zu der Art von Mensch, die sie früher abgrundtief verachtet haben. So wie die werde ich nie!“
Erinnern sie sich an diesen Satz aus ihrer Jugend?
Es ist noch nicht zu spät…das ist es erst wenn sie aufhören zu träumen!
Stellen Sie sich doch mal eine Landkarte vor und markieren Sie im Geiste die Orte, an denen Sie sich im letzten Jahr aufgehalten haben! Bei den meisten wird das Ergebnis eher ernüchternd ausfallen. Vermutlich kreisen ihre Markierungen um einen winzig kleinen Fleck, und das sind ihre Wohnung, ihr Stadtteil, ihre Stadt. Was Sie hier vor sich sehen ist ihre persönliche Komfortzone! Hier haben sie es sich gemütlich eingerichtet, hier fühlen Sie sich sicher! Je öfter wir uns aus dieser Zone heraus bewegen, desto unberechenbarer wird unser Leben. Aber nur in dieser Unberechenbarkeit finden wir neue Erfahrungen und echtes Erleben. Der Ausspruch: „Ich erweitere meinen Horizont!“ stimmt somit nicht nur im übertragenen sondern auch im wörtlichen Sinne.
„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt…“, so dichtete einst der Freiherr Josef von Eichendorf und Goethe sagte einst: Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen. So oft wie möglich sollten wir einen Tapetenwechsel anstreben und auch mit wenig Geld wird sich hin und wieder eine Gelegenheit bieten, den eigenen Horizont mental und physisch zu erweitern. Bleiben Sie flexibel und neugierig, denn in der Erstarrung liegt allein der Tod!
Natürlich gibt es unzählige, sehr verschiedene und individuelle Lebens-Träume, von denen viele nicht das Geringste mit Reisen zu tun haben. Doch mein ganz persönlicher Lebens-Traum beschäftigt sich auch mit einer Reise. Eine Reise im eigentlichen Sinne, eine Reise zu mir Selbst und eine Reise zu Gott.
Mein Traum ist es nämlich, einmal den Jakobs-Weg, den wichtigsten Pilgerweg Europas, von den Pyrenäen an der französisch-spanischen Grenze, bis zu dem ca.600 km entfernten Santiago de Compostela zu wandern. Dort befindet sich das Grab des Apostels Jakobus des Älteren, der die Iberische Halbinsel einst missionierte. Der Weg gilt als erfolgreich gepilgert, wenn man die letzten 100 Kilometer zu Fuß bzw. die letzten 200 Kilometer per Rad oder Pferd zurückgelegt hat. Sie müssen wissen, dass ich übergewichtig bin, starker Raucher und sportlich die totale Niete! Dieses Ziel stellt für mich persönlich eine echte Herausforderung dar und es wird lange Zeit der Vorbereitung bedürfen, bis ich das tatsächlich umsetzten kann, aber wie auch der Jakobs-Weg selber uns lehrt: Nicht das Ankommen ist das Entscheidende, sondern der Weg selbst ist das Ziel! In diesem Sinne eine Gute Reise wünscht Ihnen

                                                                   Ihre   Alexa B.

