Redaktions Center

Informatives

Share

Fragen Sie mich mal was! (Teil 2 der Märzausgabe)
Fortsetzung folgt          Immer diese Fragerei

Meine Aufgabe als Fragezeichen ist manchmal lustig. Spaß muss bei der Arbeit sein. Zwischendurch erlebe ich aber auch Aggression, dann wieder Ironie oder ich mache Arbeitsteilung mit meinem Kollegen Ausrufezeichen. Umringt von anderen Satzzeichen, verlaufe auch ich auf dem Papier, wenn es sentimental wird. Interessant ist, wo ich überall eingesetzt werde. Abwechslung in meinem Job finde ich gut. Vor allen Dingen ist meine Arbeit wichtig (…wer nicht fragt bleibt dumm)! Gerade schleicht sich das Ausrufezeichen ein. Wie Sie aus Teil 1 wissen, haben wir zeitweise zusammengearbeitet. Schade, trotz guter Teamarbeit, ging die Beziehung auseinander. Uns mochte kaum einer, und wir wurden getrennt. Nur wenige haben uns wiederentdeckt, immerhin. Wir werden hintereinandergeschrieben und in der Position vertauscht. Im Ausland verändere ich meine Form. Naja, Veränderung und Gymnastik halten einen fit. Langweilig wird es nie. Mit elegantem Schwung, wünsche ich Ihnen viele Aha-Erlebnisse beim Lesen dieses Artikels. Wir sehen uns später.

Das Fragezeichen als Satzzeichen

Im Absatz Bedeutungsübersicht hat der Duden folgende Definition:

„Satzzeichen, das am Ende einer wörtlich wiedergegebenen Frage geschrieben wird.“

Beispiel: „Woher kommt die Idee, über das Fragezeichen einen Artikel zu schreiben     ragezeichen“

Bedeutungsübersicht

Im Absatz erklärt der Duden folgende Bedeutungsübersicht:

Satzzeichen, das am Ende einer wörtlich wiedergegebenen Frage geschrieben wird

Beispiele

ein Fragezeichen setzen: etwas infrage stellen / bezweifeln; etwas als ungewiss bezeichnen

dastehen, dasitzen wie ein Fragezeichen: in schlechter Haltung dastehen, dasitzen/ ratlos sein; etwas nicht verstehen

<in übertragener Bedeutung>: es bleiben noch einige Fragezeichen: Unklarheiten, Ungewissheiten

<in übertragener Bedeutung>: sie ist ein wandelndes Fragezeichen fragt unentwegt

<in übertragener Bedeutung>: etwas mit einem [dicken, großen] Fragezeichen versehen: anzweifeln, nicht [ohne Weiteres] für richtig, glaubwürdig halten

Das Fragezeichen dient dazu, anzugeben, wann etwas Geschriebenes als Frage gemeint ist. In der gesprochenen Sprache machen wir durch die Betonung deutlich, wann etwas eine Frage ist. In der geschriebenen Sprache tun wir dies mit dem Fragezeichen: Das finde ich gut. – Wirklich? – Ja, wirklich.

 

Österreich Wörterbuch

 

Das Fragezeichen steht: 2.1 Als Satzzeichen nach echten Fragen, die durch wörtliche Fragesätze, Wortgruppen oder Einzelwörter ausgedrückt werden … 2.2 Als Ausdruck des Zweifels an einer Angabe oder Behauptung … 2.3 Als Ersatz für „wie viel“ (z.B. in Rechenaufgaben)

 

 

In den lateinischen, deutschen und romanischen Sprachen wird das Fragezeichen am Ende des Satzes ohne Leerzeichen gesetzt. So werden ungewollte Umbrüche zwischen dem letzten Wort und dem Fragezeichen vermieden. Bei einem versehentlich gesetzten Leerzeichen vor dem Fragezeichen, nennt man das in der Fachsprache Plenk. Die Ausnahmen werden in folgenden Abschnitten beschrieben.
<
Informatives
Ergänzung von Prof. Dr. Paul Roessler; Universität Regensburg; Institut für Germanistik

Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft

Hier ein kleiner Ausschnitt aus der Kleinen Geschichte der Satzzeichen, die ich selber verfasst habe:

„Das Fragezeichen wurde ursprünglich sowohl als Zeichen für das Ende eines Satzes als auch als Schlusszeichen von Versen verwendet. Erst die Grammatiker des 16. Jhs. wiesen diesem Satzzeichen seine Funktion zur Interpungierung von Fragen zu. Valentin Ickelsamer (1534) nannte es frag zaichen. Anders als beim Punkt, Komma, Strich- und Doppelpunkt wird das Fragezeichen seit Johann Christoph Adelung (1781) zu den Tonzeichen gezählt. Seine ursprüngliche Funktion, nämlich anzuzeigen, dass man beim lauten Lesen die Stimme am Satzende anheben soll, ist im allgemeinen Sprecherbewusstsein länger lebendig geblieben als die entsprechende Tonzeichenfunktion beim historisch älteren Punkt. (Roessler 2003, S. 4)“

Ausnahmen beim Druck

Zur besseren optischen Trennung wird im typografischen Gebrauch vor dem Fragezeichen ein schmales Leerzeichen eingefügt.

Kein Leerzeichen                                                      z.B.      i.d.R.

Schmales Leerzeichen [U+2009 (thinsp)]                z. B.     i. d. R.

Welche Ausnahmen und Besonderheiten gibt es noch?

Blicken wir dazu mal (in www.aus aller Welt…) über Deutschland hinaus. Entweder per Internet oder vielleicht kennen Sie ausländische Mitbürger, die Ihnen das ganz praktisch zeigen können.

England

Gibt es innerhalb eines Satzes eine Frage, kann das Fragezeichen auch im Satz stehen. In diesem Fall ersetzt es das Komma.

Beispiel:

The most important question, what are we having for lunch? was not answered.

Die wichtigste Frage:”Was sollen wir zu Mittag essen?“, wurde nicht beantwortet.

“What’s for lunch?” she wondered.

“Was gibt es zu Mittagessen?”, fragte sie sich.

Nach Question Tags (Frageanhängseln) wird ebenfalls ein Fragezeichen gesetzt.

Beispiel:

You are Connor, aren’t you?

Du bist Connor, nicht wahr?

Janice has been to Spain, hasn’t she?

Janice war in Spanien, nicht wahr?

Nach Anfragen, bzw. höflichen Aufforderungen steht ein Fragezeichen.

Beispiel:

Could you give me the book, please?

Kannst du mir das Buch geben, bitte?

Can you help me with my homework?

Kannst du bei meinen Hausaufgaben helfen?

 

Fortsetzung ab Seite 28

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

9 + 5 =


Beiträge – Kalender
Oktober 2019
M D M D F S S
« Sep    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
Neue Kommentare