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Pflegebeteiligung- So hat man (fast) sein eigenes Pferd

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Pflegebeteiligung – So hat man (fast) sein eigenes Pferd

 

Ich war schon immer ein absoluter Pferdefan, ich war als Kind / Jugendliche in

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der Reitschule, war in Urlauben oft reiten, Pferde haben ein sanftes, liebevolles Wesen und ich mag diese sanftmütigen Riesen sehr, vor allem, wenn man eine gute Verbindung zu ihnen aufbauen kann.

Wieder einmal dachte ich vor kurzem an Pferde und beschloss, bei ebaykleinanzeigen eine Annonce aufzugeben, in der Hoffnung, mich würde jemand anschreiben.
Ich hatte Glück und mich schrieb kurze Zeit darauf eine nette, junge Frau an, die mir mitteilte, dass sie eine Pflegerin für ihr Pferd suchen würde.
Wir verabredeten uns an dem Stall, an dem ihr Pferd steht; ich war aufgeregt und neugierig.
Der Stall liegt nicht weit von meinem zu Hause entfernt, ich fuhr mit dem Auto knappe 10 Minuten, der Stall liegt in Essen- Karnap, nahe der Gelsenkirchener Grenze.
Ich war vor der Besitzerin da und wartete gespannt; der Hof gefiel mir auf Anhieb.
Als die Besitzerin kam, verstanden wir uns auf Anhieb, die Sympathie war von Anfang an da, was schon einmal ein gutes Zeichen war.
Wir gingen recht zeitnah sofort zu ihrem Pferd, einer 25-jährigen Traberstute namens Speedy.
Speedy schaute schon neugierig über ihr Tor zu uns und ich gab ihr ein Leckerchen, welches sie vorsichtig und liebevoll annahm.
Ich verliebte mich vom ersten Moment an in dieses Pferd und sowohl das Pferd, als auch die Besitzerin waren von meiner Art und meinem Umgang mit dem Tier begeistert.
Ich putzte Speedy ausgiebig, besonders gern hat sie es, wenn man mit der Kardätsche ihre Ohren putzt, dann legt sie einem fast ihren Kopf auf die Schulter.
Zu den Aufgaben gehört ebenfalls, den Stall auszumisten, das Heunetz aufzufüllen und mit ihr spazieren zu gehen.
Ich traf mich noch einmal mit der Besitzerin, dann fuhr ich allein zu Speedy. Ich genieße die Zeit mit ihr, sie tut mir gut und ich habe Spaß mit ihr.
Wenn ich ankomme, muss ich sie meistens vom Paddock holen, ihr könnt euch

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bestimmt vorstellen, wie sie aussieht, wenn sie den ganzen Vormittag und Mittag in der Matsche herum getobt hat. Ich hole sie in in ihren Offenstall und fange an, sie ausgiebig zu putzen, doch bevor ich das tue, muss ich ihr erst einmal ihre Decke abnehmen. Danach striegele ich sie ausgiebig mit kreisenden Bewegungen; vom Hals an, über den Rücken und Bauch bis hin zu ihrer Kruppe.
Nachdem ich sie auf beiden Seiten gestriegelt habe, putze ich mit der Wurzelbürste ihr Fell glatt und entferne somit den restlichen Staub und Hautschuppen. Nachdem der Körper fertig ist, putze ich mit der Wurzelbürste ihre Beine, die meistens sehr dreckig sind. Bekomme ich die Beine und Hufe nicht durch die Bürste richtig sauber, führe ich sie in die Waschbox und spritze ihre Beine richtig ab, danach trockene ich sie mit einem Handtuch ab.

Wenn ich damit fertig bin, kratze ich ihre Hufe mit einem Hufauskratzer aus, das ist sehr wichtig, denn macht man dies nicht regelmäßig, können die sich dort sammelnden Bakterien Infektionen hervorrufen. Beim Hufe auskratzen muss man auch darauf achten, dass man das Pferd nicht an seinem Strahl verletzt, sondern wirklich nur das Horn auskratzt.
Nachdem ich dies gemacht habe, reinige ich ihr Gesicht mit einer Kardätsche, einer weichen Bürste. Sie liebt es und genießt die Nähe des Menschen, der sie vorsichtig säubert und ihr dabei immer sanft über die Nüstern streichelt.
Zum Schluss kämme ich ihre Mähne und ihren Schweif, denn auch das ist wichtig, denn sonst verknoten und verfilzen ihre Haare.
Nach dem Putzen binde ich sie außerhalb ihrer Box an, damit ich ihr Heunetz herunter holen und die Utensilien für das Stallmisten holen kann.
Das Heunetz muss gut gefüllt sein, denn sie liebt es, Heu zu fressen. Es dauert auch seine Zeit, bis man dieses große Netz gefüllt hat, man macht dies mit den Händen und zum Schluss verknotet man es mit dem sogenannten „Pferdeknoten“.
Danach hole ich eine Schubkarre, einen Besen, eine Mistgabel und eine Schüppe; in die Schubkarre lege ich frisches Stroh, mit welchem ich ihren Stall frisch mache.

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Zurück an der Box, nehme ich die Mistgabel und sortiere erst einmal das noch saubere Stroh aus, denn es wäre zu schade, wenn ich es weg schmeiße, obwohl es noch gut ist. Danach lege ich das saubere Stroh in eine Ecke und fange an, die ganzen Pferdeäpfel und das dreckige Stroh auf die Schubkarre zu hieven. Diese Arbeit ist anstrengend, das kann ich mit einer Überzeugung behaupten, ich habe regelmäßig Muskelkater am nächsten Tag. Ist die Box sauber, fege ich mit dem Besen ihre „Terrasse“ sauber, ihr Vorplatz von der Box. Den Mist, den ich dort zusammen kehre, kommt mit auf die Schubkarre, die ich dann am Misthaufen ausschütte.
Danach stelle ich die Geräte an ihren Platz zurück, denn der Hof hat viele Pferde, die natürlich alle eine saubere Box wollen.
Ich gehe wieder zurück zu Speedy und lege ihr wieder ihre Decke auf, die sie im Moment braucht, damit ihr Körper warm bleibt und bei den niedrigen Temperaturen nicht auskühlt.
Sie wird dann immer nervös, weil sie weiß, dass sie gleich fressen darf, was übrigens ihr größtes Hobby ist; also ziehe ich ihr das Halfter aus und schon verschwindet sie in ihrer Box, um sich an dem Heunetz zu bedienen.
An manchen Tagen, an denen ich eher am Stall bin, gehe ich auch gerne mit ihr in den umliegenden Parks spazieren; ich führe sie und sie freut sich sehr über ihre Bewegung; natürlich darf sie auch zwischendurch bei einer kleinen Pause grasen.
Wir streifen durch die Gegend und genießen unsere gemeinsame Zeit, ich fühle mich wohl an ihrer Seite und auch sie fühlt sich wohl an meiner Seite, wir vertrauen uns gegenseitig. Ich genieße die Zeit mit ihr sehr und würde sie als mein Pflegepferd nicht mehr so schnell abgeben wollen, denn sie ist eine gute Therapie für mich.

D.B.

Bildquellen: Autorin

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