Carolinensiel- Ostfriesland

Urlaub an der Nordseeküste in Ostfriesland

Nach vier Jahren war es endlich mal wieder soweit- ich fuhr in den Urlaub.
Das Ziel war Carolinensiel in Ostfriesland.
Als Kind war ich oft mit meinen Eltern dort; wir machten meistens drei Wochen Urlaub, dieses Jahr waren es neun Tage.
Am 30.07. ging es um 05.00 Uhr morgens los; ich war so aufgeregt und voller Freude. Die A31 war die Bahn, die ich fahren musste. Nach nur einer halben Stunde musste ich bei Dorsten schon eine Pause machen, da ich auf Toilette musste.
Um 10.00 Uhr kam ich in Carolinensiel an, allerdings konnten wir um zwölf Uhr erst in die Ferienwohnung.
Was macht man, wenn man an der Nordsee ankommt?! Genau, erst einmal ein Fischbrötchen essen. Der erste Biss war herrlich, ich genoss diesen Geschmack und holte mir direkt noch ein zweites.
Nachdem wir aufgegessen hatten, war immer noch genug Zeit und so beschlossen wir, zum Strand zu fahren, um einfach die frische Meeresluft einzuatmen.
Das Meer war nicht da, es war gerade Ebbe und so konnten wir den Menschen zuschauen, die vorsichtig
durch das Watt spazierten.
Um zwölf Uhr konnten wir endlich in die Wohnung und ich muss sagen, dass ich echt begeistert war.
Die Wohnung war liebevoll und warm eingerichtet, alles war super sauber und es roch nach frischen Blumen, die auf dem Tisch standen.
Wir packten schnell aus, gingen einkaufen und packten dann unsere Strandtasche, um uns an den Strand zu legen.
Am Strand angekommen, mieteten wir uns einen Strandkorb, doch lange sitzen war nicht drin, wir wollten ins Wattenmeer. Bei meinem Glück schnitt ich mich sofort an einer Muschel, mein Fuß tat höllisch weh, deswegen kaufte ich mir recht zeitnah Wattschuhe.
Wattschuhe sind klasse, sie sind wie Surferschuhe aufgemacht; man spürt keine Muschel o.ä., man kann unbesorgt durch das Watt spazieren.
Die ersten drei Tage lagen wir viel am Strand, sonnten uns, gingen schwimmen und spielten Beachball.
Am Sonntagabend fuhren wir noch spät zum Strand runter, da um 23.00 Uhr Flut war und wir uns im Dunkeln das Meer anschauen wollten. Es war wunderschön, das Rauschen der Wellen war beruhigend und einen Moment lang schwiegen wir nur, um diesen Augenblick zu verinnerlichen.
Am Montagmorgen fuhren wir nach Esens – Bensersiel, ein kleines Städtchen, nur 16 km von Carolinensiel entfernt. In Esens gibt es ein Café, welches die besten Torten kreiert, die ich je gegessen habe.
Wir schlenderten danach noch etwas durch die Stadt, ehe wir wieder zum Strand fuhren und uns gemütlich in den Strandkorb legten.
Abends fuhren wir nach Neuharlingersiel; wir konnten Schiffe beobachten, die in den Hafen einfuhren, sie fuhren so nah an uns vorbei, dass wir sie fast hätten anfassen können.
Erst am Mittwoch fuhren wir einen Tag nicht an den Strand, da das Wetter einfach nicht mitspielte, worüber wir allerdings nicht böse waren, so konnten wir das ein – oder andere Örtchen aufsuchen und anschauen.
Wir fingen in Bensersiel an, fuhren von dort nach Norddeich und in die Stadt Norden. Von Norddeich war ich allerdings sehr enttäuscht, denn ich hatte mir viel mehr davon versprochen. Viele Leute schwärmen förmlich von diesem Urlaubsort, doch außer dem Hafen, der wirklich besonders ist mit seinen ganzen Schiffen und Fähren, fand man dort nichts, außer verschiedener Restaurants und Imbissen.
In Norden, nur unweit von Norddeich entfernt, war schon etwas mehr los. Es war eine kleine Stadt ( für unsere Verhältnisse klein, für Ostfriesland groß ), mit sämtlichen Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings hatten wir keine Lust, groß zu shoppen, also beschlossen wir, zum ewigen Meer zu fahren.
Der Weg dorthin war schwer, wir verfuhren uns und landeten auf einem kleinen Weg, der durch die Matsche schwerer mit dem Auto zu fahren war, als bei Glatteis. Ich hatte wirklich ein wenig Panik, aber bekam das Auto immer wieder unter Kontrolle. Irgendwann waren wir aber auf dem richtigen Weg und fanden dann auch schnell den Parkplatz zum ewigen Meer.
Das ewige Meer und der Weg dorthin ist ein Hochmoor und sehr interessant. Um zum Meer zu gelangen, läuft man auf einem Holzsteg auf einem 1,5 km langen Rundweg. Um den Holzsteg herum befindet sich alles Moor, man darf den Steg keinesfalls verlassen, sonst besteht Lebensgefahr. Man erfährt viel über die Landschaft, das Hochmoor und welche Tiere und Pflanzen dort überhaupt eine Chance zum Leben haben.
Nachdem wir diesen Weg gelaufen sind, hatten wir bereits 17.30 Uhr, aber wir beschlossen noch in die Stadt Wittmund zu fahren, die nicht weit von Carolinensiel entfernt liegt.
Leider machten dort alle Geschäft bereits um 18.00 Uhr zu, aber das war nicht schlimm, so setzten wir uns gemütlich in ein kleines Restaurant und aßen etwas.
Leider war auch am nächsten Tag kein Strandwetter und so starteten wir den Tag etwas gemütlicher und mieteten uns ein Tretboot, mit dem wir auf dem Fluss Harle herum schipperten. Mir taten die Beine wahnsinnig weh, aber das war egal, es war lustig und wir konnten uns die ganzen Yachten und Segelboote noch mal aus nächster Nähe betrachten. Wir fuhren an diesem Tag in den Haustierpark nach Werdum. Der Haustierpark bietet alles an Tieren, die ein Bauernhof beherbergt oder die man sogar zu Hause halten kann. Es war wirklich lustig, eine Ziege versuchte uns das Futter zu klauen, das wir uns extra für 1,- € gekauft hatten, aber wir waren stärker.
Zwischendurch cachten wir ab und zu, ihr wisst ja, dass ich Geocacherin bin, darüber hatte ich ja in der letzten Ausgabe geschrieben.
Die letzten drei Tage waren wieder schön, so konnten wir an den Strand und auch im Meer schwimmen.
Das Meer war nicht kalt, teilweise war es sogar wärmer, als die Luft selber, was für mich sehr überraschend war.
Wir schwammen ein bisschen auf das Meer hinaus, spielten mit einem Wasserball und verscheuchten hier und da ein paar Algen, die uns schon mal entgegen schwammen.
Wenn das Meer noch nicht da war, spazierten wir durch das Watt und bestaunten Krebse, die man dort überall sieht. Ich rede hier wirklich von großen Krebsen, bei denen man wirklich Angst bekommt, dass sie sich an einen Zeh hängen, denn das muss wirklich nicht sein.
Wattwürmer, Krebse, kleine Fische und jede Menge besonderer Muscheln kann man im Wattenmeer bestaunen.
Zum Abschluss des tollen Urlaubes gab es in Carolinensiel ein Straßenfest. Essstände, Losbuden, Live Musik, alles war dabei. Samstag und Sonntag gab es einen großen Flohmarkt, auf dem man allerlei Raritäten finden konnte.
Am Samstagabend gab es ein großes, wunderschönes Feuerwerk, doch bevor es los ging, wurden am Segelboot Hafen Fackeln entzündet, die den ganzen Hafen erleuchteten. Es war so wunderschön, dass ich weinen musste, die Atmosphäre war atemberaubend.
Natürlich wurden allerlei Souvenirs gekauft, von einer Tasche, über Tassen und kleinen Meeresandenkens war alles dabei.
Der Urlaub für nächstes Jahr ist schon gebucht, ich kann es kaum erwarten, dass ich endlich wieder los fahren kann.

Bildquelle: Autorin
D.B.

Ach du Schreck!

Ach du Schreck!

Was sind wir Menschen doch manchmal schadenfroh! Ich persönlich habe ein großes Vergnügen am „Pranking“ – also daran, dass sich jemand auf Grund eines Streiches erschreckt.
Fairerweise finde ich es auch gut, wenn jemand mich erschreckt – nicht in dem Moment, aber im Nachhinein immer.

Hier zwei meiner Lieblingsgeschichten, jeder hat davon wohl unzählige im Repertoire:

Wenn es in der Küche knarrt…
Eine Zeit lang hatte ich eine Freundin, die sich dauernd erschreckte. Es war leicht. Sie liebte ebenso wie ich Mystery, Grusel und Geister, und vermutlich hat das ihre Schreckhaftigkeit nur gefördert. Sie wohnte mit ihrer Familie in einem Haus, das drei Etagen hatte – ihr Reich war ganz oben.
An einem sehr warmen Tag ging ich sie besuchen und kroch die steile Treppe zu ihr erschöpft auf allen Vieren hinauf. Kaum oben angekommen, sprang sie plötzlich kreischend auf meinen Fingern herum, weil sie aus unerfindlichen Gründen dachte, dass sich ein Sumpfmonster oder ein Grottenolm oder Ähnliches ihre Stufen hochkämpft. Sie hätte nur Finger gesehen, die sich auf die oberste Stufe legten, und sie wollte nicht „geholt“ werden. Das war ziemlich schmerzhaft.

Später dachte ich, ich räche mich – die Gelegenheit war toll! Wir hatten den ganzen Tag miteinander verbracht und wollten abends dann einen Horrorfilm sehen. Wieder bei ihr. Und es war dunkel.
Kaum angekommen, ging sie erstmal hoch, um sich frisch zu machen und bequeme Klamotten anzuziehen. Ich wartete im Erdgeschoss, wo sich Wohnzimmer und Küche befanden. Wir wollten den Film im Wohnzimmer sehen.
Ich schlich mich also in die Küche und wartete… der Plan war, sie anzuspringen, wenn sie an der Küchentür vorbeiging. Was unweigerlich war, wenn man ins Wohnzimmer wollte, wo nun mal der große Fernseher stand.
Leider hatte die Küche einen Holzboden – einen alten Holzboden, der bei jeder noch so kleinen Gewichtsverlagerung knarzte. Also gab ich mir die größte Mühe, so bewegungslos wie möglich da zu stehen.
Ich wartete 18 Minuten. Die Uhr immer im Blick. Und ich wollte schon aufgeben, denn es ist wirklich sehr, sehr anstrengend, 18 Minuten irgendwo zu stehen und sich zu bemühen, keinen Muskel zu bewegen.
Da hörte ich sie, wie sie die Treppe runterkam. Sie dachte ja, ich warte im Wohnzimmer, daher schien der Plan narrensicher… allerdings knipste sie plötzlich das Licht im Flur an, und der Schein fiel direkt auf mich.
Ich war unbegeistert, ewig langes bewegungsloses Rumstehen für nichts.
Allerdings! Ich hatte vergessen, dass „Vom Hellen ins Dunkle gucken“ praktisch blind macht!23
Sie lief an der Küchentür vorbei und starrte mir direkt ins Gesicht, ich machte einen sehr lustlosen Schritt nach vorn und sagte ohne Ambition „Ja, buh“… da brüllt sie wie ein Stier, wirft sich rückwärts gegen die Kellertür, die gegenüber der Küchentür ist, sinkt dabei auf die Knie, wedelt wie ein Boxer mit den Fäusten und schreit und schreit in einer extrem tiefen Tonlage immer wieder „Ah! Ah! Ah!“!
Das hat mich überrascht, denn dass sie mich nicht sehen konnte hatte ich ja vergessen – später fiel es mir dann wieder ein. Ich kann euch sagen, ich freute mich diebisch! Zugegeben, Schadenfreude ist gemein, aber so waren wir nun mal miteinander… ein ewiger Schlagabtausch in dem Versuch uns darin zu übertreffen, uns gegenseitig den größeren Schreck einzujagen.

