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Weihnachten, Familie, Kirche 2015

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Weihnachten, Familie, Kirche 2015
 
Wer oder was wird hier eigentlich geweiht?
Den Geruch von Weihwasser mochte ich immer sehr gerne, auch den von echten Wachskerzen. Vom „Süßen Teller“ ganz zu schweigen, meiner war immer als erstes leer, dann wurde von dem meines Bruders stibitzt. Tja und heute? Darf ich Nüsse essen, oder bricht mir dann der nächste Zahn ab? Schokolade, Nougat, Marzipan – Honigkuchen, Christstollen? No go! Ich wiege 84 kg. Dieses Jahr gibt es nur noch Gemüsebrühe… ;-(
Scheißwetter ist sowieso vorprogrammiert, da können wir noch so oft „Schneeflöckchen Weißröckchen“ singen.
Aber mein jüngerer Sohn kommt. Muss nochmal nachhaken, ob er jetzt das Flugticket reserviert hat. (Er kommt aus dem Ausland und ich habe ihn seit 6 Monaten nicht gesehen.) Söhne haben die Eigenschaft sich früher oder später Freundinnen anzuschaffen. Meiner hat mir sehr geschickt klargemacht, wer seitdem für ihn an erster Stelle steht. (Ich bin es nicht – richtig so!) Sohn zwei hat schon angedeutet, dass er im Januar nach Cuba fliegen will. Ob da Zeit und Geld übrig ist, die geldfreie Mutter in Deutschland zu besuchen? Ich bin 52, meine Eltern leben nicht mehr. Früher war es manchmal schwierig allen gerecht zu werden, da ist das schon mal eine Erleichterung. (Entschuldigen Sie meine schonungslose Offenheit.) Dann wäre da noch mein neuer Freund, der dieses Jahr noch 35 Tage Urlaub hat…
Ich werde es gelassen angehen und das tun wo ich gerade Lust zu habe. Vielleicht gehe ich sogar mal in die Kirche – da bietet sich die Gemeinde meiner Mutter an, oder die
„schwarze Kirche“. Das ist die christliche Kirche in der Martin-Luther-Straße, in der Nähe vom S-Bahnhof Essen West, die von einer schwarzafrikanischen Gemeinde übernommen wurde. Der Gottesdienst ist super interessant. Gepredigt wird zwei- oder dreisprachig, in Englisch, Deutsch und Twi, eine der Sprachen Ghanas. Ich wurde bei meinem ersten Besuch in die Gemeinde aufgenommen. Ich wurde gefragt, wer mich mitgebracht hat und alle, die um mich herum saßen, gaben mir die Hand und lächelten mich ehrlich und herzlich an. Die Menschen dort ziehen sich sehr festlich an, wenn sie den Gottesdienst besuchen. Männer und Jungen im Anzug, Frauen in einer wunderschönen Tracht mit imposanten Hüten, hübsch geschminkt. Man sitzt dort nicht eine Pflichtveranstaltung ab, sondern feiert über mehrere Stunden. Es gibt wohl keine Kirchensteuer, aber es wird großzügig gespendet. Zum Abschluss werden die Besucher bewirtet, denn viele kommen von weit her. Mir wurde das Essen mehrmals geschenkt, bis ich bemerkte, dass alle anderen einen Euro dafür in ein Körbchen warfen.
Einige haben sehr teure Autos. Das würde den Standartdeutschen wohl schon wieder misstrauisch machen. Meine Mutter war jedenfalls so. Als es mir mal ein Afrikaner angetan hatte, sagte sie, den wolle sie gar nicht erst kennenlernen. Er brachte mich dann einmal im Auto nach Hause und sie sagte ganz erstaunt: „ Wie, der hat ein Auto?“ Ja, so sind die Deutschen, die zu Hitlers Zeiten in die Schule und in den BDM (Bund deutscher Mädchen) gegangen sind, oder die, wie mein Vater, in der HJ (Hitlerjugend) waren. Zu meiner Schulzeit gab es auch im Sportunterricht noch das Spiel: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“, bei dem alle Kinder von der einen Seite der Turnhalle zur anderen laufen mussten und die Gefangenen sich dann in „schwarze Männer“ verwandelten, die ihrerseits Kinder fangen mussten.

Gute Autos sind ein Statussymbol – das war früher auch bei den spanischen Gastarbeitern so, und davor, in der Generation meines Vaters, auch noch bei den Deutschen. Wer ein großes, schickes Auto hatte, wohlmöglich darin mit der ganzen Familie in Urlaub fahren konnte, der hatte es geschafft. Wir sollten den Ausländern ihre teuren Autos gönnen. Sie haben mehrere Kinder, Kinderwagen, Oma, Opa, Onkel und Tante dabei und vielleicht im Hinterkopf, dass sie so ein Auto auch zu Hause in Afrika, gebrauchen könnten. (Ich benutze den Begriff „ Ausländer“ ganz bewusst und wertfrei; für mich gibt es einfach nur Menschen aus Deutschland und Menschen von außerhalb, die nenne ich dann „Ausländer“.)

