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Star Wars 7- Oder wie Disney ein Franchise verhunzt hat

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Star Wars 7 – Oder wie Disney ein Franchise verhunzt hat

Bestimmt kennt fast jeder die „Star Wars“-Filme. Sie sind schon fast ein Kult, gehörten sie doch zu den ersten Sciencefiction-Filmen, die es tatsächlich zu einer weltweiten Bekanntschaft gebracht haben. Der junge Feuchtfarmer Luke Skywalker wohnt bei seinem Onkel und seiner Tante auf einem abgelegenen Wüstenplaneten, bis er schließlich irgendwie in den Besitz zweier Droiden (Roboter) kommt. Einer von ihnen hat eine Botschaft für einen Einsiedler, der weitaus mehr ist, als er zu sein scheint.
Im Grunde spielt die ganze Filmtrilogie eine Geschichte, wie sie auch in einem x-beliebigen Fantasybuch vorkommen könnte. Ein Junge wird vom Bauernsohn zum Kämpfer, und ist der Auserwählte, der das Imperium letztlich besiegen soll. Trotz dieser sehr einfach gestrickten Handlung, macht es Spaß die Filme zu sehen, und die Abenteuer der Charaktere weiterzuverfolgen.
Zwanzig Jahre nach der der alten Trilogie, schafft es eine weitere Trilogie in die Kinos zu kommen, welche eine ganze Weile vor den Ereignissen der ersten Trilogie handelt. Und endlich hat sich auch das Setting geändert. War die ursprüngliche Trilogie noch ein Weltraummärchen, so ist die nachfolgende Trilogie wesentlich komplexer, tiefgründiger, und gesellschaftskritischer.
Die galaktische Republik ist von Korruption gezeichnet, die Jedi-Ritter sind kaum mehr als die Laufburschen der Republik, auf vielen Planeten ist Sklaverei üblich, wieder andere sind von Bürgerkriegen zerrissen. Dinge, an denen die Republik kaum Interesse zeigt, weil es sich für sie nicht wirtschaftlich rentiert. Im Gegenteil sogar, skrupellose Kapitalisten der Handelsföderation verdienen daran, Kampfdroiden zu bauen, um die Kriege weiter anzuheizen. Dennoch gibt es immer wieder Menschen (und Nicht-Menschen), die sich dafür einsetzen, die Republik wieder zu dem zu machen, was sie einst war, die überall für Frieden und Gerechtigkeit kämpfen.
Man erlebt die Abenteuer von Anakin Skywalker, der langsam seinen Weg auf die dunkle Seite antritt, und schließlich zu Darth Vader wird. Der eigentliche Drahtzieher hinter den Kriegen ist der oberste Kanzler, der letzte Sith-Lord, der erneut Dunkelheit über die Galaxis bringen will. Die neue Trilogie thematisiert den entfesselten Kapitalismus, religiösen Extremismus, das Entsetzen eines Krieges und den Schrecken einer Diktatur.
Und so war die Freude unter vielen Fans groß, als Disney verkündete, die Star-Wars-Saga fortzusetzen. Doch dann erlebten sie eine große Enttäuschung. Disney hatte sich wieder an der alten Trilogie orientiert, und aus dem Film wieder ein Weltraummärchen gemacht, mehr noch, vieles aus dem ersten Film offen kopiert. Es ist wieder eine Riesenwaffe die zerstört werden muss, wie der Todesstern, nur noch größer; die Protagonistin ist wieder eine junge Jedi, die ihre Kräfte entdecken muss; usw. usf..
Das besondere der neuen Trilogie, was so auch in den Büchern und Comics weitergeführt wurde, der ganze Canon, der auch die Zeit der alten Jedi und Sith (1000 bis 5000 Jahre vor den Filmen) mit einschließt, all das wurde von Disney einfach für ungültig erklärt, nur damit sie eine Neuauflage von dem bringen können, was schon lange out, und nicht mehr als ein belangloses Weltraummärchen ist.
Nun kann ich endlich diejenigen verstehen, die sich bei der Verfilmung von Büchern beschweren, dass das nicht mehr das ist, was sie vorher so mochten.

ENDE

Daniel Ziemski

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