Nur der Mond hat alles gesehen…
Hier war ich nicht direkt betroffen, sondern mein bester Freund war als Betreuer und Aufsichtsperson in den Schulferien mit auf einem Ausflug in eine Jugendherberge.
Er erzählte mir, dass sie am Abend der Ankunft ihre Zimmer bezogen, die Betreuer hatten alle ein kleines Einzelzimmer.
Die Zimmer waren wohl im Nachhinein geteilt worden, um überall noch ein winziges Bad mit einer Toilette und einem Waschbecken einzuziehen.
Nun packte er seine Tasche aus und ging ins Zimmer nebenan, um seinen Kollegen zu besuchen und die Zeit mit ihm rumzukriegen, bis sie sich mit den Kindern im Aufenthaltsraum treffen sollten.
Die Tür war nicht abgeschlossen, also ging er nach dem Klopfen hinein.
Das Zimmer war dunkel und verlassen. Er überlegte, dass er seinem Kollegen einen kleinen Streich spielen konnte und versteckte sich in dem winzigen Bad.
Seiner Erzählung nach dauerte es ewig, bis sein Kollege endlich kam… ob er wohl 18 Minuten lang bewegungslos neben dem Waschbecken ausharren musste? —
Als dann endlich die Tür ging, kam der Kollege herein, schloss hinter sich ab, ließ das Licht aus und wandte sich seinem Koffer zu, der auf dem Bett lag.
Das war der Moment, in dem mein Freund ein schlechtes Gewissen bekam.
Er dachte, dass sich der Kollege nun sehr sicher fühlen musste, denn er war in ein vermeintlich leeres Zimmer gekommen und hatte hinter sich abgeschlossen – wie sollte sich jetzt noch jemand unbemerkt Zugang verschaffen?
Und das Licht war auch aus, die einzige Lichtquelle war der Vollmond, der in das Zimmer schien und alles in ein dämmriges, fahles Licht tauchte.
Mein Freund beschloss, dass es keine gute Idee mehr war, jemanden unter solchen Umständen zu erschrecken, und wollte sich vorsichtig bemerkbar machen.
Als24o trat er aus dem Bad. Sein Kollege hatte ihm den Rücken zugewandt und wühlte in seinem Koffer auf dem Bett herum. Mein Freund räusperte sich vorsichtig, doch ähnlich wie bei meiner Freundin hatte es genau den Effekt, mit dem man nicht gerechnet hatte – oder in seinem Fall den, den er vermeiden wollte. Der Kollege warf sich herum, sah die Gestalt meines Freundes in dem dunklen, abgeschlossenen Zimmer stehen, warf sich rücklings auf das Bett und schrie in einer sehr – wie mir von beiden Seiten äußerst glaubhaft versichert wurde – hohen, schrillen Tonart, ohne Aussicht darauf, sich schnell wieder zu beruhigen.
Er schrie auch noch, als mein Freund beschwichtigend und auf ihn einredend auf ihn zutrat.
Wenn er diese Geschichte erzählt, sagt er, dass er damals kurzzeitig wirklich Angst hatte, sein Kollege bekomme einen Herzanfall, so heftig war die Reaktion.

Aber – am Ende hat er sich dann doch noch beruhigt, und wann immer sie diese Geschichte erzählen, ernten sie sehr viele Lacher. Persönlich finde ich nur Eines schade daran: Dass ich nicht dabei war.

JK

Der Physikus-Eine Analogie

Der Physikus-Eine Analogie

Ich kann mich noch gut an die zehnte Klasse erinnern, Samstag-Schule. Ab 8.00 erst mal 2 Stunden Sport zum richtig auspowern und, welche Ironie, danach 2 Stunden Physik. Als ob nicht alles noch schlimmer kommen könne. Umgekehrt wäre meinem Erachten nach besser gewesen, aber die Lehrpläne, nene. Die kurze Pause dazwischen zum erholen, wofür ein Schnittchen und ein Pülleken Bier meist herhalten mussten. Und danach ging die Post dann richtig ab. Ich komme sogar  heute aus den Lachattacken nicht mehr raus, wenn ich daran denke. Unser Physiklehrer, Herr soundso, war ein richtig netter Physiklehrer, so wie man sich eben einen richtig netten Physiklehrer nur vorstellen kann. Aber irgendetwas lief bei ihm richtig schief, wie der zerstreute Professor sozusagen. Erst einmal der Physiksaal, der verblüffende Ähnlichkeit mit einem Miniatur-Hörsaal einer Universität hatte oder als Klassenfoto zu beschreiben, wo die erste Reihe hockt, die zweite Reihe sitzt und die dritte Reihe steht. Natürlich auch ausgestattet wie ein richtiger Physikraum nur auszustatten war. Es durfte die schöne alte Kreidetafel nicht fehlen und das Riesenpult spottete aller Beschreibung. Darauf hätte man locker Badminton oder Minigolf spielen können.

Unter anderem gab es da auch einen Pfaffen, der jeden Tag in der großen Pause seine Hundertstel-Millimeter geschnittenen Appel-Viertel verspeiste und sich dabei von einer großen Schar Schüler umgarnen ließ. Der Pfaffe, der zuhause über eine große Kinderschar verfügte, war der Meinung partout keine Steuern zahlen zu müssen, wobei paradoxerweise Jesus in der Bibel doch sagte, dass wenn man doch zwei Hände habe, damit arbeiten gehen und ergo auch dann Steuern zahlen müsse. Klingt zumindest für mich irgendwie logisch.
Da dieses ca. 30 Jahre her ist, kann man davon ausgehen, dass der Herr Pfarrer mit seiner gottgesegneten Großfamilie mittlerweile Privatinsolvenz anmelden musste oder wegen Steuerschuld lebenslänglich hinter Gittern schmort oder eventuell auch nach Guantanamo verschleppt wurde. Ich zumindest hab ihn nicht mehr gesehen.

