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Dranbleiben

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DRANBLEIBEN

Ich würde mal sagen, Ihre verdammte „Service-Hotline“ verdient ihren Namen nicht. „Service“ heißt doch eigentlich Dienstleistung, und unter einer „Hotline“ stelle ich mir  einen heißen Draht vor, also eine Telefonverbindung, über die mein Anliegen schnell, effektiv und unkompliziert erledigt wird.
Gestern habe ich viermal zu verschiedenen Zeiten bei Ihnen angerufen. Viermal Anrufbeantworter. Dieser sagte nicht, wie gewohnt: “Alle Mitarbeiter sind im Gespräch, bitte warten sie einen Moment.“ Er sagte auch nicht, wie bei meinem Telefonanbieter: „Die Wartezeit beträgt etwa 10 Minuten, Sie können Ihr Problem aber auch selbst am Computer beheben.“ (kein exaktes Zitat, aber Ihr wisst schon, was ich meine.)
Ich höre auch nicht, wie bei meiner Krankenversicherung: „You`ll never be alone“.
Nein, bei Ihnen heißt es einfach: „Alle Mitarbeiter sind im Gespräch, rufen Sie bitte zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an.“
Hab´ ich getan. Und nochmal – und nochmal – und nochmal .
Wahrscheinlich um mich zu trösten, sagt eine Kollegin: „Ja, es ist Urlaubszeit“. Ich habe jetzt gerade aber keinen Urlaub! Ich möchte wissen, einfach nur wissen, wer denn nun für mich zuständig ist, nachdem sich das Mitarbeiterkarussel mal wieder gedreht hat. Wer meine neue Sachbearbeiterin in der Abteilung A ist, weiß ich. Aber wie sieht es in der Abteilung B aus? Habe ich dort auch eine neue Fachkraft bekommen? Oder ist es die gleiche geblieben und ich rege mich ganz umsonst auf?

Jedenfalls muss ich mein Anliegen vorbringen, bevor der Monat Juli zu Ende ist. Es geht um 70,- € monatlich, was für mich sehr  viel Geld ist!
Ich lebe im ambulanten betreuten Wohnen (kurz BeWo), was nicht heißt, dass ich völlig Banane bin. Es heißt, dass ich zwei Stunden pro Woche zusammen mit einem Sozialarbeiter Dinge bearbeiten kann, die mir alleine sehr schwer fallen. Zum Beispiel wenn es um die Kostenübernahme der vollen Miete geht. Doch auch die Mitarbeiter dort sind nur Menschen. Mein „Joker“ hat Urlaub, seine Vertretung hat gerade einen Todesfall in der Familie. Mein Anliegen ist so spezifisch, dass sich nicht jeder Sozialarbeiter damit auskennt. Ich muss den entsprechenden Sozialarbeitern auch erst eine Vollmacht erteilen, denn sonst darf sowieso niemand in meinem Namen tätig werden.

;-(   ! Ächz !   ;-(    ““S“t“r“e“s“s““ !   $  §  $  §  ! Ächz !  ;-(

Aber ich übe: Beharrlichkeit, Durchsetzungsvermögen, Frustrationstoleranz, Freundlichkeit trotz alledem und nochmal Beharrlichkeit. – Und komme letztendlich einen Schritt weiter. – Oder? ;-))

DRANBLEIBEN WIE EIN TERRIER !

P.S. Heute ist der 21. Oktober. Gestern wurde mein Anliegen freundlicherweise zur SOFORTSACHE erklärt. Ohne meinen Sozialarbeiter hätte ich aufgegeben. Das hält selbst ein Terrier nicht aus.
P.P.S. Heute ist der 27.10.2015. In einem Schreiben teilt man mir mit, dass nun ein medizinischer Gutachter mit meinem Fall betraut wird. Mmhh – soll ich nun nachfragen, wann denn der Termin sein wird oder darauf warten, dass man mir einen Termin mitteilt ?

Chrissi

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