Die Gemeinde, die seit 2008 die Martin Luther Kirche gemietet hat, nennt sich „Parish World Evangelical Ministry“.     Jeden Sonntag von 13-15 Uhr finden dort Gottesdienste statt. Interessierte sind herzlich willkommen. Weiter Information findet ihr unter:

                                                Die Kirche an der Kerckhoffstraße, Frohnhausen wird oft verwechselt mit der „Evangelische Lutherkirchengemeinde Essen-Altendorf“ in der Röntgenstraße 1, 45143 Essen.

Daher hier die genaue Adresse:

Andachtsstätte Martin Luther Kirche
Martin-Luther-Straße 116
Essen (Frohnhausen)

Geschichte der Lutherkirche
 
Die Lutherkirche wurde nach Plänen des Architekten August Hartel errichtet.
Alfred Krupp, selbst evangelisch, in dessen Werken etwa drei Viertel der Gemeindemitglieder arbeiteten, stellte 1879 den Bauplatz, Baumaterial und 15.000 Mark für den Bau der Lutherkirche zur Verfügung. Insgesamt sollte der Bau 109.000 Mark kosten.
Die Grundsteinlegung war am 24.Juli 1881. Die Kirche wurde als Ziegelrohbau in gotischem Stil ausgeführt, der Kirchsaal bot 1100 Gemeindegliedern Platz. Erstmals wurden in Essen industriell gefertigte Stahlstützen für den Bau einer Kirche verwendet. Diese trugen ein englisches Holzgewölbe. Im Dezember 1882 fand die Kirchweihe mit rund 2500 Gottesdienstbesuchern statt. Im Februar 1893 folgte die Einweihung des Gemeindehauses und 1885 erhielt die Kirche eine Orgel. 1903 wurde der Kirchbau auf Kosten der Firma Krupp um das nördlich angrenzende Lutherhaus ergänzt.
 
Zur Zeit der Industrialisierung, gegen Ende des 19.Jahrhunderts, benötigte der Inhaber der Krupp AG für seine Arbeiter, die in den Arbeitersiedlungen Schederhof und Kronenberg lebten, eine evangelische Kirche. Sie sollte genau zwischen diesen Kruppkolonien stehen und war mit Kronenberg durch einen beschränkten Bahnübergang verbunden. Der Bahnhof Altendorf Essen-Süd war der Vorgänger des heutigen Bahnhofs Essen West.
Als Arbeiterkirche wurde die Lutherkirche für die vielen Fremden errichtet, die beispielsweise aus Hessen und Ostpreußen kamen. Denn diese Menschen fanden im damals aufstrebenden Ruhrgebiet, besonders in den vielen großen und kleinen Zechen und in der damaligen Krupp Gussstahlfabrik im heutigen Westviertel, Arbeit.

Damals lag die Lutherkirche inmitten der 1874 gegründeten
Bürgermeisterei Altendorf, zu der die Orte Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen zählten. Sie galt mit etwa 66.000 Einwohnern als größte preußische Landgemeinde und wurde 1901 zur Stadt Essen eingemeindet.
Im Ersten Weltkrieg wurden die Bronze-Glocken und die zinnernen Orgelpfeifen als kriegswichtige Rohstoffe zugunsten der Rüstungsproduktion eingeschmolzen. Nach dem Krieg erhielt die Gemeinde wiederum die Unterstützung der Firma Krupp, um die Kriegsschäden beseitigen zu können.
In der Zeit des Nationalsozialismus erlebte die Kirche zwei Seiten, nämlich Pfarrer der regimetreuen Deutschen Christen und Pfarrer der Bekennenden Kirche, die in Opposition zum Nationalsozialismus standen. Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche nach Bombentreffern vollständig aus, so dass nach Kriegsende nur noch die Außenmauern vorhanden waren.
1957 begann die Beseitigung der Trümmer der zerstörten Lutherkirche.
Im September 1958 konnte zunächst das Lutherhaus an der Kerckhoffstraße wieder eingeweiht werden. Zu diesem Zeitpunkt war auch das neue Glockengeschoss des Kirchturms bereits errichtet, darauf folgte innerhalb von vier Jahren das Kirchenschiff.
Im September 1962 wurde die wieder aufgebaute Lutherkirche eingeweiht. Dieser Neubau lehnt sich bewusst an den ursprünglichen Entwurf aus dem 19.Jahrhundert an, besaß aber nun keine Emporen mehr, erhielt eine flache Kassettendecke und Farbverglasungen.
Zur 1962 neu errichteten Kirche gehört das nördlich gelegene Lutherhaus als Gemeindehaus. Hier gab es im Obergeschoss einen großen Festsaal mit Bühne und angrenzender Küche. Von der Kerckhoffstraße erreichbar war die Lutherkindertagesstätte.
Im September 2009 fand in der Lutherkirche der letzte evangelische Gottesdienst statt. Aus finanziellen Gründen wird der Kirchbau von der evangelischen Kirche selbst nicht mehr für Gottesdienste genutzt.
Erst nutzte man noch das benachbarte Luthergemeindehaus an der Kerckhoffstraße.
Dieses wurde 2013 geschlossen, daher müssen die Gemeindeglieder die Gottesdienste in der Apostelkirche und der Christuskirche besuchen.
Die Deutschen besuchen immer weniger ihre christlichen Kirchen, treten sogar aus der Kirche aus, sodass die Kirche  immer weniger Steuereinnahmen hat. Andere Gemeinden hingegen haben immer mehr Zulauf

Quelle: Wikipedia                                                                                                                                     Chrissi

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