Nun aber zurück zu dem richtig netten Physiklehrer den ich auch mal öfters privat traf, da er in unmittelbarer Nachbarschaft wohnte. Wie er mich wissen ließ, nahm er sich vor, einen Commodore  (C64 von anno dazumal) zu kaufen und wie durch einen Zufall hatte ich damals einen Bekannten, der in einem Elektrogroßmarkt arbeitete und Prozente bekam. Gesagt getan, einen Deal eingefädelt und der Lehrer bekam den Rechner mit Prozenten.
Wie er mich aber nach einer Woche wissen ließ, hatte er ihn umgetauscht wegen weil kaputt. Tage später ließ er mich wissen, dass er das Gerät wieder umtauschte aus dem gleichen Grund. Unglaublicherweise nach ein paar Tagen dasselbe Spiel.
Nun muss ich den richtig netten Physiklehrer leider als Plörrebirne bezeichnen, denn wie er mir erzählte war die Staubnudel gar nicht kaputt, sondern er hatte das Teil lediglich falsch bedient, wie er mir dann auch beschämt eingestand. Die bei mir immer häufiger anfallenden Lachattacken wurden mir langsam zum Freund. Weiter dazu später.

Jetzt weiter zurück zu dem richtig netten Physiklehrer. Nett war er ja, aber er hatte ein Talent, dessen Beschreibung in der Syntax meines Wortschatzes nicht mehr vorkommt. Kaum fing der arme Mann mit dem Experiment an, das er mit viel Mühe aufbaute,  fiel es zu seinem Leidwesen sogleich wie ein Kartenhaus zusammen, aber nicht ausnahmsweise, sondern immer.
Den leidigen Rest der Doppelstunde war der Physikus damit beschäftigt die Einzelteile aufzuheben und wieder aufzubauen, wobei gleich alles wieder in sich zusammenfiel, was natürlich zum Leidwesen dieses vom Pech verfolgten Mannes, wie man sich vorstellen kann, zu heftigen Lachanfällen seitens auf der Miniaturhörsaalbühne befindlichen Schüler führte. Schließlich wurden die Lacher dann doch zu meinem besten Freund.

Fazit:  Hätte der richtig nette Physiklehrer sich lieber eine Märklin-Eisenbahn zusammengebastelt, Carrera Bahn gespielt oder einen Weltrekord im Luftballonaufblasen aufgestellt, hätte er wahrscheinlich besser da gestanden. Denn schlussendlich haben wir Ihn ja nicht ausgelacht, sondern über die Aktionen die er gebracht hat. Saukomisch und absolut irrational

Stefan.van Buer 19

Annahmen über den Koran

Annahmen über den Koran

Ja, ich habe Wut in mir. Sehr große Wut. Wenn ich die Meldungen zu Vorkommnissen wie von der letzten Silvesternacht in Köln lese. Wenn ich lese, dass irgendwelche jugendlichen Männer Menschen in Schwimmbädern belästigen. Ich schreibe besser nicht, was ich am liebsten mit Männern tun würde, die solche Taten begehen. Aber da wir in einem Rechtsstaat leben, bleibt uns ja nichts über als darauf zu warten, dass die Täter durch unsere Justiz zur Rechenschaft gezogen werden.
Diese Wut verspüren auch Muslime, wenn sie von solchen Ereignissen lesen oder hören.

Daher machen mich Aussagen wie „der Islam ist schuld an diesen Taten“ ebenfalls wütend und traurig. Solche Aussagen werden häufig von Menschen getätigt, die den Koran, der die Basis des Islam ist und wie die Bibel ein Regelwerk darstellt, nie gelesen haben. Durch die Medien usw. entsteht ein Bild, das streng gläubige Muslime mit Verbrechern und Terroristen verwechselt.
Wer sich mit dem Koran beschäftigt, wird sich schnell bewusst, dass sexuell motivierte Straftaten mit dem Islam NICHTS zu tun haben.
Da ich den Koran (in Übersetzung) gelesen habe und mich mit Religionen und damit auch dem Islam seit längerer Zeit beschäftige, wurde ich in den vergangenen Monaten häufiger von Mitmenschen bezüglich der Aussagen des Korans befragt. Teilweise waren und sind die Annahmen der Menschen sehr überzogen. Dies zeigt mir, dass die Allgemeinheit oft noch falsche Vorstellungen vom Islam hat. Daher habe ich einige Stellen aus dem Koran heraus gesucht, die seine Haltung zu derartigen Themen gegenüber verdeutlicht:

  1. Sexuelle Handlungen zwischen unverheirateten Personen sind untersagt. Moralisch verwerfliche und strafrechtlich verbotene Handlungen wie sexuelle Belästigung und Schlimmeres, egal an wem sie verübt werden, sind eine große Sünde und daher ebenfalls verboten. Vergewaltigung soll mit sehr schweren Strafen geahndet werden. In einzelnen islamischen Staaten steht auf Vergewaltigung die Todesstrafe.

Sure 17 Vers 33: Enthaltet Euch der Unkeuschheit, denn sie ist ein Laster und führt auf schlimme Wege.
Sure 10 Vers 28: Doch die, welches Böses begehen, sollen zum Lohn Böses erhalten.
 

  • Männer und Frauen sollen sich „schicklich“ verhalten…. Anzüglichkeiten oder gar Beleidigungen sind verboten.
  • Ungläubige und Nichtmuslime sollen NICHT bekämpft und / oder getötet werden. Ungläubigkeit bzw. Atheismus oder die Anbetung mehrerer Götter ist zwar laut dem Koran ein schweres Vergehen, allerdings wird mehrfach und explizit darauf hingewiesen, dass nur Gott über die Person, die ungläubig ist, entscheidet und das nach dem Tod des einzelnen Menschen. (Vergleichbar mit entsprechenden Stellen in der Bibel)

Sure 17 Vers 34: Tötet keinen Menschen, da Allah es verboten hat.
 
Bekämpft werden sollen z.B. Leugner des Korans und Menschen, die versuchen gläubige Muslime zu Sünden zu verleiten … mit der Waffe des Predigens.
Sure 9 Vers 6:  Und wenn einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm Schutz, bis er Allahs Wort vernehmen kann; hierauf lasse ihn die Stätte seiner Sicherheit erreichen. Dies, weil sie ein unwissendes Volk sind.
Sure 2 Vers 256: Es soll kein Zwang sein im Glauben.
 
Wenn jemand die Muslime aufgrund ihrer Religion versucht zu verfolgen bzw. zu bekämpfen, sollen die Muslime sich verteidigen.
Gerade im Internet gibt es unzählige Seiten, auf denen Personen, die aus verschiedenen Gründen bestimmte Stellen aus dem Koran heraus suchen und diese negativ interpretieren, um zu unterstreichen, wie grausam doch der Koran, der Islam und seine Anhänger seien.

Der Koran ist definitiv ein starkes, aufrüttelndes Buch. In jeder Sure wird dazu aufgerufen nur den einen, unseren Gott anzubeten. Oft wird darauf hingewiesen, dass Gott keine Kinder habe, sondern alle Geschöpfe auf dieser Erde wurden von ihm erschaffen. Daher solle man sonst niemanden anbeten. Jesus wird immer wieder als ein wichtiger Prophet genannt, im Grunde der erste Prophet der Gottes Wort verkünden sollte. Auch seine Eltern: Maria und Josef, werden mehrfach erwähnt. Ich habe zahlreiche weitere Verse im Koran gefunden, die ich hier auflisten könnte, dies würde leider den Rahmen sprengen.

Es gibt Länder wie Indien, deren größte Religionsgemeinschaft die Hindus sind (80 bis 90 %), oder Mexiko, ein christliches Land, von denen wir immer wieder Berichte über Gruppenvergewaltigungen hören.
Die Gründe dafür sind mir schlichtweg egal. Ich möchte gar nicht wissen, warum Menschen anderen Menschen solche Dinge antun und vor allem, sich sogar Grüppchen bilden, die solche Taten begehen. Aber lasst uns nicht vergessen…sexuell motivierte Straftaten gab es schon immer. Leider.
…. Lange bevor der erste Moslem Deutschland betrat.
Auch in Deutschland und anderen westlichen Ländern gibt es leider viel zu viele Männer, die ihre Partnerin bevormunden, womöglich auch schlagen. Häusliche Gewalt gibt es überall. Es ist ein Problem, aber kein nationales. Ja, es gibt leider einige Männer, die bestimmte Stellen im Koran anders auslegen, und zwar, dass das Züchtigen einer Frau durch Schläge zu passieren hat. Das werde ich nie beschönigen. Das Problem, wie auch in anderen Religionen, ist die Auslegung der Schriftstücke. Unter den Gelehrten der Moslems gibt es immer wieder Diskussionen, wie einzelne Passagen auszulegen sind.
Aber dem für Muslime wichtigsten Propheten Mohammed wird nachgesagt, er habe nie eine seiner Ehefrauen geschlagen. Im Gegenteil, er forderte seine Gläubigen immer dazu auf, ihre Ehefrauen gut zu behandeln. Eine seiner Aussagen: Je besser ein Mann sich seiner Frau gegenüber verhält und sie behandelt, desto mehr Lohn werde er von Gott behalten.
Auch hat Mohammed nie in Polygamie gelebt, er hatte immer nur eine Ehefrau zu einer Zeit.

Machostaaten gibt es sehr, sehr viele….in vielen Ländern ist es heute noch so, dass der Mann das Oberhaupt der Familie ist und sagt, was die Frau und Töchter zu tun und zu lassen haben. Man kann behaupten, dass die Mehrheit der Gesellschaften auf der Erde als chauvinistisch bezeichnet werden kann. Dazu zählen, wie bereits erwähnt, Indien und sehr viele asiatische Länder, aber auch Mexiko oder Spanien z.B. Desweiteren sind auch im Judentum einige, in unseren Augen veraltete Regeln für Frauen aufgestellt. Auch bei Ihnen ist gerade häusliche Gewalt häufig ein Thema.
Wie sich Gesellschaften bilden wissen wir. Eine Mischung aus Geschichte, Traditionen, Religion und Politik. Und jede Gesellschaft hat auch Probleme.
Aber keine unserer Weltreligionen ist schuld an Vergewaltigungen etc.! Es ist der Mensch an sich, der Schuld ist. Soziales Fehlverhalten und verkümmerte Persönlichkeiten sind an Gruppentaten schuld.
Hätten sich die Täter in Köln an den Koran gehalten, dann

  1. a) wären sie nicht betrunken gewesen
  2. b) hätten sie Frauen nicht angefasst, geschweige denn vergewaltigt
  3. c) hätten sie nicht geklaut.

Die Bibel ist nicht schuld daran, dass es Männer gibt, 32 Frauen heiraten und unter ihren Ehefrauen auch minderjährige Kinder sind.
Die Bibel ist nicht schuld an den Skandalen des Missbrauchs an Kindern in Kirchen, Internaten etc.
Die Thora ist nicht schuld, dass es Menschen gibt, die ein Gebiet als ihres ansehen und die dort lebenden Menschen sanktionieren.
Die Thora ist nicht schuld, dass es Menschen gibt, die auf homosexuelle Menschen einstechen oder Kopftuchträgerinnen bespucken.
Der Koran ist nicht schuld, dass eine Gruppe von Menschen „Ungläubige“ und Christen, aber vor allem Tausende von Muslimen töten.
Und er trägt keine Schuld an den Taten der Kriminellen in der Silvesternacht in Köln.

Es sind kranke und / oder gewissenlose Menschen, die sich in falschen Ideen verlieren und Amok laufen, die keinen Respekt vor Menschen und häufig vor allem Frauen gegenüber haben, die die Schwäche von anderen Menschen ausnutzen um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Die größenwahnsinnige Ziele verwirklichen wollen. Dazu zählen auch teuflische Kreaturen, die im Namen ihrer Religion andere Menschen einer Gehirnwäsche unterziehen, um ihre eigenen Ziele zu verwirklichen.
Und jede Gruppe von Menschen, sei es eine Religionsgemeinschaft, eine Nation oder ein Volk, gleicht sich in einem Attribut: sie ist keine homogene Gruppe. Sie alle bestehen aus verschiedenen Meinungen, Einstellungen, Lebensweisen. Und unter den einzelnen Strömungen gibt es mehr oder weniger radikale Verfechter sowie unterschiedlichen politischen Haltungen und Ideologien.
Wenn jemand das Rechte tut, so tut er es für sich selbst; und wenn jemand Böses tut, so handelt er gegen sich selbst. Sure 41, Vers 46

Y.P.

Lucky und Sunny

Lucky und Sunny

Hallo,11
wir heißen Lucky und Sunny.
Sunny ist noch ein wenig schüchtern, deswegen erzähle ich unsere Geschichte.
Also, mein Name ist Lucky, ich bin ein Wellensittich, genauer gesagt ein Hansi-Bubi, das ist eine Rasse von Wellensittichen.
Ich bin am 29.10.2014 zu meinem Frauchen gekommen und fühle mich seitdem sehr wohl und zu Hause.
Ich werde geliebt und nenne mein Frauchen liebevoll „Mama“.
Ich darf den ganzen Tag herum fliegen, aber nicht nur in einem Raum, sondern durch die ganze Wohnung, nur wenn Mama nicht da ist, darf ich nur im Wohnzimmer bleiben, aber das verstehe ich, schließlich geht es um meine Sicherheit.
Ich bin zahm, besonders gerne lande ich auf dem Kopf oder sitze gemütlich auf dem Finger und lasse mir mein Gefieder kraulen, das mag ich sehr gerne.
Am 23.09.2015 bekam ich Zuwachs, nämlich Sunny.
Sunny war noch sehr klein, als sie zu uns in die Familie kam, sie hatte noch nicht einmal alle Federn.
Am Anfang konnte ich sie nicht so gut leiden, da ich Angst hatte, dass sie mir meine Mama weg nimmt, aber mittlerweile verstehen wir uns sehr gut.
Wir lieben es, zusammen herum zu toben und Musik zu hören.
Ja, ihr habt richtig gehört, wir hören Musik, wir haben ein eigenes Batteriebetriebenes Radio, was für uns spielt, wenn wir alleine sind.
Unsere absolute Lieblingsbeschäftigung ist das Fliegen, wir jagen uns gerne durch alle Räume und manchmal passiert es auch schon mal, dass wir zu wild sind und ausversehen unserer Mama mit dem Flügel eine „Ohrfeige“ verpassen, aber das ist keine Absicht! J
Wir klettern auch sehr gerne, am liebsten dort, wo wir es nicht dürfen, aber das ist ja auch bei Kindern so, das, was man nicht darf, macht am meisten Spaß.
Wir sind manchmal sehr albern und drehen dann völlig durch, dann schießen wir durch die
Gegend wie Pfeile, schlagen Zick-Zack Schläge und meckern dabei laut krächzend rum.
Unser Lieblingsessen sind Kolbenhirsen und Knabberstangen, aber auch normales Körnerfutter und Obst/Gemüse stehen auf dem Speiseplan.
Ich persönlich mag das normale Futter nicht so gerne, aber das wurde leider durchschaut und deswegen bekomme ich nur alle drei Tage einen besonderen Leckerbissen, was mich manchmal ein wenig wütend stimmt.
Na gut, ich soll halt einfach nicht dick werden, ich denke, dass das der Punkt ist, ich bin ja brav, also esse ich dann auch mein Futter, denn Hunger treibt nun mal.
Sunny hingegen steht total auf das normale Futter, sie ist anders als ich in dieser Hinsicht, aber für sie wäre es auch nicht gut, zu viel Kolbenhirsen oder Knabberstangen zu essen, denn sie ist schon etwas pummelig.
Ich finde das toll, denn so bleibt mehr für mich übrig. J
Wir gehen übrigens sehr gerne baden, wir planschen dann so viel, dass die Fenster dreckig sind, was Mama immer wütend macht, aber ordentlich baden wäre ja zu langweilig.
So viel mehr möchte ich auch eigentlich gar nicht erzählen, denn eigentlich wollten wir einfach nur in der Zeitung stehen. J
Euer Lucky und Sunny

D.B.

Weihnachten, Familie, Kirche 2015

Weihnachten, Familie, Kirche 2015
 
Wer oder was wird hier eigentlich geweiht?
Den Geruch von Weihwasser mochte ich immer sehr gerne, auch den von echten Wachskerzen. Vom „Süßen Teller“ ganz zu schweigen, meiner war immer als erstes leer, dann wurde von dem meines Bruders stibitzt. Tja und heute? Darf ich Nüsse essen, oder bricht mir dann der nächste Zahn ab? Schokolade, Nougat, Marzipan – Honigkuchen, Christstollen? No go! Ich wiege 84 kg. Dieses Jahr gibt es nur noch Gemüsebrühe… ;-(
Scheißwetter ist sowieso vorprogrammiert, da können wir noch so oft „Schneeflöckchen Weißröckchen“ singen.
Aber mein jüngerer Sohn kommt. Muss nochmal nachhaken, ob er jetzt das Flugticket reserviert hat. (Er kommt aus dem Ausland und ich habe ihn seit 6 Monaten nicht gesehen.) Söhne haben die Eigenschaft sich früher oder später Freundinnen anzuschaffen. Meiner hat mir sehr geschickt klargemacht, wer seitdem für ihn an erster Stelle steht. (Ich bin es nicht – richtig so!) Sohn zwei hat schon angedeutet, dass er im Januar nach Cuba fliegen will. Ob da Zeit und Geld übrig ist, die geldfreie Mutter in Deutschland zu besuchen? Ich bin 52, meine Eltern leben nicht mehr. Früher war es manchmal schwierig allen gerecht zu werden, da ist das schon mal eine Erleichterung. (Entschuldigen Sie meine schonungslose Offenheit.) Dann wäre da noch mein neuer Freund, der dieses Jahr noch 35 Tage Urlaub hat…
Ich werde es gelassen angehen und das tun wo ich gerade Lust zu habe. Vielleicht gehe ich sogar mal in die Kirche – da bietet sich die Gemeinde meiner Mutter an, oder die
„schwarze Kirche“. Das ist die christliche Kirche in der Martin-Luther-Straße, in der Nähe vom S-Bahnhof Essen West, die von einer schwarzafrikanischen Gemeinde übernommen wurde. Der Gottesdienst ist super interessant. Gepredigt wird zwei- oder dreisprachig, in Englisch, Deutsch und Twi, eine der Sprachen Ghanas. Ich wurde bei meinem ersten Besuch in die Gemeinde aufgenommen. Ich wurde gefragt, wer mich mitgebracht hat und alle, die um mich herum saßen, gaben mir die Hand und lächelten mich ehrlich und herzlich an. Die Menschen dort ziehen sich sehr festlich an, wenn sie den Gottesdienst besuchen. Männer und Jungen im Anzug, Frauen in einer wunderschönen Tracht mit imposanten Hüten, hübsch geschminkt. Man sitzt dort nicht eine Pflichtveranstaltung ab, sondern feiert über mehrere Stunden. Es gibt wohl keine Kirchensteuer, aber es wird großzügig gespendet. Zum Abschluss werden die Besucher bewirtet, denn viele kommen von weit her. Mir wurde das Essen mehrmals geschenkt, bis ich bemerkte, dass alle anderen einen Euro dafür in ein Körbchen warfen.
Einige haben sehr teure Autos. Das würde den Standartdeutschen wohl schon wieder misstrauisch machen. Meine Mutter war jedenfalls so. Als es mir mal ein Afrikaner angetan hatte, sagte sie, den wolle sie gar nicht erst kennenlernen. Er brachte mich dann einmal im Auto nach Hause und sie sagte ganz erstaunt: „ Wie, der hat ein Auto?“ Ja, so sind die Deutschen, die zu Hitlers Zeiten in die Schule und in den BDM (Bund deutscher Mädchen) gegangen sind, oder die, wie mein Vater, in der HJ (Hitlerjugend) waren. Zu meiner Schulzeit gab es auch im Sportunterricht noch das Spiel: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“, bei dem alle Kinder von der einen Seite der Turnhalle zur anderen laufen mussten und die Gefangenen sich dann in „schwarze Männer“ verwandelten, die ihrerseits Kinder fangen mussten.

Gute Autos sind ein Statussymbol – das war früher auch bei den spanischen Gastarbeitern so, und davor, in der Generation meines Vaters, auch noch bei den Deutschen. Wer ein großes, schickes Auto hatte, wohlmöglich darin mit der ganzen Familie in Urlaub fahren konnte, der hatte es geschafft. Wir sollten den Ausländern ihre teuren Autos gönnen. Sie haben mehrere Kinder, Kinderwagen, Oma, Opa, Onkel und Tante dabei und vielleicht im Hinterkopf, dass sie so ein Auto auch zu Hause in Afrika, gebrauchen könnten. (Ich benutze den Begriff „ Ausländer“ ganz bewusst und wertfrei; für mich gibt es einfach nur Menschen aus Deutschland und Menschen von außerhalb, die nenne ich dann „Ausländer“.)

Die Gemeinde, die seit 2008 die Martin Luther Kirche gemietet hat, nennt sich „Parish World Evangelical Ministry“.     Jeden Sonntag von 13-15 Uhr finden dort Gottesdienste statt. Interessierte sind herzlich willkommen. Weiter Information findet ihr unter:

                                                Die Kirche an der Kerckhoffstraße, Frohnhausen wird oft verwechselt mit der „Evangelische Lutherkirchengemeinde Essen-Altendorf“ in der Röntgenstraße 1, 45143 Essen.

Daher hier die genaue Adresse:

Andachtsstätte Martin Luther Kirche
Martin-Luther-Straße 116
Essen (Frohnhausen)

Geschichte der Lutherkirche
 
Die Lutherkirche wurde nach Plänen des Architekten August Hartel errichtet.
Alfred Krupp, selbst evangelisch, in dessen Werken etwa drei Viertel der Gemeindemitglieder arbeiteten, stellte 1879 den Bauplatz, Baumaterial und 15.000 Mark für den Bau der Lutherkirche zur Verfügung. Insgesamt sollte der Bau 109.000 Mark kosten.
Die Grundsteinlegung war am 24.Juli 1881. Die Kirche wurde als Ziegelrohbau in gotischem Stil ausgeführt, der Kirchsaal bot 1100 Gemeindegliedern Platz. Erstmals wurden in Essen industriell gefertigte Stahlstützen für den Bau einer Kirche verwendet. Diese trugen ein englisches Holzgewölbe. Im Dezember 1882 fand die Kirchweihe mit rund 2500 Gottesdienstbesuchern statt. Im Februar 1893 folgte die Einweihung des Gemeindehauses und 1885 erhielt die Kirche eine Orgel. 1903 wurde der Kirchbau auf Kosten der Firma Krupp um das nördlich angrenzende Lutherhaus ergänzt.
 
Zur Zeit der Industrialisierung, gegen Ende des 19.Jahrhunderts, benötigte der Inhaber der Krupp AG für seine Arbeiter, die in den Arbeitersiedlungen Schederhof und Kronenberg lebten, eine evangelische Kirche. Sie sollte genau zwischen diesen Kruppkolonien stehen und war mit Kronenberg durch einen beschränkten Bahnübergang verbunden. Der Bahnhof Altendorf Essen-Süd war der Vorgänger des heutigen Bahnhofs Essen West.
Als Arbeiterkirche wurde die Lutherkirche für die vielen Fremden errichtet, die beispielsweise aus Hessen und Ostpreußen kamen. Denn diese Menschen fanden im damals aufstrebenden Ruhrgebiet, besonders in den vielen großen und kleinen Zechen und in der damaligen Krupp Gussstahlfabrik im heutigen Westviertel, Arbeit.

Damals lag die Lutherkirche inmitten der 1874 gegründeten
Bürgermeisterei Altendorf, zu der die Orte Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen zählten. Sie galt mit etwa 66.000 Einwohnern als größte preußische Landgemeinde und wurde 1901 zur Stadt Essen eingemeindet.
Im Ersten Weltkrieg wurden die Bronze-Glocken und die zinnernen Orgelpfeifen als kriegswichtige Rohstoffe zugunsten der Rüstungsproduktion eingeschmolzen. Nach dem Krieg erhielt die Gemeinde wiederum die Unterstützung der Firma Krupp, um die Kriegsschäden beseitigen zu können.
In der Zeit des Nationalsozialismus erlebte die Kirche zwei Seiten, nämlich Pfarrer der regimetreuen Deutschen Christen und Pfarrer der Bekennenden Kirche, die in Opposition zum Nationalsozialismus standen. Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche nach Bombentreffern vollständig aus, so dass nach Kriegsende nur noch die Außenmauern vorhanden waren.
1957 begann die Beseitigung der Trümmer der zerstörten Lutherkirche.
Im September 1958 konnte zunächst das Lutherhaus an der Kerckhoffstraße wieder eingeweiht werden. Zu diesem Zeitpunkt war auch das neue Glockengeschoss des Kirchturms bereits errichtet, darauf folgte innerhalb von vier Jahren das Kirchenschiff.
Im September 1962 wurde die wieder aufgebaute Lutherkirche eingeweiht. Dieser Neubau lehnt sich bewusst an den ursprünglichen Entwurf aus dem 19.Jahrhundert an, besaß aber nun keine Emporen mehr, erhielt eine flache Kassettendecke und Farbverglasungen.
Zur 1962 neu errichteten Kirche gehört das nördlich gelegene Lutherhaus als Gemeindehaus. Hier gab es im Obergeschoss einen großen Festsaal mit Bühne und angrenzender Küche. Von der Kerckhoffstraße erreichbar war die Lutherkindertagesstätte.
Im September 2009 fand in der Lutherkirche der letzte evangelische Gottesdienst statt. Aus finanziellen Gründen wird der Kirchbau von der evangelischen Kirche selbst nicht mehr für Gottesdienste genutzt.
Erst nutzte man noch das benachbarte Luthergemeindehaus an der Kerckhoffstraße.
Dieses wurde 2013 geschlossen, daher müssen die Gemeindeglieder die Gottesdienste in der Apostelkirche und der Christuskirche besuchen.
Die Deutschen besuchen immer weniger ihre christlichen Kirchen, treten sogar aus der Kirche aus, sodass die Kirche  immer weniger Steuereinnahmen hat. Andere Gemeinden hingegen haben immer mehr Zulauf

Quelle: Wikipedia                                                                                                                                     Chrissi

Der Weg in die Krise und aus der Krise heraus

Der Weg in die Krise und aus der Krise heraus

Allgemeines:

Ich bin die Neue hier im Krähennest, angefangen habe ich am 07.09.2015 und freue mich sehr, ab jetzt als Redakteurin hier zu arbeiten.
Ich bin 26 Jahre alt und damit die Jüngste hier; wohnhaft in Essen Altenessen-Süd.
Meinen richtigen Namen möchte ich hier aus persönlichen Gründen nicht veröffentlichen.
Seit ungefähr 1,5 Jahren befinde ich mich regelmäßig und sehr intensiv in Therapie, lange habe ich es ohne geschafft, aber der Punkt kam leider, an dem ich auf Hilfe angewiesen war.
Das Jahr 2013 war nicht mein Jahr (vielleicht liegt es auch an der Zahl 13, die in diesem Jahr versteckt war).
Ich bin eigentlich kein abergläubischer Mensch, aber seit diesem Jahr hasse ich die Zahl 13, ich assoziiere alles mit dieser Zahl.
Das Jahr fing schon schrecklich an, am Neujahrsabend merkte ich, dass sich eine Grippe anschleicht.
Und was war?! Am nächsten Morgen saß ich beim Arzt – mit einer GRIPPE!
Na ja, auskurieren und gesund werden, was sich irgendwie als schwer herausstellte, denn diese Erreger waren wirklich sehr hartnäckig und so hatte ich einen guten Monat damit zu kämpfen.
Ich hatte zu dieser Zeit keinen Job und hatte nur von meinem Ersparten gelebt, doch natürlich –  wie sollte es auch anders sein –  war dieses irgendwann weg.
Nun begann die schwerste Zeit meines Lebens und es fällt mir sehr schwer, darüber nachzudenken, denn auch heute tun diese Erinnerungen noch weh.
Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt keine Hilfe holen, nicht weil ich nicht wollte, ich KONNTE einfach nicht, es fiel mir schwer, Menschen um Hilfe zu bitten; also begann ich Schulden zu machen.
Ich konnte meine Mieten nicht mehr zahlen und musste letztendlich gucken, wie ich überhaupt noch an etwas zu Essen kommen sollte, denn ich hatte nicht nur das finanzielle Problem, sondern auch ein Problem herauszugehen, doch ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, warum ich diese Angst hatte!
Es ging alles bergab; ich ließ soziale Kontakte abbrechen, isolierte mich von der Außenwelt und ging nur selten zu meinen Eltern, die mich dann immer mit Essen versorgten und mir helfen wollten.
Ich konnte Ihre Hilfe nicht annehmen, denn, wie oben beschrieben, konnte ich das nicht und reagierte immer aggressiv und stieß auch meinen Eltern immer wieder vor den Kopf.
Ich merkte nicht, wie verzweifelt sie waren, es war mir auch egal, schließlich hatte ich doch die Probleme und sie sollten mich in Ruhe lassen, denn irgendwann wird es schon wieder normal laufen, was natürlich nicht der Fall war.
Die Schulden häuften sich immer mehr, mir war das egal, Hauptsache, ich saß in meiner Wohnung und konnte mich isolieren.
Ich saß von morgens bis abends vor dem Fernseher und starrte die Wand an, in der Hoffnung dort zu erfahren, wie es weiter gehen sollte.
Abends ging ich ins Bett und am nächsten Morgen wiederholte sich dieser Vorgang.
Mein Vater begleitete mich im Juli 2013 das erste Mal zu einem Psychiater, der folgende Diagnose stellte: Depressionen mit Angsterkrankung!
Nun gut, ich bekam Tabletten und dachte, ab jetzt geht es bergauf, aber dies war wieder nicht der Fall, sodass ich wieder einmal noch tiefer in mein schon vorhandendes Loch fiel.
Im Oktober ungefähr, einen Monat vor dem sogenannten Supergau, bekam ich Post von meinem damaligen Vermieter ( einer Wohngesellschaft ), mit der Bitte, die offenstehenden Rechnungen zu bezahlen, ansonsten werde die Zwangsräumung eingeleitet.
Was meint ihr, wie ich reagiert habe?!
Richtig, ich lebte weiter vor mich hin und dachte immer noch, es werde alles werden, doch leider war dies nicht der Fall.
Am 11.11.2013 ( einige lachen jetzt bestimmt, schließlich war ja Karnevalsbeginn ), bekam ich morgens um 07.30 Uhr Besuch von Gerichtsvollzieher, Räumungskommando und einem Vertreter der Wohngesellschaft- die Räumung sollte durchgeführt werden!
Die folgenden Tage war ich wie gelähmt, ich war obdachlos, pleite und hoch verschuldet.
Deswegen fassten meine Eltern den Beschluss, dass es am besten für mich wäre, in eine Psychiatrie zu gehen, was ich am 22.11.2013 auch tat.

Wie ich aus der Krise heraus kam

Der Klinikaufenthalt dauerte 9 Wochen an, es ging mir immer besser, ich fing langsam wieder an, positiv zu denken. In der Klinik lernte ich eine nette, ältere Dame kennen, die mir nur einen Monat nach meiner Entlassung eine sehr große Freude bereitete: sie sagte, bei ihr im Nebenhaus sei eine Wohnung frei.
Ich schaute mir die Wohnung  kurze Zeit später an und unterschrieb nur eine Woche später den Mietvertrag.
Ich war so glücklich, mein Leben hatte wieder einen Sinn und ich beschloss, einen Neuanfang zu starten!
Am 17.03.2014 fing meine teilstationäre Therapie in einer Tagesklinik in Essen an, wo es mir sehr gut gefiel und was ich immer wieder machen würde.
Tageskliniken empfehle ich wirklich den Menschen, die merken, dass ihr Leben ein wenig aus den Fugen gerät, aber noch nicht so krank sind, dass sie einen stationären Aufenthalt brauchen.
Nur eine Woche nach dem Beginn der Tagesklinik zog ich in meine neue Wohnung, um genau zu sein am 22.03.2014.
Es war der schönste Tag meines Lebens, ich fühlte mich so gut wie lang nicht mehr , denn ich konnte von vorne anfangen.
Die Zeit in der Tagesklinik war toll, ich knüpfte neue soziale Kontakte, lernte viel über mich selbst und kann wirklich nichts Negatives über diesen Aufenthalt sagen.
Am 15.05.2014 beendete ich den Aufenthalt und war von diesem Moment an nur noch in ambulanter Therapie bei einer auf Tiefenpsychologie spezialisierten Therapeutin- bis heute bin ich noch dort.
Natürlich war ich noch lange krankgeschrieben, denn ich musste ja auch meinen Schuldenberg erst einmal abbauen, was auch gut klappte, denn ich war bei einer Schuldnerberatung und bekam jede Hilfe, die ich benötigte.
Für einige Gläubiger ( = Unternehmen, bei denen man Schulden hat ), brauchte ich auch juristische Hilfe, aber das war kein Problem.
Im Oktober 2014 kaufte ich mir ein Haustier, einen Wellensittich namens Lucky, denn er sollte „Der Glückliche“ sein, und ich fing an nur noch positiv zu denken. Dieses Tier hilft mir sehr gut, wenn es mir schlecht geht, bringt er mich zum Lachen, ja, er ist sehr zahm und folgt mir auf Schritt und Tritt.
Nun sitze ich hier und schreibe meinen ersten Artikel, ich habe einen großen Berg überwunden, bin immer wieder hingefallen, aber auch wieder aufgestanden.
Es gibt immer Krisen im Leben, man muss nur lernen, sie zu bewältigen, sich auch mal Hilfe zu holen und sich nie hängen zu lassen.
Man muss lernen, mit seiner psychischen Krankheit zu leben und sie zu akzeptieren, nur dann schafft man es, sie immer wieder zu bezwingen und in schweren Zeiten gegen sie zu kämpfen.
Ich bin stolz auf das, was ich geschafft habe, und dass ich es alleine geschafft habe, mit meiner eigenen Kraft und meinem eigenen Lebenswillen.
Ich wünsche Allen, die in einer tiefen Krise sitzen die Kraft herauszukommen, denn wenn man möchte, dann schafft man es auch!

D.B.

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